Europa League

Der Fluch hält an: Auch Leverkusen ist raus

Inters Romelu Lukaku (hinten) umarmt Bayers Nadiem Amiri.
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Spendet Trost: Inters Romelu Lukaku umarmt Bayers Nadiem Amiri.

Erinnern Sie sich noch an den letzten deutschen Sieger in der Europa League? Nein? Verständlich.

Kassel – Denn ein deutsches Fußball-Team hat den zweitwichtigsten internationalen Wettbewerb letztmals gewonnen, als er noch gar nicht Europa League hieß, sondern Uefa Cup. 2009 wurde der Name geändert. Man muss aber noch einmal zwölf Jahre zurückspringen, um einen Bundesligisten in der Liste der Sieger zu finden.

Gut, an die Eurofighter des FC Schalke 04 erinnert man sich dann doch. Thon, Nemec, Wilmots und wie sie alle heißen. Die Königsblauen besiegten im Endspiel – damals noch in zwei Partien ausgetragen – Inter Mailand. Die Italiener waren es, die am Montagabend mit Bayer Leverkusen den letzten deutschen Vertreter aus dem Wettbewerb warfen. Der Fluch hält an – nun bereits seit mehr als 20 Jahren. Seit dem FC Schalke.

Ein Jahr vor S04 gewann der FC Bayern den Uefa Cup. 1988 Leverkusen, 1980 Frankfurt, 1979 Mönchengladbach ebenso wie 1975. Den Wettbewerb gibt es insgesamt erst seit 1971. So lange wie aktuell musste Deutschland also noch nie auf einen Titelträger warten.

Überraschend ist das aber nicht. Die Bundesliga entsendet zwar immer wieder Klubs, die die Gruppenphase überstehen, vielleicht auch das Achtelfinale. Aber spätestens mit dem ersten ernstzunehmenden Gegner ist dann Feierabend. Ausnahmen bestätigen die Regel, so wie Eintracht Frankfurt im vergangenen Jahr. Deutschland hat den FC Bayern. Hat Borussia Dortmund. Und dann hat Deutschland eine klaffende Qualitätslücke.

Es ist kein Wunder, dass seit Einführung der Europa League nur fünf Teams die zehn bislang vergebenen Titel unter sich aufgeteilt haben. Der FC Sevilla (3), Atletico Madrid (3), der FC Chelsea (2), der FC Porto und Manchester United. ManU hat nach dem Sieg nach Verlängerung gegen Kopenhagen am Dienstagabend weiterhin die Chance auf den zweiten Erfolg nach 2017.

Die Engländer, die diese Europa League meist nur als lästiges Beiwerk betrachten und selten die beste Mannschaft aufs Feld schicken, würden den Pokal dann dennoch zum vierten Mal seit 2009 gewinnen. Dabei strengen sich die deutschen Teams doch an – auch Leverkusen hat das gegen Inter Mailand getan. Sie bieten alles auf, was sie haben. Und trotzdem reicht es am Ende nicht. Das ist auch kein Pech mehr. Da fehlt einfach etwas Qualität. (Maximilian Bülau)

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