Der 25-Jährige ist nicht zu ersetzen

Joshua Kimmich: Der Unterschiedsspieler

Joshua Kimmich.
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Antreiber: Joshua Kimmich.

Es brauchte erst einen Javi Martínez. Zweimal in drei Jahren hatte der Fußball-Bundesligist FC Bayern München eine Finale der Champions League verloren.

Kassel – Erst gegen Inter Mailand, dann dramatisch gegen den FC Chelsea. Im Sommer 2012 wechselte der Spanier dann nach zähen Verhandlungen für 40 Millionen Euro von Athletic Bilbao nach München. Ein Jahr später streckte er mit seinen Teamkollegen den Henkelpott in London in die Luft.

Martínez in jungen Jahren war für die Bayern der Unterschiedsspieler. Der Mann fürs Grobe im Mittelfeld. Für die Drecksarbeit. Für die Zweikämpfe. Gar nicht so auffällig, aber unglaublich wichtig. Jede große Mannschaft braucht so einen. Beim FC Barcelona war das lange Jahre Sergio Busquets. Bei Real Madrids drei Triumphen in Folge in der Königsklasse räumte ein gewisser Casemiro auf. Deutschland benötigte 2014 für den WM-Titel Bastian Schweinsteiger. Esteban Cambiasso, Michael Essien, Paul Scholes, Claude Makélélé, Gennaro Gattuso. Sie alle spielten in großen Mannschaften. Sie gewannen Zweikämpfe, trieben an, gaben niemals auf. Waren sie nicht dabei, fehlte die Balance.

Zweieinhalb Wochen ist es nun her, dass sich Joshua Kimmich im Spiel der Bayern gegen Borussia Dortmund am rechten Knie verletzt hat. Außenmeniskus. Operation. Ausfall. Zunächst bekam die Nationalmannschaft sein Fehlen zu spüren. Tschechien und die Ukraine, die mit der B/C-Besetzung antraten – geschenkt. Als der Gegner dann Spanien hieß, da war keiner da, der diese wuselflinken Männer stoppen konnte. Das Mittelfeld war in dieser Partie ohnehin so präsent wie der FC Schalke am ersten Spieltag gegen die Bayern. Kimmich ist immer präsent, verpasste in seinen 50 Länderspielen ganze 24 Minuten.

Damals – am 18. September – beim 8:0-Sieg der Bayern gegen Schalke hatte Kimmich zwei Tore vorbereitet. Jetzt fehlt den Bayern der Antreiber. Der nimmermüde Zweikämpfer. Der Eckenschütze und Spezialist für die Freistöße aus dem Halbfeld. Kurzum: Es fehlt das Herz.

Nun ist das 1:1 am vergangenen Wochenende gegen Bremen kein Beinbruch. Allerdings hatten die Münchner zuvor auch 19 Mal in Folge gegen Werder gewonnen. Wie auch heute gegen Salzburg (21 Uhr/Sky) fehlt Kimmich. Im Kader der Bayern steht aber noch immer ein gewisser Javi Martínez. (Maximilian Bülau)

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