Gnabry und Havertz treffen gegen Argentinien

DFB-Elf spielt 2:2 - nur eine Halbzeit schwungvoll beim Debütantenball

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Lass dich drücken: Torschütze Serge Gnabry (Dritter von links) nimmt hier die Glückwünsche der Kollegen entgegen. Von links: Kai Havertz (verdeckt), Luca Waldschmidt, Joshua Kimmich, Emre Can, Robin Koch und Lukas Klostermann.

Deutschland gegen Argentinien. Test gegen einen Großen. Nach zwei eher unterschiedlichen Halbzeiten trennten sich die beiden Fußball-Teams 2:2 (2:0).

Vier Tage vor dem EM-Qualifikationsspiel in Tallinn gegen Estland (Sonntag, 20.45 Uhr/RTL) trotzte die deutsche Elf dabei den vielen Ausfällen. Unser Schnellcheck:

Wurde es aus deutscher Sicht ein Debütantenball?

Zumindest zwei Neulinge standen in der Startelf. Während sich der Einsatz von Freiburgs Luca Waldschmidt angekündigt hatte, war mit dessen Vereinskollege Robin Koch nicht unbedingt zu rechnen. Doch der Verteidiger gab in Dortmund seinen Einstand, weil Niklas Stark wegen eines Magen- und Darm-Infekts passen musste. Es wäre auch das erste Länderspiel des Berliners gewesen. Später debütierten Nadiem Amiri und Suat Serdar.

Wie sehr litt das Spiel unter den vielen prominenten Ausfällen?

Obwohl die Liste der fehlenden Spieler so lang war, dass selbst Gedächtnis-Künstler ihre Mühe gehabt hätten, sich alle Namen zu merken, wurde es ein ganz munteres Spielchen. Das deutsche Team begeisterte sogar punktuell. Wie in der 14. Minute, als sich die Not-Elf aus einer schwierigen Situation befreite und einen herrlichen Konter lief. Nur der Abschluss passte nicht: Julian Brandt scheiterte an Argentiniens Torwart Agustin Marchesin.

Wodurch zeichnete sich das Spiel des DFB-Teams besonders aus?

Bundestrainer Joachim Löw hatte mit seiner Mannschaft im Vorfeld am Umschaltspiel gearbeitet. Mit Erfolg, wie die überfallartig vorgetragenen Angriffe zeigten. Wo sonst Toni Kroos, Ilkay Gündogan und Timo Werner Akzente setzten, nahmen nun an ihrer Stelle Serge Gnabry, Brandt und Kai Havertz Geschwindigkeit auf. Das 1:0 durch Gnabry (15.) bereitete Lukas Klostermann vor, das 2:0 kurz darauf durch Havertz entsprang einem tollen Zusammenspiel von Gnabry und Klostermann (22.).

Was setzten denn die Argentinier entgegen?

In der ersten halben Stunde wenig. Wenn Marcel Halstenberg nicht mit einem Freistoß an die Latte Pech gehabt hätte (31.), wäre der Test wohl schon früh praktisch entschieden gewesen. Erst danach hatte die ohne den gesperrten Lionel Messi angetretene Albiceleste ein paar Chancen: Rodrigo de Paul traf aus der Distanz den Pfosten. Da hätte Marc-André Ter Stegen keine Chance gehabt. Der Torwart, der die avisierte Bewährungschance bekam, konnte sich im ersten Durchgang nicht auszeichnen.

Ging es nach der Pause so schwungvoll für das deutsche Team weiter?

Die schnellen Vorstöße wurden weniger. Dennoch hätte Emre Can nach Konter über Brandt und Havertz fast das 3:0 erzielt (55.) – Schlussmann Marchesin wehrte den Schuss ab. Das rächte sich in der 66. Minute: Der eingewechselte Leverkusener Lucas Alario traf einen Tag nach seinem 27. Geburtstag per Kopf zum 1:2 der Argentinier.

Wie viel Spannung kam auf?

Die Gäste erhöhten den Druck. Ter Stegen rückte nun häufiger in den Fokus. Es fiel der DFB-Elf zusehends schwerer, für Entlastung zu sorgen. In der 85. Minute fiel folgerichtig das 2:2. Nach Vorlage des starken Alario traf Lucas Ocampos – ein Debütant auf der Gegenseite. Die deutsche Mannschaft musste fast noch froh sein, nicht noch verloren zu haben.

Wie war die Übertragung bei RTL?

Es war von mehreren Debüts die Rede, vom Umschaltspiel, aber auch von einigen Schwächen im zweiten Durchgang. Ex-Nationalspieler und Co-Kommentator Steffen Freund bewertete die 90 Minuten deshalb so: „Die deutsche Mannschaft kann mit dem Unentschieden ganz gut leben.“

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