Aus im Halbfinale nach Niederlage gegen Niederlande

Tischfußball-EM: Deutschlands Reise ist zu Ende

Da war die Welt noch in Ordnung: Der für Deutschland antretende Thorsten Schönewolf strahlte vor dem Halbfinale der Tischfußball-EM zuversichtlich mit Herkules um die Wette. Am Ende hatte Schönewolf das Nachsehen.
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Da war die Welt noch in Ordnung: Thorsten Schönewolf strahlte vor dem Halbfinale zuversichtlich mit Herkules um die Wette. Später strahlte dann Michael Lattemann im Trikot der Niederlande.

Kassel – Aus und vorbei. Deutschland ist bei der Tischfußball-Europameisterschaft unserer Zeitung im Halbfinale ausgeschieden.

Ex-Fußballer Thorsten Schönewolf, früherer Kapitän des KSV Hessen Kassel, scheiterte im Halbfinale an den Niederlanden. Der Baunataler Michael Lattemann war von der Unterstützung seiner eigens aus der Nähe von Rotterdam angereisten Fans spürbar beflügelt, siegte 3:1 nach Sätzen und trifft nun auf Finnland. Für Deutschland geht es im Duell mit Frankreich um Platz drei.

Dabei hatte der Tag für Schönewolf gut begonnen. Geschenke gab es schon vor dem Spiel. Zeitungsausschnitte aus seiner Zeit als Spieler in Göttingen. Und vom Gegner eine Zauberkette. Im Spiel war mit Geschenken aber Schluss. Und zaubern, das tat zunächst nur einer: Michael Lattemann. Der 59-Jährige ging schnell 2:0 in Führung. Das Geheimnis? „Man muss den Gegner mit seinen eigenen Stärken schlagen. Ich habe mir seine Ruhe abgeguckt“, sagte Lattemann. Es ging dann Schlag auf Schlag. 5:0, erster Satz. Eine Machtdemonstration.

Michael Lattemann erreichte für das Team der Niederlande bei der Tischfußball-EM das Finale.

Das zeigte Wirkung. Schönewolf verkrampfte, begann zu hadern. Später sollte er sagen: „Ich habe mich in dem Turnier von Spiel zu Spiel gesteigert. Heute ist mir das nicht gelungen.“ In Durchgang zwei startete er trotzdem mit einer 2:0-Führung. Die aber wenig nutzte. Lattemann schlug schnell zurück. 5:3 im zweiten Durchgang. In der niederländischen Ecke schwenkten die Fans Ellie und Jan Spoel erstmals die Fähnchen. Schönewolf stellte fest: „Jetzt muss ich mir etwas einfallen lassen.“

Und das tat er dann auch. Erhöhte den körperlichen Einsatz. Fand plötzlich den Zug zum Tor. Der Lohn: eine 3:0-Führung. Aber Lattemann strotzte vor Selbstvertrauen, kam immer wieder heran, hatte bei 4:4 den ersten Matchball. Doch Nervenstärke hat eben auch der ehemalige Fußballer. Schönewolf traf zum 5:4. Lattemann meinte mit Blick auf Bauchansatz und leichte Konditionsschwächen: „Ich muss eine Diät machen.“

Das aber entpuppte sich bald als niederländisches Understatement. Satz vier war umkämpft, doch am Ende jubelte Lattemann nach einem 5:2 über den Finaleinzug. Für Deutschland ist der Traum vom Endspiel beendet. Schönwolf zeigte sich als fairer Verlierer: „Michael hatte den Sieg verdient.“

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