Lewandowski weckt Sehnsüchte

Polen hat, was Deutschland sucht: eine "echte 9"

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Der Mittelstürmer Robert Lewandowski würde dem deutschen Team gut zu Gesicht stehen.

Frankfurt/Main - Die Polen haben genau das, was dem Weltmeister fehlt - einen echten Mittelstürmer. Robert Lewandowski weckt vor dem Duell deutsche Sehnsüchte und flößt dem deutschen Team Respekt ein.

Als Thomas Müller und Oliver Bierhoff ihr Loblied auf Robert Lewandowski sangen, schwang irgendwie auch die Sehnsucht nach einem echten Mittelstürmer mit. „Er hat sich zu einem internationalen Top-Torjäger entwickelt. Ich würde ihn immer gerne in meiner Mannschaft haben“, sagte Teammanager Bierhoff vor dem EM-Qualifikationsspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Freitag in Frankfurt/Main (20.45 Uhr/RTL) gegen Polen über den Star des Gegners.

Müller traut seinem Klubkollegen von Rekordmeister Bayern München - der genau den Spielertyp verkörpert, der dem Weltmeister seit dem Abschied von Miroslav Klose fehlt - sogar einen Dreierpack gegen die deutsche Auswahl zu. „Theoretisch ist alles möglich. Lewi kann einen Hattrick erzielen - auch gegen uns“, äußerte Müller, der Lewandowski dann aber doch nicht über Gebühr loben wollte: „Ich würde aber dagegen wetten.“

Auch Bierhoff wollte auf keinen Fall die Angst der Fans vor dem Torjäger der „Weißen Adler“, die im Hinspiel (2:0) ihren ersten Sieg gehen Deutschland gefeiert haben, weiter schüren: „Ich freue mich über sein enttäuschtes und trauriges Gesicht nach dem Spiel.“

Lewandowski mit Rekord-Hattrick

Ein trauriges Gesicht machte Lewandowski allerdings schon lange nicht mehr. Schließlich führt der 27-Jährige nicht nur mit Polen (14 Punkte) die Gruppe D nach sechs Partien vor Deutschland (13) an. Der Bundesliga-Torschützenkönig von 2014 liegt mit sieben Treffern auch in der Qualifikations-Torschützenliste vorne.

Im zurückliegenden Spiel gegen Georgien (4:0) stellte Lewandowski sogar einen Rekord auf. Der viermalige polnische Fußballer des Jahres erzielte in vier Minuten (89./90.+1/90.+3) den schnellsten Hattrick in der Geschichte der EM-Qualifikation. Lewandowski überholte mit dem Dreierpack auch die polnische Ikone Zbigniew Boniek. Der frühere Dortmunder hat im polnischen Trikot 26 Treffer erzielt - zwei mehr als der jetzige Verbandspräsident.

Spätestens seit dem Georgien-Spiel gehören die Probleme Lewandowskis, der im Trikot des WM-Dritten von 1974 und 1982 lange Zeit nicht überzeugen konnte, der Vergangenheit an. Entsprechend groß ist die Zuversicht des gebürtigen Warschauers vor dem Spiel am Freitag.

„Wir sind momentan an erster Stelle und ich hoffe, dass das nach dem Spiel auch so bleibt. Wir wollen zur EM“, sagte Lewandowski bei RTL: „Für uns war das Hinspiel gegen Deutschland sehr wichtig. Nach dem Spiel waren wir sehr selbstbewusst und haben noch besser gespielt, auch gegen andere Gegner. Jetzt sind wir eine andere Mannschaft als im ersten Spiel gegen Deutschland.“

Dass die deutsche Mannschaft einen wie ihn derzeit gut gebrauchen könnte, weiß natürlich auch Lewandowski. „Es stimmt schon, Deutschland hat im Moment ein Stürmer-Problem, keinen Stammspieler für das Zentrum“, sagte der dreimalige deutsche Meister der Sport Bild, er macht sich deshalb aber keine Sorgen um die Auswahl seiner Wahlheimat: „Sie haben genug gefährliche Offensiv-Spieler, die aus der zweiten Reihe kommen und gefährlich werden.“

SID

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