Pokal-Schnellcheck: Glückliche Frankfurter im Finale

Früher Frankfurter Jubel: Torschütze Taleb Tawatha feiert nach seinem Treffer zum 1:0. Die Eintracht siegte schließlich im Elfmeterschießen Foto: dpa

Pokal-Halbfinale, Teil 1. Das Vorspiel zum Kracher sozusagen, schließlich mutet die Partie Borussia Mönchengladbach gegen Eintracht Frankfurt im Vergleich zum morgigen Duell zwischen Bayern München gegen Borussia Dortmund ja fast schon wie Mettbrötchen gegen Vier-Gänge-Menü an - außer natürlich für die Fans der Gladbacher und der Eintracht.

Und: Es zeigte sich dann, dass auch so ein Mettbrötchen eine leckere Angelegenheit sein kann. Frankfurt gewann nach Elfmeterschießen 8:7 (1:1, 1:1) und steht am 27. Mai in Berlin im Finale. Der Schnellcheck:

Wie verlief der Pokalabend auf dem in Gladbach?

Von Beginn an erst mal überraschend. Keine zwei Minuten waren gespielt, da hatten die Gäste die erste Doppelchance. Hrgota scheiterte an Sommer, Fabian setzt den Nachschuss knapp am ersten Pfosten vorbei. Nanu, was war denn da los? Das schienen auch die Gladbacher zu denken. Die Gastgeber kamen überhaupt nicht in die Partie. Es spielte nur die Eintracht. Und die ging folgerichtig in Führung. In der 15. Minute rauscht eine Flanke quer durch den Borussen-Strafraum, Taleb Tawatha steht schön frei und nutzt das zum 1:0 für die Hessen.

Na das ging ja gut los für die Hessen. Und die machten fröhlich so weiter. Stürmten munter. Verteidigten clever. Die ersten 45 Minuten gingen zu 100 Prozent an die Eintracht. Zur Pause stand es 1:1.

Äh, 1:1? Ja, es gab ja noch die Nachspielzeit. Es gab ein Flanke von Traore, eine Verlängerung von Hahn und den Ausgleich durch Jonas Hofmann. Kann man mal machen: kaum mitspielen und trotzdem ein Tor schießen.

Nach dem Wechsel flachte es ab. Gladbach spielte nicht wesentlich besser, Frankfurt nicht mehr ganz so gut. Es dauerte bis zur 75. Minute, ehe Borussen-Torgarant Stindl mal gefällig Richtung Tor schoss. Spannend war es aber. So spannend, dass sich beide Mannschaften dachten: Gönnen wir uns eine Zugabe.

Verlängerung also. Und weiter regierte vor allem die Vorssicht. Selbst Ecken wurden nun gefeiert. Getroffen wurde danach auch. Allerdings nur Frankfurts Chandler. Mitten im Gesicht nach Hahns Volleyschuss. Das tat schon beim Hinsehen weh. Gladbach wollte schließlich etwas mehr, tat viel für den Siegtreffer, ohne zu echten Chancen zu kommen. Was also blieb? Elfmeterschießen. Und selbst das ging in die Verlängerung, weil alle fünf Schützen beider Teams trafen. Dann der siebte Versuch: Gladbachs Christensen scheitert. Das Ende? Denkste, Frankfurts Varela vergibt auch. Aber dann scheitert Sow - und Hrgota macht für Frankfurt das Finale klar.

Hatten Gladbachs Fans Grund für Ärger? 

Den hatten sie allerdings. Nicht nur, weil ihre Mannschaft so seltsam passiv in die Partie startete und dann unglücklich ausschied. Nein, die Ultras im Fanblock machten schon vor dem Anpfiff große Augen. Da hatten sie in tagelanger Arbeit und auch mit einigem finanziellen Einsatz eine 3000 Quadratmeter große Fahne für eine Choreografie gebastelt, und dann? Dann kam der Reinigungsdienst und räumte mal so richtig auf. Mit der Folge, dass die Fahne nicht mehr zu gebrauchen war. Stellt sich auch die Frage: Warum reinigen sie in Gladbach vor dem Spiel? Und nicht danach?

Wie war die Pokal-Übertragung im TV? 

In der ARD kommentierte Steffen Simon. Da gab es gar nichts auszusetzen. Zumal es dazu ja auch noch Alexander Bommes gab und Mehmet Scholl gab. Und Sätze wie: „Kann ja nicht sein, dass der Torwart die besten Ideen hat auf dem Platz.“ Galt der Borussia der ersten Halbzeit.

Gibt es sonst noch etwas zu sagen? 

Vielleicht dies, auch wenn es nichts nutzt: Kann nicht wenigsten so ein Pokal-Halbfinale mal früher beginnen als um 20.45 Uhr? Dann könnten auch etwas jüngere TV-Zuschauer mehr sehen als die erste Halbzeit. Und Auswärts-Fans wären vor dem Frühstück wieder zuhause. Nicht? Okay, ich wollt’s ja nur mal sagen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.