Saarbrücken unterliegt 0:3

DFB-Pokal: Von geistigem Dünnpfiff und dem vierten Endspiel

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Die feiernden Finalisten: Die Spieler von Bayer Leverkusen bejubeln den Sieg. 

Geistiger Dünnpfiff sei das, sagte Lukas Kwasniok, Trainer des 1. FC Saarbrücken zu einem ARD-Reporter.

Der hatte den 38-Jährigen gefragt, ob sein Matchplan nicht zu defensiv gewesen sei? Im Nachhinein sei man immer schlauer. Das sei geistiger Dünnpfiff, antwortete Kwasniok, der noch sichtlich unter Strom stand.

Nun darf man sich auch nichts vormachen: Natürlich gab es zwischen dem Regionalligisten und dem Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen einen deutlichen Qualitätsunterschied. Doch beim Blick auf die zweite Halbzeit dieses DFB-Pokal-Halbfinals muss die Frage dann doch erlaubt sein, ob Saarbrücken nicht von Beginn an hätte mutiger sein sollen. Kwasniok schickte sein Team in einem 5-5-0 aufs Feld – ohne Stürmer. Angegriffen wurden die Leverkusener erst, wenn sie schon einige Meter in der Saarbrücker Hälfte waren. Hätten die Saarländer lange das 0:0 gehalten, dann wäre dieser Matchplan vielleicht auch aufgegangen. Es lief aber etwas anders.

In der 11. Minute zauberte Kerem Demirbay einen Ball in die Tiefe auf Moussa Diaby, der vollstreckte volley und besorgte so die frühe Führung für den Favoriten. Acht Minuten später behinderten sich Saarbrückens Torhüter Daniel Batz und Kapitän Manuel Zeitz – Lucas Alario erzielte das 2:0. „Wir hatten uns einen Plan zurechtgelegt. Aber wie der Demirbay den Ball bei der Führung reinchipt und wie Diaby einläuft – das zu verteidigen, ist, egal mit welcher Systematik, nicht so leicht, weil die Handlungsschnelligkeit nicht gegeben war“, sagte Kwasniok.

Vorher war der baldige Drittligist eigentlich ganz gut in die Partie gekommen. Bayers Innenverteidiger Edmond Tapsoba hatte eine frühe Gelbe Karte gesehen. Doch diese Treffer fielen zur Unzeit. Ebenso wie in Hälfte zwei. Saarbrücken kam giftiger aus der Halbzeit. Kwasniok hatte am ersten Durchgang bemängelt, dass seine Spieler nicht eklig genug gewesen seien. Das machten sie nun besser. Sie hatte gleich die erste richtige Chance des Spiels. Doch mitten in diese Phase hinein machte Karim Bellarabi das 3:0 und damit auch den Deckel auf dieses Halbfinale (58.). Saarbrücken gab bis zum Schluss nicht auf und verkaufte sich im leeren Völklinger Stadion teuer. Zumindest einen weiteren Gegentreffer gab es nicht.

Für die Leverkusener bedeutet dieser Sieg dagegen den vierten Einzug ins Finale des DFB-Pokals. Gewonnen haben sie nur einmal: 1993 gegen Hertha BSC II. Damals spielte Saarbrücken bislang zum letzten Mal in der Bundesliga. Auswärts gab es bei Bayer ein 1:1, zuhause sogar einen 3:1-Erfolg. Übrigens: Bislang lag Saarbrücken im direkten Vergleich auch vorn. In vier Partien – alle in der Bundesliga – gab es zwei Siege, eine Niederlage und ein Remis. Jetzt steht es Unentschieden.

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