Handball-Profi Yves Kunkel blickt auf seine Heimatstadt

Saarbrücken gegen Leverkusen: Der DFB-Pokal und Völklingens schöne Seiten

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Daumendrücken für Saarbrücken: Handball-Profi Yves Kunkel (hier auf seinem Balkon in Kassel).

Fußball-Deutschland blickt heute ab 20.45 Uhr nach Völklingen. Kann der 1. FC Saarbrücken im Halbfinale des DFB-Pokals nach Jahn Regensburg, dem 1. FC Köln, dem Karlsruher SC und Fortuna Düsseldorf den vierten Profiklub aus dem Rennen werfen?

Sollte der Regionalliga-Vertreter den Bundesligisten Bayer Leverkusen (live in der ARD und bei Sky) bezwingen, wäre Saarbrücken der erste Viertligist, der das Endspiel in diesem Wettbewerb erreicht. Das Finale soll am 4. Juli ohne Zuschauer ausgetragen werden.

Halbfinalspielort: das Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen.

Mit besonderem Interesse wird sich Handballspieler Yves Kunkel vom Bundesligisten MT Melsungen die Partie im Fernsehen anschauen. Denn: Seine Wurzeln liegen in Völklingen. Seine Eltern leben nach wie vor in der 40 000-Einwohner-Stadt an der Saar. Und das Hermann-Neuberger-Stadion, in das der FCS wegen des Umbaus des Ludwigsparkstadions in dieser Saison für seine Pokalspiele ausweicht, befindet sich in unmittelbarer Nähe zur gleichnamigen Halle. Der frühere DFB-Präsident Neuberger kam aus Völklingen. „Wir haben damals die eine oder andere Laufeinheit im Stadion absolviert“, erinnert sich der 26-Jährige, dessen Laufbahn bei der HSG Völklingen begann. Dabei sind es etwa sieben Autominuten vom Hause Kunkel bis zu den Sportanlagen, die „etwas versteckt liegen“, wie der Handball-Profi erklärt: „Durch viele Bäume drum herum sieht man von weitem erst mal wenig vom Stadion.“

Die Familie selbst kommt aus Fürstenhausen – einem Stadtteil, der von viel Wald umgeben ist. „Da kennt jeder jeden.“ Als Jugendlicher versuchte sich Yves Kunkel auch als Leichtathlet beim Völklinger Klub TV Ludweiler und hatte durchaus Erfolge vorzuweisen. Dem ehemaligen Weltklasse-Speerwerfer Boris Henry (inzwischen Boris Obergföll), der wohl bekannteste Sportler der Stadt, nahm Kunkel mit einer Weite von 84 Metern den Saarlandrekord im Ballwerfen ab.

Völklingen gilt nicht unbedingt als Perle des Saarlands. Im Gegenteil: Einer Umfrage aus den 90er-Jahren zufolge gehört es zu den hässlichsten Städten Deutschlands. Was mit der Geschichte zu tun hat: In Völklingen wurde über viele Jahrzehnte Eisen gewonnen – der Bergbau hat Spuren hinterlassen. Und wer jetzt über die A 620 Völklingen erreicht, der sieht erst mal vor allem Werksgebäude der Saarstahl AG.

Kunkel kennt aber auch die schönen Ecken – und ein paar Tipps für seine Heimatregion hat er auch: „Im Cafe Europa in Völklingen gibt es sehr gutes Eis. Und jederzeit empfehlen kann ich einen Ausflug zum Baumwipfelpfad an der Saarschleife.“

Wenn das Pokal-Halbfinale wie vor der Corona-Pandemie geplant im April stattgefunden hätte, wäre Kunkel aus Kassel nach Völklingen gereist und hätte sich die Partie voraussichtlich im Stadion angesehen. Nun ist es ein Geisterspiel. Die Vorfreude ist dennoch groß: „Als Saarländer drückst du natürlich Saarbrücken die Daumen.“ Zumal der 26-Jährige durchaus eine Beziehung zum Traditionsklub aufgebaut hat. Zum einen besuchte er zusammen mit Talenten des FCS die Eliteschule des Sports in Saarbrücken. Zum anderen war sein verstorbener Opa Paul Dernbecher ein großer Fan und nahm ihn und seinen Vater Uwe zu Lebzeiten einige Male mit zu den Spielen im Ludwigspark. Yves Kunkel bekam auch zwei Trikots aus der ruhmreichen Historie der Saarbrücker vererbt. Heute kann der Klub wieder Geschichte schreiben.

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