Amt wird zur Verfügung gestellt

DFB-Beben: Präsident Fritz Keller offiziell zurückgetreten - überraschend offenes Statement

Lange war beim DFB diskutiert worden - jetzt gibt es eine Entscheidung. Präsident Fritz Keller tritt offiziell von seinem Amt zurück.

Update vom 17. Mai, 12.05 Uhr: Bereits in der letzten Woche hatte DFB-Präsident Fritz Keller seinen Rücktritt bekannt gegeben, wie der Kicker meldet, legte er sein Amt beim Verband am Montag nieder. Damit reagierte er auch auf seinen Nazi-Vergleich im Bezug auf Vizepräsident Dr. Rainer Koch.

Erst Ende September 2019 hatte der Winzer und Gastronom, der beim SC Freiburg als Vorsitzender und Präsident tätig war, das Amt als 13. Präsident des Deutschen Fußball-Bundes angetreten und folgte auf Reinhard Grindel. Nach nicht einmal zwei Jahren ist jetzt Schluss, wie Keller auf der Homepage des DFB erläuterte.

„Wie angekündigt, stelle ich mein Amt als Präsident für einen tiefgreifenden und notwendigen Neuanfang im Sinne des Deutschen Fußball-Bundes zur Verfügung. Ich übernehme damit persönlich Verantwortung für meine Entgleisung in der Präsidiumssitzung vom 23. April 2021, die trauriger Tiefpunkt der desolaten Führungssituation des DFB bleiben soll“, schrieb der 64-Jährige zu seinem Rücktritt. „Mein Fehlverhalten erfolgte in einem für den DFB beschämenden Umfeld, mein Rücktritt wird die Probleme innerhalb des DFB und des Fußballsports allerdings nicht lösen“, fügte er hinzu.

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DFB-Beben: Präsident Fritz Keller tritt zurück - Gemunkel um Nachfolger mit Bayern-Vergangenheit

Frankfurt - Die Führungsspitze des Deutschen Fußball-Bundes* zieht unmittelbar vor der EM 2021* fast geschlossen Konsequenzen aus der tiefen Krise innerhalb des Verbands. DFB-Präsident Fritz Keller hat seine Bereitschaft zum Rücktritt erklärt, der Vertrag von Generalsekretär Friedrich Curtius soll aufgelöst werden, wie der DFB am Dienstag - exakt einen Monat vor Beginn der EM - mitteilte.

In den vergangenen Monaten häuften sich die Skandale beim größten Sportverband der Welt - jüngst sorgte Keller mit einem Nazi-Vergleich für Aufsehen.

DFB-Beben: Mitteilung im Wortlaut

„Im Rahmen einer außerordentlichen Sitzung des DFB-Präsidiums am 11. Mai 2021 hat der Verband Konsequenzen aus der anhaltenden Führungskrise gezogen und die Weichen für eine Neuaufstellung des DFB gestellt.

Präsident Fritz Keller hat aus eigener freier Entscheidung in Verantwortung des Amtes als Präsident seine grundsätzliche Bereitschaft erklärt, nach Abschluss der Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht, am kommenden Montag, den 17. Mai 2021, sein Amt zur Verfügung zu stellen. Generalsekretär Dr. Friedrich Curtius wird ihm nach einer Verständigung über eine Aufhebung seines Arbeitsvertrags und der Übergabe seiner Amtsgeschäfte unmittelbar folgen.

Die beiden 1. Vizepräsidenten Dr. Rainer Koch und Peter Peters bleiben bis zu den nächsten Neuwahlen im Amt. Dr. Rainer Koch wird beim nächsten Ordentlichen Bundestag nicht mehr für das Amt des 1. Vizepräsidenten Amateure kandidieren. Schatzmeister Dr. Stephan Osnabrügge wird ebenfalls nicht mehr als Schatzmeister kandidieren. Der nächste Ordentliche Bundestag wird zeitlich vorgezogen – voraussichtlich auf Beginn des Jahres 2022.

Peter Peters und Dr. Rainer Koch werden nach dem Rücktritt von Fritz Keller vorübergehend als gleichberechtigte Interimspräsidenten den Übergang des Verbandes gestalten, um den Verband gemeinsam mit dem Präsidium schnellstmöglich in ruhige Fahrwasser zu bringen. Die stellvertretende Generalsekretärin Heike Ullrich wird nach Ausscheiden von Dr. Friedrich Curtius vorübergehend dessen Geschäftsbereiche kommissarisch übernehmen.“

DFB: Chaos vor der EM 2021 - Keller tritt zurück

Unmittelbar vor der EM 2021 sind nun also die Weichen für etwas mehr Ruhe gestellt. Erholt sich der DFB von der Ära Keller? Als Nachfolge-Kandidaten wurden in der Vergangenheit bereits etliche verdiente Ex-Nationalspieler gehandelt. Ein Name, der dabei immer wieder fiel: Philipp Lahm*. Lothar Matthäus brachte währenddessen sogar eine Doppelspitze mit Karl-Heinz Rummenigge und Rudi Völler ins Spiel. (akl/dpa) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © picture alliance/Arne Dedert/dpa

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