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DFL erwägt Veräußerung von Fernsehrechten und hofft auf milliardenschwere Einnahmen

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Von: Niklas Kirk

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DFL
Um die Liga international konkurrenzfähig zu halten, erwägt die DFL neue Vermarktungswege © Frank Rumpenhorst/dpa

Die Deutsche Fußball Liga prüft den anteiligen Verkauf von Medienrechten. Ziel sind milliardenschwere Einnahmen - Hintergrund die Konkurrenzfähigkeit der Bundesliga.

Zu den regelmäßigen Begleiterscheinungen einer Sommerpause hat sich die Diskussion um die Konkurrenzfähigkeit der Bundesliga entwickelt. Die Attraktivität der Liga, die in diesem Sommer vor allem an den Zu- und Abgängen großer Namen gemessen wurde, soll nach Ansicht der DFL gesteigert werden. Auch Oliver Kahn, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München, stellte vor Kurzem öffentlichkeitswirksam die 50+1 Regel infrage.

DFL: Mehreinnahmen dringend benötigt - AG zur Erschließung neuer Vermarktungsmöglichkeiten

Als Alternative bringt die Liga nun den Teilverkauf Ihrer Übertragungsrechte ins Spiel. Nach Informationen des Handelsblatts bereitet Liga dazu einen Auktionsprozess für Investoren vor. Dabei soll ein potenzieller Investor keine Anteile an der DFL GmbH selbst erwerben, sondern an einer eigens für Medienrechte geschaffenen Tochtergesellschaft.

Nach Wertschätzung einer solchen Tochtergesellschaft verspricht sich die Deutsche Fußball-Liga (DFL) auf diesem Wege Einnahmen von drei bis vier Milliarden Euro. Angestoßen durch die wirtschaftlich schwierigen Jahre der Corona-Pandemie, setzte die DFL eine Arbeitsgruppe ein, die den 36 Profiklubs einen Überblick über „fundierte Entwicklungsoptionen“ und einen Blick auf „strategische Wachstumsfelder“ geben soll, so ein DFL-Sprecher. Ein Teilverkauf der TV-Rechte ist somit eine von vielen denkbaren Optionen.

Die erhofften Einnahmen zielen wiederum auf die Erhaltung der Konkurrenzfähigkeit ab. Dazu zählen die Internationalisierung der Rechtevermarktung, die Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Die Klubs könnten mit den Mehrerlösen in Nachwuchsleistungszentren, neue Spieler und die Instandhaltung ihrer Stadien investieren.

DFL: Verkauf von Medienrechten - Spanien und Frankreich dienen als Beispiele

Anders als in England üblich haben Investoren durch die 50+1 Regel nach wie vor keine Möglichkeit in Deutschland ganze Vereine zu übernehmen - die in Deutschland viel diskutierten Ausnahmemodelle (Wolfsburg, Leverkusen, Hoffenheim) ausgenommen.

Die Idee alternativ Übertragungsrechte zu verkaufen ist dabei nicht neu: Als Vorbild für die DFL dürfte die spanische „La Liga“ und die französischen „Ligue 1“ dienen, die zuletzt Anteile an die Private-Equity-Firma CVC verkauften. Auch auf Vereinsebene beschaffte sich der FC Barcelona zuletzt auf diese Weise das nötige Geld für seine Transferaktivitäten.

Befürworter eines Deals sehen wegen der angespannten Wirtschaftslage gute Chancen für ein Zustandekommen. „Manche brauchen dringend Cash“, resümiert ein Vereinsverantwortlicher.

DFL Chefin Hopfen für vorherige Vorstöße kritisiert

Wie immer, wenn es um die weitere Kommerzialisierung des Profifußballs geht, dürften die Pläne von DFL-Chefin Donata Hopfen kontrovers diskutiert werden. Kurz nach Ihrem Amtsantritt zu Jahresbeginn zog sie mit Gedankenspielen zu einer möglichen Play-off-Runde in der Bundesliga die Kritik von Teilen der Fans auf sich. (nki)

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