DFL für zweijährige Testphase des Videobeweises

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In der Bundesliga soll für zwei Jahre der Videobeweis getestet werden. Foto: Rolf Vennenbernd

Der Videobeweis in der Fußball-Bundesliga könnte schon ab der neuen Saison zumindest in einer Testphase kommen. Die DFL unterstützt eine Einführung, nun müssen noch die internationalen Regelhüter Anfang März zustimmen.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Deutsche Fußball Liga unterstützt die Einführung des Videobeweises in der Bundesliga.

Der Vorstand des Ligaverbandes beschloss auf seiner Sitzung in Frankfurt am Main, sich zusammen mit dem Deutschen Fußball-Bund beim Weltverband FIFA um die Teilnahme an einer zweijährigen Testphase des Videobeweises zu bewerben. Zuvor muss der International Football Association Board (IFAB) auf seiner nächsten Jahresversammlung in Cardiff am 5. März aber noch seine Zustimmung für eine solche Testphase geben. Dies gilt als wahrscheinlich.

Geben die Regelhüter ihr Okay, könnte der Videobeweis eventuell bereits zur Saison 2016/17 seinen Testbetrieb aufnehmen. Verantwortliche von DFB und DFL hatten sich bereits in der Vergangenheit immer wieder für eine schnelle Umsetzung ausgesprochen, wenn der IFAB zustimmt.

Der DFB würde dann die Technik bevorzugen, die bereits in den Niederlanden in einem Pilotprojekt getestet wird. Dabei sitzt ein Schiedsrichter-Assistent in einem Van oder einem Studio und hat die Möglichkeit, sich wichtige Spielszenen in Zeitlupe auf einem Monitor anzuschauen. Sobald das Spiel unterbrochen ist, hätte er bei dieser Variante dann die Chance, den Hauptschiedsrichter anzusprechen und auf eine etwaige Fehlentscheidung aufmerksam zu machen.

Nach Angaben der DFL soll der Video Assistent Referee dabei nicht die Funktion eines Oberschiedsrichters einnehmen. Vielmehr soll er als weiterer Assistent des Unparteiischen fungieren und diesen und sein Team vor Fehlentscheidungen bewahren. Der Schiedsrichter bleibt damit letztverantwortlich für die Spielleitung.

Zunächst würde es sich aber nur um eine Testphase handeln, die keinen direkten Einfluss auf das Spielgeschehen hätte. Man werde zunächst hinter den Kulissen testen und Erfahrungen sammeln, ohne dass die Unparteiischen und Spieler auf dem Platz etwas davon mitbekommen, hatte Herbert Fandel, Chef der deutschen Spitzenschiedsrichter, Mitte Januar erklärt.

Die DFL weist allerdings darauf hin, dass bis zu einer Einführung des Videobeweises noch viele Fragen zu klären sind. Dabei geht es zum Beispiel um die Verteilung der Kosten und Schulungen der möglichen Kandidaten für die Funktion des Video Assistent Referees.

DFL-Mitteilung

Fandel-Interview auf DFB-Homepage

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