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Die Zehnte Meisterschaft in Folge: Die Bayern feiern mit viel Bier

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Von: Maximilian Bülau

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Julian Nagelsmann.
Bekommt die obligatorische Bierdusche: Julian Nagelsmann, Trainer des FC Bayern München. © Matthias Balk/dpa

Es gab die obligatorischen Bierduschen. Und da blieb kaum einer trocken. Natürlich erwischte es auch Julian Nagelsmann, den Trainer des FC Bayern München.

Nach dem 3:1-Sieg gegen Borussia Dortmund im Topspiel der Fußball-Bundesliga am Samstagabend darf sich der 34-Jährige nun Meistercoach nennen. Nach Matthias Sammer ist Nagelsmann der zweitjüngste Trainer, der ein Team zur Deutschen Meisterschaft führte. Natürlich gab es auch die obligatorischen Titel-T-Shirts. Darauf war groß die „10“ zu sehen. Zehn Mal in Folge haben sich die Münchner nun den Titel gesichert. Keine Frage: eine bemerkenswerte, eine besondere Leistung. Doch nicht nur der neutrale Zuschauer bemerkte, dass der Jubel trotz allem verhaltener ausfiel. Eine Meisterschale allein ist in München eben nicht unbedingt genug. Störfeuer gibt es derzeit ohnehin genug.

Dass Karl-Heinz Rummenigge, bis zum vergangenen Sommer Vorstandsvorsitzender der Bayern, Nagelsmann nach dem Titelgewinn gegenüber der Bild-Zeitung allein ein ordentliches Premierenjahr bescheinigte, sagt dabei viel aus. Nagelsmann habe bis Dezember einen Topjob gemacht. In der Rückrunde habe es aber die eine oder andere diskussionswürdige Entscheidung gegeben. Blöd nur, dass in der Rückrunde eben die Titel vergeben werden.

Nach dem deftigen Pokal-Aus in der zweiten Runde gegen Gladbach (0:5) und dem Ausscheiden in der Champions League gegen das vermeintliche Glückslos Villareal ist es immerhin die Meisterschaft geworden. Doch die Bayern holten die Schale in diesem Jahr nicht unbedingt, weil sie so konstant überragend Fußball spielten. Nein, sie gewannen sie eher, weil die Konkurrenz auch für einen stolpernden FC Bayern nicht gut genug ist.

Dass sich daran nun etwas ändern wird, ist schwer vorstellbar. Klar, die Dortmunder haben mit Niklas Süle (kommt aus München) und Nico Schlotterbeck (kommt wohl aus Freiburg) eine große Baustelle frühzeitig in Angriff genommen. Gegen die Bayern war am Samstag die Unsicherheit in der Defensive immer wieder erkennbar. Natürlich fehlten Stammkeeper Gregor Kobel, Mats Hummels und Thomas Meunier. Doch die Wackel-Abwehr ist ein Markenzeichen dieser BVB-Saison. Allerdings trifft das auch auf die Bayern zu.

Die haben nun schon mehrfach angekündigt, im Sommer auf dem Transfermarkt Präsenz zu zeigen. Das forderte auch Nagelsmann bereits häufiger. Dabei geht es wohl weniger darum, die Qualität zu erhöhen. Was deutlich wurde, ist eher, dass diese satte und zu harmonische Mannschaft Veränderung braucht. Spieler, die nach Erfolg lechzen und diesen nicht gewohnt sind. Die Frage ist allerdings: Wie viel Geld wird Sportvorstand Hasan Salihamidzic tatsächlich in die Hand bekommen, um das Projekt „Erfolgshunger“ umzusetzen? Und was wird aus abwanderungswilligen Spielern wie Robert Lewandowski und Serge Gnabry? Will man in München Meisterschaft Nummer elf, zwölf und 13 in Folge einsammeln, braucht es sicher keine Großinvestitionen. Soll das Bier in den kommenden Jahren wieder mehrfach über den Köpfen vergossen werden, schon eher.

Der neue Vorstandsboss Oliver Kahn wird nicht müde zu betonen, dass man im Konzert der ganz Großen finanziell nicht mehr mitmischen könne. Was die Gehälter angeht, mischen die Bayern allerdings schon im ganz großen Orchester mit. In Sachen Ablösesumme sieht das allerdings anders aus. Wollen die Münchner auf Sicht aber nicht nur in der Bundesliga Grund zum Jubeln haben, dann reichen junge, entwicklungsfähige Spieler allein nicht aus. An einer Herangehensweise wie beispielsweise beim BVB als gehobenem Ausbildungsverein wird in der bayerischen Landeshauptstadt kaum jemand Gefallen finden.

Vielleicht fiel der Jubel auch deshalb am Samstagabend verhaltener aus. Es wird eben nur die Meisterschaft in dieser Saison. Und schwieriger als diese zu gewinnen, wird die Aufgabe, eine Mannschaft zusammenzustellen, die zu mehr in der Lage ist. Ein großes Bier vorweg kann da nicht schaden. (Maximilian Bülau)

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