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Kein Knipser für die Königsklasse: Die Fußball-Bundesliga hat ein Sturmproblem

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Von: Frank Ziemke, Maximilian Bülau

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Timo Werner.
Mit Aufs und Abs seit seiner Rückkehr nach Leipzig: Nationalstürmer Timo Werner ist für RB noch nicht die erhoffte Verstärkung. © Torsten Silz/dpa

Färbt die Fußball-Nationalmannschaft nun etwa auf die nationale Liga ab? Denn nicht nur das DFB-Team hat ein Sturmproblem.

Beim Blick auf die fünf Bundesligisten, die in dieser Woche wieder in der Champions League aktiv sind, wird deutlich: Auch das deutsche Oberhaus hat eins. Nach Jahren mit Robert Lewandowski und Erling Haaland fehlt der Bundesliga derzeit ein überragender Torjäger. Kein Akteur hat mehr Treffer als Spiele. Dass es ohne Knipser kaum geht, merken auch die Bayern.

Borussia Dortmund

In der Königsklasse ist vor dem Rückspiel gegen den FC Sevilla heute (21 Uhr/Amazon Prime Video) eigentlich alles gut für Schwarz-Gelb. Drei Spiele, sechs Punkte, zuhause gegen Sevilla kann das Achtelfinale mit einem Sieg schon gebucht werden, sollte Manchester City früher am Abend nicht in Kopenhagen verlieren. Was das Ganze allerdings schwieriger macht: Auch gegen den FC Bayern wurde am Wochenende deutlich, wie sehr der Ausfall von Sébastien Haller den BVB schmerzt.

Die Dortmunder haben gut gespielt, aber es fehlt ein Abnehmer im Strafraum. Zwar sorgte Anthony Modeste für den viel umjubelten Ausgleich in der Nachspielzeit, in der Champions League ist der 34-Jährige aber noch ohne Treffer. Bester Torschütze des BVB ist da Jude Bellingham (drei Treffer). In der Liga ist es Youssoufa Moukoko (ebenfalls drei). Der 17-Jährige kommt immer besser in Fahrt, ein richtiger Mittelstürmer ist er aber nicht. Mit einem solchen wäre wohl noch deutlich mehr vom BVB zu erwarten.

RB Leipzig

Die Sachsen könnten mit einem Sieg heute bei Celtic Glasgow Platz zwei übernehmen (21 Uhr/Dazn). Und RB hat eigentlich genug Mittelstürmer im Kader. Aber: Timo Werner, André Silva und Yussuf Poulsen sind allesamt nicht wirklich in Form. Ein Glück, dass Leipzig noch Christopher Nkunku hat, der mit sieben Treffern auf Rang zwei der Bundesliga-Torschützenliste steht. Der Franzose ist aber kein gelernter Neuner, ohne die Tore eines solchen tun sich die Sachsen schwer. Das Auf und Ab hat noch kein Ende gefunden.

FC Bayern

Nun hat es auch jemand ausgesprochen. Und dieser Jemand war kein Geringerer als Ehrenpräsident Uli Hoeneß. Im Sonntags-Stammtisch des Bayerischen Rundfunks sagte der 70-Jährige: „Eines ist ganz sicher. Dass ich glaube, dass uns schon ein Neuner fehlt.“ Dass es auch ohne geht, haben viele nach den ersten Partien vermutet. Und auch zwischendurch sind die Münchner immer wieder dazu in der Lage, ein deutliches Ergebnis herauszuschießen.

Doch in den engen Partien wird das Fehlen von Lewandowski deutlich. Da sind viele Zauberer auf dem Feld, aber keiner, der den Ball mal ganz simpel über die Linie schiebt. Gegen Viktoria Pilsen morgen fehlt nun auch noch der bislang beste Torschütze Jamal Musiala (Hintergrund rechts). Werden die Bayern das gegen die Tschechen verschmerzen können, ist es in der Liga schon jetzt deutlich anstrengender als gewohnt.

Bayer Leverkusen

Lewandowski nicht mehr da. Haaland nicht mehr da. Auf die Frage, wer sich in dieser Saison der Bundesliga die Torjägerkrone aufsetzen könnte, fiel wohl kein Name so häufig als Antwort, wie dieser: Patrik Schick von Bayer Leverkusen. Kein Wunder: Schon in der vergangenen Saison lag der Tscheche mit 24 Treffern auf Platz zwei. Doch Schick ist ein Teil der bisherigen Bayer-Krise. Er wirkt seltsam hölzern, vergibt reihenweise Chancen. In der Königsklasse verschoss er zuletzt einen Elfmeter. Zwei Tore in der Liga, einer im Pokal – das war es bisher.

Eintracht Frankfurt

16 Tore in der Liga, eins in der Champions League – die Offensivbilanz ist ordentlich bei der Eintracht. Aber: Die besten Torschützen heißen Daichi Kamada und Jesper Lindström – beide offensives Mittelfeld. Einen Stoßstürmer der Marke André Silva, der in der Saison 20/21 gleich 28 Mal traf, suchen auch die Hessen bisher vergeblich. (Frank Ziemke und Maximilian Bülau)

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