1. Startseite
  2. Sport
  3. Fußball

Heute beginnt die neue Saison in der 2. Fußball-Bundesliga: Die Roten Teufel lodern wieder

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Maximilian Bülau

Kommentare

Der Mannschaftsbus des 1. FC Kaiserslautern.
Der Mannschaftsbus im Trainingslager: Heute beginnt für den 1. FC Kaiserslautern die Zweitliga-Saison. © Imago/Eibner

Es gibt einige Generationen von Fußball-Fans, die mit dem 1. FC Kaiserslautern als festem Bestandteil der Bundesliga aufgewachsen sind. Im Jahr 2001 stellten die Roten Teufel einen Startrekord in Deutschlands höchster Spielklasse auf.

Oder besser gesagt: Den des FC Bayern München ein – sieben Siege an den ersten sieben Spieltagen. Am Ende wurde Kaiserslautern Siebter. Schlechter war das Team in dieser Saison nie platziert. Zur Mannschaft gehörten Spieler wie Miroslav Klose, Vratislav Lokvenc, Olaf Marschall, Lincoln und Weltmeister Youri Djorkaeff.

Und klar, der 1. FC Kaiserslautern hat eine der ganz besonderen Geschichten der Bundesliga geschrieben: Deutscher Meister als Aufsteiger 1998 unter Otto Rehhagel. Kaiserslautern ist vierfacher Deutscher Meister, hat zweimal den DFB-Pokal gewonnen. Kaiserslautern ist die Heimat von Fritz Walter, 21 Jahre auch dessen fußballerisches Zuhause gewesen. Kurzum: Kaiserslautern war eine richtig große Nummer im deutschen Fußball. Und ist es auch heute noch. Nur nicht mehr auf dem Niveau von einst.

Wenn heute Abend die Saison in der 2. Fußball-Bundesliga eröffnet wird, dann ist Lautern mittendrin. Heimspiel gegen Hannover 96 (20.30 Uhr Sat.1 und Sky). Dass der Klub aus Rheinland-Pfalz sich nun immerhin wieder Zweitligist nennen darf, war in den vergangenen Jahren zeitweise ganz weit weg.

Seit 2012 steckten die Roten Teufel in einer Abwärtsspirale, die nicht enden wollte. Nachdem 2010 noch einmal für zwei Jahre der Aufstieg in die Bundesliga gelungen war, folgten drei Jahre an der Spitze des Unterhauses, ein verlorenes Relegations-Duell gegen Hoffenheim 2013 inklusive. Von oben ging es immer weiter in den Keller. 2018 folgte schließlich als Tabellenletzter der Abstieg in die 3. Liga. Ein Tiefpunkt. Kaiserslautern, Gründungsmitglied der Bundesliga, war 55 Jahre lang immer erst- oder zweitklassig gewesen.

Doch wer glaubte, dass die Roten Teufel schnell wieder aufsteigen würden, sah sich getäuscht. Und mehr noch: Auf einmal ging es gar um das Überleben des Klubs. 24 Millionen Euro Schulden, ein Insolvenzverfahren wurde eröffnet. Wegen der Corona-Pandemie und in dieser Zeit geltenden Sonderregeln wurde dieses ohne Punktabzug abgeschlossen. Das sahen die Drittliga-Klubs damals nicht gern, sprachen von Wettbewerbsverzerrung.

Doch die Lauterer machten anschließend einiges besser. Von einem Traditionsverein, der beinahe in der Bedeutungslosigkeit verschwunden war, wurde wieder einer, der an die Tür zur zweiten Liga anklopfte. Der direkte Aufstieg wurde verspielt. Die Relegation stand an. Nach einem 0:0 im Hinspiel und einem 2:0-Sieg bei Dynamo Dresden war die Zweitliga-Rückkehr perfekt.

Als die Spieler des 1. FC Kaiserslautern unlängst im Trainingslager waren, da war auf dem Mannschaftsbus zu lesen: „Solang’s in Deutschland Fußball gibt, gibt es auch den FCK!“ Wer nun die jüngere Vergangenheit des Klubs kennt, der weiß: Beinahe hätte es zwar den Fußball noch gegeben, den FCK aber nur noch als einen von vielen Traditionsvereinen, der aus dem Profi-Fußball verschwunden ist. Nun lodern die Roten Teufel aber wieder. In der 2. Bundesliga heißt ihre Mission: Abstiegskampf. Die Zeit der Kloses, Lokvenc’, Marschalls, Lincolns und Djorkaeffs ist vorbei. Es müssen nun neue Namen her. (Maximilian Bülau)

Auch interessant

Kommentare