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Kovac, Schwarz und Maaßen: Dreimal Neuanfang in der Fußball-Bundesliga

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Von: Maximilian Bülau

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Niko Kovac.
Neu in Wolfsburg: Niko Kovac übernimmt das Traineramt beim VfL. © Imago/regions24

Ich glaub, es geht schon wieder los! Was Roland Kaiser einst über die Liebe gesungen hat, traf gestern auch auf einige Fußball-Bundesligisten zu.

So starteten Union Berlin, Schalke 04, Bochum und Wolfsburg als erste Klubs in die Vorbereitung für die am 5. August mit der Partie Eintracht Frankfurt gegen den FC Bayern München beginnende Spielzeit. Gleich sieben Erstligisten gehen mit einem neuen Trainer ins Trainingslager – und damit höchstwahrscheinlich auch in die kommende Saison. Neben Edin Terzic (Borussia Dortmund), Frank Kramer (FC Schalke 04), André Breitenreiter (TSG Hoffenheim) und Daniel Farke (Borussia Mönchengladbach) sind das Niko Kovac, Sandro Schwarz und Enrico Maaßen.

Die letzten Drei wurden gestern offiziell bei ihren Klubs vorgestellt. Wir nehmen das zum Anlass und stellen sie ebenfalls – ganz offiziell – vor.

Niko Kovac

Klub: VfL Wolfsburg

Erfahrung: Klein angefangen hat der 50 Jahre alte Kroate nie. Nach einem Job als Co-Trainer von RB Salzburg ging es zur U21 seines Heimatlandes, dann wurde Kovac Cheftrainer der A-Nationalmannschaft Kroatiens. 2016 holte ihn Eintracht Frankfurt. Mit den Hessen wurde der ehemalige Mittelfeldspieler sensationell DFB-Pokalsieger. Die Bayern lotsten ihren Ex-Profi schließlich nach München, wo Kovac das Double und den Superpokal gewann. Zuletzt arbeitete der 50-Jährige anderthalb Jahre in Monaco.

Erwartung: Bei seiner Antrittspressekonferenz gab Kovac gleich die Marschroute vor. Platz zwölf in der vergangenen Spielzeit habe in Wolfsburg niemanden glücklich gemacht. Er wolle Titel holen, auch wenn er wisse, wie schwer das sei. Zumindest das internationale Geschäft möchte er erreichen. Das wird auch die Erwartung der Verantwortlichen sein, an der Kovac sich messen lassen muss.

Prognose: Kovac und Wolfsburg – das könnte passen. Klar ist, der VfL hat mittlerweile deutlich höhere Ambitionen – und auch finanzielle Möglichkeiten – als im Mittelfeld zu landen. Dass Kovac ein guter Trainer ist, hat er bewiesen. Der FC Bayern war eine Nummer zu groß, Wolfsburg ist seine Kragenweite. Allerdings muss er damit klarkommen, dass es im Stadion deutlich leiser sein wird als in Frankfurt, wo er seine erfolgreichste Zeit als Trainer verbracht hat.

Sandro Schwarz

Klub: Hertha BSC

Erfahrung: Titel fehlen im Lebenslauf des 43-Jährigen. Schwarz startete als Co-Trainer bei Wehen Wiesbaden, übernahm dann den 1. FC Eschborn. Anschließend arbeitete sich der gebürtige Mainzer über die U19 und die U23 zum Coach der Bundesliga-Mannschaft des FSV Mainz 05. Bis Ende Mai war Schwarz nun bei Dinamo Moskau angestellt. Nun kehrt er wie Kovac in die Bundesliga zurück.

Erwartung: Fleiß und Ordnung forderte Schwarz bei seiner Vorstellung von den Spielern. Qualitäten, die wichtig sind, wenn es gegen den Abstieg geht. Von Europa träumt bei der Hertha erst mal keiner mehr. Dennoch sollte es sicher das Ziel des Neuen sein, nicht wieder bis zum Ende um den Klassenerhalt zittern zu müssen. Stars bekommt er jedenfalls nicht an die Seite gestellt. Die Windhorst-Millionen sind ausgegeben, die Alte Dame muss wieder sparen.

Prognose: Es ist kaum einzuschätzen, wie Schwarz bei der Hertha ankommt. Von einer frühzeitigen Entlassung bis hin zum Überraschungsteam und -trainer ist alles möglich. Es ist für beide Seiten so etwas wie die vorerst letzte Chance.

Enrico Maaßen

Klub: FC Augsburg

Erfahrung: Der 38-Jährige ist sicher der unbekannteste aller neuen Bundesliga-Coaches, Augsburg für ihn die erste Station in Deutschlands höchster Spielklasse. Vier Jahre trainierte er Drochtersen/Assel, führte den Klub aus der Oberliga Niedersachsen in die Regionalliga Nord. Weiter ging es zum SV Rödinghausen in die West-Staffel der vierten Liga. Zuletzt gelang mit der Reserve von Borussia Dortmund der Sprung in die dritte Liga.

Erwartung: Alles andere als der Klassenerhalt zählt auch in der kommenden Saison nicht für den FC Augsburg. Dass Maaßen Aufstieg kann, hat er bewiesen. Nun muss er eine neue Qualität unter Beweis stellen. Sollte der Bundesliga-Verbleib recht frühzeitig feststehen, wäre das bereits ein Erfolg.

Prognose: Augsburg ist mit dem als schwierig geltenden Manager Stefan Reuter nicht das einfachste Pflaster. Maaßen ist sicher einer der Trainer mit der unsichersten Zukunft. Sollte der Mann aus Wismar in Mecklenburg-Vorpommern bestehen, dann hat er eine Erstliga-Zukunft. (Maximilian Bülau)

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