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Agentur, die schwulen Fußballern Freundinnen vermittelt?

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Von: Daniel Schneider

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Welcher Fußballer könnte da nein sagen?
Welcher Fußballer könnte da nein sagen? Georgina gibt im Dschungelcamp alles und kokettiert mit einem Angebot einer Agentur, die Freundin eines schwulen Fußballers zu werden. Foto: RTL

Kassel. Am Dienstagabend war es soweit. Ausgerechnet in der RTL-Sendung „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ sprach Kandidatin Georgina (22) das vielleicht letzte Tabu im Fußball an.

„Ich war angefragt für so einen schwulen Fußballer“, sagte sie. Und führte weiter aus, dass eine Agentur an sie herangetreten sei. Doch wie hieß dieser Fußballer? Den Namen hatte die Dschungelbewohnerin vergessen. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder Georgina wollte sich mit diesem Tabubruch selbst inszenieren oder aber es steckt wirklich etwas hinter ihrer Aussage.

Im vergangen Jahr sorgte der junge Journalist Adrian Bechtold für Aufsehen, indem er in einem regelrechten Interview-Marathon sein - natürlich anonymes - Interview mit einem schwulen Bundesligaprofi vermarktete. Die Resonanz war riesig, allerdings war es um die Glaubwürdigkeit von Bechtold nicht ganz so gut bestellt. Auf diverse Ungereimtheiten wies Philipp Köster, Chefredakteur vom Fußballmagazin 11 Freunde, hin und kritisierte vor allem die Sensationslust. Im Interview (13. September 2012) mit unserer Zeitung antwortete Bechthold auf die Frage, ob es Agenturen gebe, die Scheinehen vermitteln würde: „Davon habe ich gehört, bestätigen kann ich das aber nicht. Aber natürlich kommt es vor, dass Spielerfrauen für einen Abend gebucht werden.“

Gleichwohl es bislang noch kein Outing eines aktiven Profifußballers in Deutschland gegeben hat, bleibt das Thema virulent. Der Ballack-Berater Michael Becker ließ sich 2010 gegenüber einem Spiegel-Journalisten zur Bemerkung hinreißen, in der deutschen Nationalmannschaft gäbe es eine „Schwulen-Combo“. Becker dementiert sofort. Im Männersport Fußball gilt Homosexualität als Karrierekiller Nummer eins. Adrian Bechtold bekam für sein Interview unzählige Medienanfragen. Nicht auszudenken, mit was für einer Masse an Anfragen ein schwuler Fußballer konfrontiert würde. Ebenso ist es kaum einzuschätzen, wie die eigenen und vor allem die gegnerischen Fans auf ein Outing reagieren würden.

Im Frauenfußball ist das ganz anders. Zahlreiche Bundesliga- und auch Nationalspielerinnen haben sich bereits geoutet. Allerdings findet der Frauenfußball in Deutschland ohne größere Öffentlichkeit statt.

Wie ist es aber mit der Glaubwürdigkeit von Georgina bestellt? Nun, die Ex-Bachelorkandidatin, Kleindarstellerin, angebliche Kunststudentin mit vierstelligen Schulden und Silikonbrüsten will unbedingt noch den Titel Dschungelkönigin tragen. Allerdings sprechen die detaillierten Äußerungen über diese ominöse Spielerfrauen-Agentur eher für ihre Glaubwürdigkeit als gegen sie. Fragt sich nur, welcher schwule Profi so eine Plaudertasche an seiner Seite wissen möchte.

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