Sieg gegen die Bayern, Gedenken an Opfer von Hanau

Eintracht Frankfurt setzt ein Ausrufezeichen

Amin Younes.
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Starke Geste: Amin Younes hält ein Trikot mit dem Porträt von Fatih Sarancoglu, einem der Opfer des Terroranschlags von Hanau vor einem Jahr, hoch.

Mit dem FC Bayern ist es ja häufig so: Es läuft nicht richtig rund für den Fußball-Bundesligisten, er liegt zurück – aber am Ende holt er zumindest noch ein Unentschieden, meistens gewinnt er sogar.

Irgendwie schafft er es, selbst wenn die Leistung nicht passt. Die individuelle Klasse ist zu groß. Und so hatte der Zuschauer am Samstag vielleicht auch das Gefühl, dass die Münchner nach 0:2-Rückstand gegen Eintracht Frankfurt doch noch zurückkommen würden. Robert Lewandowski – natürlich – hatte den Rekordmeister wieder ins Spiel gebracht. Doch die Hessen brachten diesen Erfolg, der irgendwie auch logisch war, über die Zeit. Und sie setzten an diesem Tag nicht nur sportlich ein Ausrufezeichen.

Im Vordergrund

Es ist ja beinahe schon eine Floskel. Manchmal merkt man, dass es wichtigere Dinge als den Sport, den Fußball gibt. Während der Corona-Pandemie war diese Aussage öfter zu hören. Und hat ohne Frage auch ihre Berechtigung. In Frankfurt war es aber ausnahmsweise nicht das Virus, das im Vordergrund stand. Es war ein Anschlag, der fast auf den Tag genau vor einem Jahr Deutschland erschütterte. In Hanau erschoss ein 43-Jähriger damals neun Menschen mit Migrationshintergrund. Es war ein rechtsextremer Akt des Terrors mit rassistischem Hintergrund.

Nicht nur die Frankfurter setzten an diesem Wochenende ein Ausrufezeichen. Auch beim VfL Wolfsburg war vor dem Anpfiff am Freitagabend nicht die Aufstellung auf der eigenen Webseite zu finden, sondern die Namen der Opfer. Bei der Eintracht machten sich die Spieler mit schwarzen Shirts warm, auf denen die Gesichter zu sehen waren, dazu der Name. Und als Amin Younes in der 31. Minute das 2:0 gegen den FC Bayern gelang, lief er zur Bank, schnappte sich ein Shirt und hielt es nach oben. Der Fußball stand da nicht mehr im Vordergrund. Wir halten es mit Younes, der sagte: „Ich weiß, dass das die Opfer nicht zurückbringt. Aber es war einfach ein Zeichen an die Familien, dass wir an sie denken.“ Deswegen drucken wir an dieser Stelle die neun Namen ab:

Gökhan Gültekin

Sedat Gürbüz

Said Nesar Hashemi

Hamza Kurtovic

Mercedes Kierpacz

Vili-Viorel Paun

Fatih Saracoglu

Ferhat Unvar

Kaloyan Velkov

Im Hintergrund

Fußball wurde aber auch gespielt. Und auf dem Platz setzte die Eintracht ein weiteres Ausrufezeichen. Gegen passive Bayern, die nach vielen coronabedingten Ausfällen mit Niklas Süle als Rechtsverteidiger, Marc Roca und Eric Maxim Choupo-Moting begannen, sorgte die Doppel-Zehn der Eintracht für eine 2:0-Pausenführung. Erst musste Daichi Kamada nur noch den Fuß hinhalten (12.). Dann war es eben Younes, der im Strafraum nicht bedrängt wurde und aus leicht spitzem Winkel mit einem tollen Abschluss Manuel Neuer keine Chance ließ.

Die Münchner wachten erst im zweiten Durchgang auf, kamen nach starker Vorarbeit von Leroy Sané durch Robert Lewandowski zurück ins Spiel (53.). Doch die Hessen brachten ihren knappen Vorsprung über die Zeit und machten die Meisterschaft so wieder spannender. (Maximilian Bülau)

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