BVB verliert gegen Stuttgart

Ein 1:5 mit Folgen: Dortmund entlässt nach Debakel Trainer Favre

Lucien Favre
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Das war’s: Dortmunds Trainer Lucien Favre muss nach dem 1:5 gegen Stuttgart gehen.

Nach dem 1:4 des FC Bayern am zweiten Spieltag der Fußball-Bundesliga gegen die TSG Hoffenheim, da durfte Münchens Trainer Hansi Flick bleiben. Selbstverständlich.

Ein Ausrutscher in einer Saison, die den Spielern so viel abverlangt. Nach dem 0:6 der deutschen Nationalmannschaft gegen Spanien durfte Trainer Joachim Löw bleiben. Nicht ganz so selbstverständlich. Aber die Mannschaft sei ja auf dem richtigen Weg und Löw wird die Aufgabe perspektivisch noch zugetraut. Nach dem 1:5 von Borussia Dortmund am Samstag gegen den VfB Stuttgart musste BVB-Trainer Lucien Favre gestern seinen Platz räumen. Dieses Debakel des 63 Jahre alten Schweizers und seines Teams geht bei den Verantwortlichen in Schwarz-Gelb nicht mehr als Ausrutscher durch. Sie trauen Favre nicht mehr zu, eine hochtalentierte Mannschaft endlich zu einem Titel zu führen. Bis zum Saisonende soll der zweite Co-Trainer Edin Terzic das Team übernehmen.

Die Situation beim BVB

Die 1:5-Pleite gegen Stuttgart war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Schon seit Wochen zeigten die Dortmunder schwache Leistungen. Die vergangenen drei Heimspiele in der Bundesliga verloren sie. Favre hatte keine Idee, wie er den Ausfall von Torjäger Erling Haaland kompensieren sollte. So fehlte dem BVB schon seit einigen Spielen die Durchschlagskraft in der Offensive. Und die zu Saisonbeginn so starke Defensive bröckelte zuletzt immer mehr – bevor sie gegen Stuttgart in der zweiten Hälfte völlig auseinanderbrach.

Schon das 1:1 zur Pause gegen den VfB war glücklich für die Borussen. Wobei der Ausgleich durch Giovanni Reyna nach tollem Zuspiel von Raphael Guerreiro sehenswert war. Ein Treffer, der zeigt, wie viel Potenzial die Dortmunder haben. Aber es blieb der einzige Lichtblick im Heimspiel gegen die Schwaben. Die zweite Halbzeit der Borussen war desolat. Viele Fehlpässe, große Lücken in der Abwehr. Keiner erreichte Normalform. Auch Leistungsträger wie Mats Hummels und Emre Can, der den Elfmeter zum 0:1 mit seinem Foul verursacht hatte, erwischten einen rabenschwarzen Tag.

Nach dem Debakel und dem Absturz auf den fünften Tabellenplatz sahen die BVB-Verantwortlichen jetzt sogar die Qualifikation für die Champions League gefährdet – und handelten daher.

Die Situation beim VfB

Ganz anders natürlich die Gefühlswelt bei den Schwaben und ihrem Trainer Pellegrino Matarazzo. Der 43-Jährige hat nach dem noch rumpeligen Aufstieg mit dem VfB ein auf anderem Niveau hochtalentiertes Team stetig weiterentwickelt. Und begeistert die Liga mit aufregendem Fußball. Vielleicht sogar dem aufregendsten derzeit.

Dieser Spaß hat in der Offensive viele Namen – der zweitbesten der Bundesliga hinter den Bayern. Da ist der mit sieben Treffern beste Torschütze der Stuttgarter, Silas Wamangituka, gegen Dortmund für die ersten beiden Tore verantwortlich. Da ist Nicolás González, der nach Verletzung gegen den BVB eingewechselt wurde und den fünften Treffer beisteuerte. Da ist Sasa Kalajdzic, der in Dortmund nicht einmal zum Einsatz kam. Keiner dieser Spieler ist älter als 23 Jahre.

Und dann ist da noch Tanguy Coulibaly, ein 19 Jahre alter Franzose, die Entdeckung der Saison. Der erzielte am Samstag das 4:1 und reagierte irgendwie passend. Er drehte zum Jubeln ab, wollte sich erst das Trikot über den Kopf ziehen. Und als er es schon angehoben hatte, da ließ er es dann doch bleiben. Einfach clever, diese Stuttgarter. Da ging das erste Bundesligator von Philipp Förster zum 3:1 beinahe unter. (Maximilian Bülau und Manuel Kopp)

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