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Die Sehnsucht ist gestillt: Ein Blick auf Mailands Meistermannschaft

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Von: Björn Mahr, Pascal Spindler

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Ausgelassener Jubel: AC-Kapitän Alessio Romagnoli (mit Pokal) und seine Teamkollegen bejubeln den Titelgewinn in der Serie A. Über der feiernden Menge: Superstar Zlatan Ibrahimovic.
Ausgelassener Jubel: AC-Kapitän Alessio Romagnoli (mit Pokal) und seine Teamkollegen bejubeln den Titelgewinn in der Serie A. Über der feiernden Menge: Superstar Zlatan Ibrahimovic. © FILIPPO MONTEFORTEW/AFP

Seit dem vergangenen Wochenende heißt der italienische Fußball-Meister AC Mailand. Elf Jahre nach dem letzten Scudetto-Gewinn. Wir schauen genauer auf die Meistermannschaft.

Am Sonntagabend, kurz vor 22 Uhr, war in der Via Bafile in Italiens Urlaubsort Jesolo Lido noch etwas mehr los als sonst im Mai. Fans der AC Mailand steuerten ihre Autos über die längste Einkaufsstraße Europas. Dabei schwenkten sie aus ihren Fahrzeugen heraus die Fahnen ihres Lieblingsklubs. Auf den ersten Blick keine Überraschung, war Milan doch kurz zuvor zum ersten Mal seit elf Jahren wieder italienischer Meister geworden. Die entscheidenden Punkte hatte der Klub durch einen 3:0-Erfolg bei Sassuolo Calcio geholt.

Doch Jesolo liegt etwas mehr als 300 Kilometer von Mailand entfernt – vergleichbar mit der Entfernung von Kassel nach Hamburg. Dass nun auch fernab der italienischen Modemetropole die Milanista, also die Milan-Fans, ausgelassen feierten, zeigt, wie groß die Sehnsucht auch weit über die Stadtgrenzen hinaus nach dem Scudetto war – dem Titel in der Serie A. Ein Blick auf das Meisterteam:

Der Vater des Erfolgs

Aus Parma stammten der Schauspieler Lino Ventura und der weltbekannte Dirigent Arturo Toscanini. Aus der Stadt in der Region Emilia-Romagna kommt aber auch Stefano Pioli, seines Zeichens seit 2019 Cheftrainer der AC Mailand. Als Spieler feierte Pioli große Erfolge mit Juventus Turin Mitte der 80er-Jahre. Als Coach hat der mittlerweile 56-Jährige zwar schon einige Stationen quer über den Stiefel verteilt, große Erfolge hatte er aber noch nicht viel vorzuweisen. Nun kann er von sich behaupten, dass er die italienische Meisterschaft als Spieler und als Trainer gewonnen hat. In seiner Mannschaft genießt er hohes Ansehen. Pioli wurde zum Trainer der Saison gewählt.

Der Starfaktor

40 Jahre ist Zlatan Ibrahimovic mittlerweile alt – und einer der wenigen Spieler, der in einem starken Mailänder Kollektiv so etwas wie Glamour versprüht. Bereits beim letzten Scudetto-Gewinn 2011 trug der egozentrische Starstürmer das Milan-Dress, ist nun wieder ein Schlüsselfaktor des rot-schwarzen Erfolgs. Zwar ist der schwedische Routinier aufgrund zahlreicher Verletzungen längst kein Stammspieler mehr, hat sich dafür jedoch als verlängerter Arm seines Trainers Pioli etabliert. „Ibrakadabra“, so der Spitzname des abschlussstarken Stürmers, gilt als Anführer einer jungen Truppe, sein Wort findet im Team überall Gehör. Und das führt zum Erfolg.

Der Kapitän

Der Anteil von Milan-Kapitän Alessio Romagnoli am Titelgewinn war geringer als erhofft. Zahlreiche Verletzungen bremsten den Abwehrspieler immer wieder aus. Im letzten Saisonspiel bei Sassuolo bekam Romagnoli noch mal ein paar Minuten, wurde in der Schlussphase eingewechselt. Es war sein erster Liga-Einsatz seit Ende Februar. Eine schöne Geste von Trainer Pioli, schließlich ist noch nicht klar, ob das Spiel bei Saussolo Romagnolis letztes im Milan-Trikot gewesen ist. Sein Vertrag läuft aus.

Die Torgaranten

Die beiden besten Schützen der Rossonieri sind der französische Weltmeister Olivier Giroud und der Portugiese Rafael Leao. Beide waren elfmal erfolgreich. Giroud brachte sein Team zuletzt gegen Sassuolo mit einem Doppelpack auf Kurs. In die Herzen der Milan-Fans gespielt hat er sich auch durch seine beiden Tore im Mailänder Derby Anfang Februar, als AC 2:1 beim Verfolger und Erzrivalen Inter gewann. Das 22 Jahre alte Riesentalent Leao sicherte unter anderem den wichtigen 1:0-Erfolg am 1. Mai gegen Florenz. Sein Marktwert wird aktuell auf 50 Millionen Euro geschätzt.

Die großartigen Serien

Stark begonnen, stark aufgehört – ein Grund für den Titelgewinn sind die beiden beeindruckenden Serien, die die Mailänder hingelegt haben. Ihre erste Niederlage in der gerade erst zu Ende gegangenen Saison kassierten sie erst nach zehn Siegen und zwei Unentschieden. Am 20. November verloren sie 3:4 in Florenz. Und in den letzten 16 Spielen der Saison gab es elf Siege und fünf Unentschieden – wahrhaft meisterlich. (Von Björn Mahr und Pascal Spindler)

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