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Ex-Eintracht-Spieler kämpft auf St. Pauli um seine Chance

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Johannes Flum kickte von 2013 bis 2017 für die Frankfurter Eintracht. 

Johannes Flum muss auf St. Pauli kämpfen. Denn er ist im Augenblick nicht die ersten Wahl beim Zweitligisten. Auf das Wiedersehen mit der Eintracht freut er sich schon. 

Frankfurt/Hamburg - Das Spiel, das später historisch genannt werden sollte, hatte Johannes Flum von der Tribüne aus verfolgt, dort, wo auch auf St. Pauli die Spieler sitzen, die es nicht in den Kader geschafft haben. Johannes Flum musste also den 2:0-Coup der Kiezkicker gegen den Hamburger SV, der erste Sieg am Millerntor gegen den einst übermächtigen Stadtrivalen seit 59 Jahren, tatenlos mitansehen, vom Daumen drücken einmal abgesehen. Gefreut hat es ihn trotzdem. 

Johannes Flum, seit Januar 2017 auf St. Pauli, ist im Augenblick nicht erste Wahl beim Zweitligisten, der neue Trainer Jos Luhukay steht nicht besonders auf den defensiven Mittelfeldspieler. Er bevorzugt schnelle Spieler mit Tempo, Flum ist eher einer, der ein Spiel lesen kann, der richtig steht, solide agiert. Dazu hat er sich im Frühsommer unters Messer legen müssen - ein „Andenken“ an seine Frankfurter Zeit musste entfernt werden. Damals bei der Eintracht - Flum spielte von 2013 bis 2017 bei den Hessen -hatte er sich Anfang Dezember 2015 im Training bei einem Zusammenprall mit Slobodan Medojevic die Kniescheibe gebrochen. Jetzt hat sich der aus Waldshut stammende Mittelfeldspieler eine handtellergroße Metallplatte entfernen lassen, seitdem kann er sein Knie wieder besser beugen. 

Operation wirft Ex-Eintracht-Spieler Johannes Flum zurück – noch kein Spiel für St. Pauli in dieser Saison

Aber dieser Eingriff hat Flum, der sich mit Frau und Töchterchen ausgesprochen wohl im Norden fühlt, ein bisschen zurückgeworfen, in dieser Saison hat er noch kein Zweitligaspiel bestritten, lediglich einmal mit der zweiten Mannschaft in der Regionalliga, und „das Spiel haben wir gegen Hannover II auch noch verloren“. Aber die Flinte wirft einer wie Flum natürlich nicht ins Korn, sein Vertrag auf St. Pauli läuft noch ein Jahr und eigentlich würde er, der im Dezember 32 Jahre alt wird, gerne verlängern. Stimmung und Atmosphäre am Millerntor haben es ihm angetan. In der vergangenen Saison war er sogar Kapitän. 

Es war die Saison, in der die Kiezkicker im Winter noch am Aufstieg schnupperten und Alex Meier nach Hause lockten. Das hat den „Flumi“ wirklich gefreut, wieder mit seinem ehemaligen Mannschaftskollegen zusammenzuspielen. Anfangs ließ es sich auch gut an, Meier traf verlässlich, erzielte in seinen ersten sechs Einsätzen fünf Tore, darunter zwei zum 3:2-Sieg gegen den späteren Bundesligaaufsteiger Union Berlin, ehe gegen Ende der Runde die Luft raus war. 

Als das Europa-Feuer in Frankfurt entfacht wurde

An seine Frankfurter Zeit denkt Johannes Flum immer noch mit Freude zurück. „Das war eine tolle, schöne Zeit. Dieser Verein ist etwas Besonderes, und ich bin stolz, ein Teil davon gewesen zu sein.“ Und was Eintracht Frankfurt in der vergangenen Saison gerade in der Europa League geleistet habe, sei „ein Wahnsinn“, da „kann man nur den Hut ziehen“. 

Gerade Flum gehörte ja zu der Mannschaft, die unter Trainer Armin Veh überhaupt erst das europäische Feuer in Frankfurt entfacht hat, mit den Spielen in der Saison 2013/14 gegen Karabach Agdam, Apoel Nikosia, Maccabi Tel Aviv, Girondins Bordeaux, wohin erstmals 13 000 Fans mitreisten, und natürlich das unglückliche Ausscheiden gegen den FC Porto. Flum war in allen zehn internationalen Spielen dabei. 

Johannes Flum freut sich auf das Wiedersehen mit Eintracht Frankfurt

Den Kontakt zur Eintracht hat er nie abreißen lassen, über die Hessen weiß er bestens Bescheid, mit Sebastian Rode telefoniert er regelmäßig. „Er kann eine richtige Frankfurter Identifikationsfigur werden, wenn er es nicht schon ist“, findet Flum, der sich schon auf ein Wiedersehen mit seinem alten Klub freut: Am 30. Oktober treffen beide Teams in der zweiten Runde im DFB-Pokal in Hamburg aufeinander. „Wir sind zwar nur krasser Außenseiter, aber die Eintracht sollte nicht den Fehler machen, uns zu unterschätzen. Wenn das Flutlicht angeht am Millerntor, ist die Stimmung im Stadion auch nicht ohne.“ Das hat am Montag ja der HSV am eigenen Leib erfahren müssen.

Eines weiß Johannes Flum aus 64 Spielen für die Hessen aber auch: Die Eintracht tut sich gegen starke Gegner leichter. Deswegen traut er seinem Ex-Klub morgen gegen den BVB auch ein Remis zu.

Sein Tipp: 2:2

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