Die Gallier ziehen durch Europa

Hessen gewinnen in Mailand: Eintracht Frankfurt steht im Europa-League-Viertelfinale

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Frankfurter Feierlaune: (von links) Die Eintracht-Spieler Danny da Costa, Sébastien Haller, Torschütze Luka Jovic und Filip Kostic jubeln über den Führungstreffer gegen Inter Mailand. 

Eintracht Frankfurt steht im Viertelfinale der Europa League. Nach dem torlosen Remis im Hinspiel konnte Frankfurt das Rückspiel bei Inter Mailand mit 1:0 gewinnen.

Man muss sich erst noch daran gewöhnen. Aber Mitte März ist Eintracht Frankfurt der einzige Fußball-Bundesligist, der die deutsche Fahne im Europapokal hochhält. Auch Inter Mailand konnte die Hessen in der Europa League nicht aufhalten, die Eintracht zieht wie die Gallier durch Europa. Unser Schnellcheck:

Was hat Frankfurt mit Asterix und Obelix zu tun?

Wie die beiden Comic-Gallier wurde die Eintracht im internationalen Wettbewerb von vielen unterschätzt. Aber wie die beiden Comic-Gallier hat es noch keine Mannschaft geschafft, die Frankfurter in der Europa League zu besiegen. Die Hessen sind aus deutscher Sicht so etwas wie das gallische Dorf. Das letzte uneinnehmbare Überbleibsel von einigen Teams, die versucht haben, Europa zu erobern. Doch die Gallier aus Frankfurt ziehen ganz allein weiter. Auch wenn Gallien und Frankfurt geografisch jetzt nicht ganz einwandfrei zusammenpassen. Ist uns schon klar.

Sind Asterix und Obelix wirklich allein unterwegs?

Nicht ganz. Genaue Zahlen gibt es nicht. Aber zwischen 13 500 und 15 000 Anhänger sollen am Donnerstagabend im Giuseppe-Meazza-Stadion in Mailand dabei gewesen sein. Noch einige mehr in der Stadt. Und die Fans sorgten einmal mehr für eine Gänsehaut-Atmosphäre. Im Fernsehen waren die Gesänge der Deutschen deutlich zu hören.

Wer hat vom Zaubertrank genascht?

Die ganze Mannschaft. Wie die Eintracht von Beginn an presste, Inter unter Druck setzte – da hatte jeder wohl einen ordentlichen Schluck von Frankfurts Druiden Adi Hütter bekommen, der das Spiel gesperrt nur von der Tribüne verfolgen durfte.

Am meisten hatte aber wohl Luka Jovic getrunken. Wie der Serbe in der fünften Minute die zu kurze Kopfball-Rückgabe von Inters Innenverteidiger Stefan de Vrij ausnutzte, den Niederländer abschüttelte und per Lupfer über Mailands Torhüter Samir Handanovic zur Führung abschloss – das war schon große Klasse. Zwei Minuten vorher war sein Sturmpartner Sébastien Haller an der Latte gescheitert. Später traf der Franzose nach einem Konter (27.). Aber Abseits. So blieb es beim 1:0 zur Pause. Diese Führung war bis dahin absolut verdient. Frankfurt dominierte.

Blieb es eine Sternstunde der Eintracht?

Der Name Asterix kommt vom griechischen Wort „Asterisk“ was so viel wie „Sternchen“ bedeutet. Und die Sternchen standen gut für Frankfurt mit dem 1:0 im Rücken. Inter investierte in der zweiten Hälfte mehr, war dadurch hinten anfällig für Konter. Davon gab es einige. Aber die Eintracht nutzte keinen und hielt Mailand so im Spiel. Der Vorsprung reichte aber bis zum Schlusspfiff. Die Gallier ziehen weiter.

Dürfen wir noch einen Tipp abgeben?

Machen wir einfach. An die Macher der Asterix-und-Obelix-Comics: Asterix erobert Rom? Ihr habt euch getäuscht. Gerade wurde Mailand eingenommen, und das Finale der Europa League findet in Baku statt.

Wie war die Übertragung im TV?

Dass die Eintracht zieht, zeigt auch die Entscheidung, die Übertragung vom Spartensender Nitro auf RTL zu verlegen. Die Kommentatoren wurden aber nicht ausgetauscht, Marco Hagemann und Steffen Freund saßen an den Mikrofonen. Hagemann sagte, als einige Eintracht-Anhänger Pyro abfackelten: „Lasst den Blödsinn. Dafür ist Europa viel zu schön.“ Genau. Bleibt dabei.

Achtelfinale in der Europa League

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