Eintracht Frankfurt

Adi Hütter sendet klares Signal an Eintracht-Quartett

+
Da war es dann erst einmal vorbei: Djibril Sow verletzt sich am rechten Oberschenkel.

Eintracht-Trainer Adi Hütter zeigt im Training, auf wen er nicht setzt.

Nach Gelson Fernandes hat es nun auch Neuzugang Djibril Sow erwischt. Bei den taktischen Übungen auf dem Großfeld am Nachmittag fasste sich der Schweizer Eintracht-Neuzugang plötzlich an den hinteren Oberschenkel des rechten Beins und sank zu Boden. Rasch war klar, dass sich der 22-Jährige in den vorzeitigen Feierabend verabschieden würde – mit einem dicken Eisbeutel um den Oberschenkel gewickelt hinkte er vom Sportplatz Lachen in Thun. Trainer Adi Hütter wagte keine schnelle Ferndiagnose: „Das müssen wir abwarten, aber es ist ärgerlich, ganz klar.“ Die zweite Muskelverletzung binnen 24 Stunden drückt so ein bisschen aufs Gemüt.

Ansonsten ist der Frankfurter Fußballlehrer aber sehr zufrieden mit dem, was er in den wenigen Tagen seit Trainingsstart von seiner Mannschaft gesehen hat. Die Intensität in den Einheiten ist hoch, so hoch gar, dass der 49-Jährige überlegt, heute das zweite Training am Nachmittag ausfallen zu lassen. „Eine gewisse Müdigkeit ist da“, befindet der Coach. „Das ist ganz normal.“

Zudem will Hütter am Mittwoch (20 Uhr) beim ersten Spiel des als Uhrencup betitelten Turniers in Biel gegen seinen alten Klub Young Boys Bern eine konkurrenzfähige Mannschaft aufs Feld schicken. „Wir wollen da guten Fußball spielen“, betont der Trainer. „Für die Spieler geht es darum, sich zu zeigen, damit ich einiges sehe und Schlüsse daraus ziehen kann.“ Denn schon in zwei Wochen steht das erste Pflichtspiel in der Qualifikation zur Europa League an. „Wir haben nicht so lange Zeit, um parat zu sein.“

Eintracht Frankfurt: Adi Hütter ist zufrieden mit den neuen Spielern

Zufrieden ist er mit dem Eindruck der neuen Spieler. „Sie machen es sehr ordentlich.“ Für sie gehe es in erster Linie darum, „unsere Spielidee zu verstehen“, doch Hütter hat kaum Zweifel, dass die Zugänge das „schnell implementieren“. Bei den vielen Pressingübungen klappe zwar noch nicht alles reibungslos. „Wenn es aber nach wenigen Einheiten schon super funktionieren würde, wäre ich selbst überrascht“, sagt er.

Lesen Sie auch:  Sebastien Haller äußert sich zu Gerüchten

Generell habe sein Team aber das Jagen des Gegners absolut verinnerlicht. Hütter würde auch gerne ein wenig intensiver am Ballbesitzspiel arbeiten, doch seine Akteure machen ihm da nicht selten einen Strich durch die Rechnung, „weil die Jungs, die den Ball nicht haben, keine Lust darauf haben, hinterher zu laufen.“ Mit anderen Worten: Sie schalten instinktiv um, um die Kugel mit aller Macht sofort zurückzuerobern. „Das sieht dann manchmal ein bisschen wild aus“, führt der Coach aus, aber im Ernstfall sei das ein Vorteil für sein Team. „Für den Gegner ist es oft schwierig, weil wir sehr unangenehm zu bespielen sind.“ Das Gegenpressing, die Hatz auf den Kontrahenten, Ballgewinne tief in des Gegners Hälfte, die Umschaltmomente – das haben seine Mannen verinnerlicht. „Darauf sind sie fokussiert.“

Und einer, der fast schon raus war aus Hütters Überlegungen, hat sich zurückgekämpft, der zuletzt zum belgischen Klub St. Truiden verliehene Japaner Daichi Kamada macht bisher einen hervorragenden Eindruck. „Das ist ein ganz anderes Bild als letztes Jahr, er präsentiert sich anders, von der Ausstrahlung und vom Selbstvertrauen“, bestätigt Hütter. „Ich möchte ihn auf alle Fälle noch weiter beobachten.“

Auch interessant: Eintracht Frankfurt hat bereits ein stabiles Fundament

Eintracht Frankfurt: Klares Signal für Cavar, Müller, Stendera und Willems

Für einige andere gilt das eher weniger. Als am Nachmittag das Abschlussspiel in voller Mannschaftsstärke anstand, mussten vier Profis Runden drehen: Marijan Cavar, Nicolai Müller, Marc Stendera und sogar Jetro Willems. Mehr als ein Fingerzeig, ein klares Signal. Hütter macht dem Quartett wenig Hoffnung auf eine große Zukunft im Dress mit dem Adler auf der Brust. „Wenn wir im Training zehn gegen zehn spielen, lasse ich eher die Spieler laufen, mit denen man nicht mehr so plant“, begründet der Fußballlehrer. „Die Spieler, die den Verein verlassen sollen, haben über ihre Berater einen ganz klaren Fahrplan mitbekommen. Wir legen ihnen nichts in den Weg.“

Selbst bei Jetro Willems kommt das nicht überraschend, der Niederländer ist unzufrieden, hat öffentlich erklärt, den Verein verlassen zu wollen. Bei ihm geht es um die Ablöse, denn der Linksverteidiger hat durchaus einen Marktwert, die Eintracht geht davon aus, fast acht Millionen für ihn erlösen zu können.

Lesen Sie auch:

Evan Ndicka nimmt bei Eintracht Frankfurt einen neuen Anlauf

Teuflisch teuer - Eintracht Frankfurt zu Besuch in der Schweiz

Sebastien Haller findet seinen Instagram-Gag echt gelungen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.