Eintracht-Klatsche in Dortmund

Eintracht Frankfurt holt sich Klatsche im Tempel

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Rumms: Raphael Guerreiro trifft zum 4:0 für Dortmund, fünf Eintracht-Profis schauen zu, Torhüter Kevin Trapp hat keine Chance.

Chancenlose Frankfurter Eintracht sieht beim 0:4 bei Borussia Dortmund kein Land. Trainer Adi Hütter: „Das war ein Klassenunterschied“.

Im Dortmunder Fußballtempel, hatte der Frankfurter Trainer Adi Hütter vorher schon gewusst, hängen die Trauben noch höher als anderswo. Genau so war es, für die Eintracht hingen sie deutlich zu hoch, entsprechend klar und deutlich endete diese einseitige Partie. Die Hessen unterlagen Borussia Dortmund am Freitagabend mit 0:4 (0:1). Es war die erste Niederlage für die Frankfurter in diesem Jahr nach vier Siegen und einem Remis und die neunte in Folge beim BVB. Die Gäste hatten in diesem ungleichen Match nicht den Hauch einer Chance, auch in der Höhe geht der Dortmunder Sieg vollkommen in Ordnung. „Das war ein Klassenunterschied. Die Leistung war nicht gut“, urteilte Trainer Adi Hütter. „Wir haben verdient verloren. Das zweite Tor war der Knackpunkt für uns.“

Eintracht Frankfurt: Ohne eine einzige Chance

Die Frankfurter erspielten sich keine einzige Tormöglichkeit, sie waren weitgehend überfordert, der BVB war eine Nummer zu groß an diesem Abend. Sebastian Rode sagte in einer ersten Analyse: „In der zweiten Halbzeit schlagen wir uns selbst. Wir haben im Spielaufbau zu viele Ballverluste. Das ist gegen Dortmund tödlich. So haben wir zu einfache Gegentore bekommen. Wir waren nach vorne zu harmlos. Wir hatten gar keinen Torschuss. Die Räume waren da, aber wir haben nicht gut genug gespielt.“ Timothy Chandler fasste treffend zusammen: „Dann gehst du hier natürlich unter.“

Trainer Hütter hatte sein Team für die Mammutaufgabe in Dortmund lediglich auf einer Position gegenüber dem Augsburg-Spiel verändert: Für Dominik Kohr spielte im defensiven Mittelfeld Sebastian Rode, der damit erstmals seit seinem Wechsel von Dortmund nach Frankfurt wieder im Westfalenstadion Station machte. „Das wird ein harter Fight“, hatte die 29 Jahre alte Fleißbiene vorher geunkt. Er sollte Recht behalten, was aber keine so ganz große Überraschung war. Selbst wenn der Tabellendritte der Liga zuletzt ja ein wenig zu schwächeln schien. Druck jedenfalls war unter dem schwarz-gelben Kessel.

Eintracht Frankfurt anfangs gut organisiert

Und das merkte man dem Spiel der Gastgeber zunächst auch an. So zwingend, so aufregend, so bedingungslos nach vorne agierte der BVB an diesem Freitagabend nicht, ein wenig war die Verunsicherung zu spüren. Natürlich hatten die Dortmunder klare Feldvorteile, nach einer Viertelstunde standen 75 Prozent Ballbesitz beim BVB auf dem Zettel, die Frankfurter schafften es, in den ersten 15 Minuten jeden zweiten Pass in die Füße des Gegners zu passen. Aber wirklich gefährlich wurde es zunächst nicht. Klar, ein Freistoß von Raphael Guerreiro sprang vom Außenpfosten ins Feld zurück, mehr an Torgefahr entwickelten die Borussen zunächst aber nicht.

Das lag auch an Eintracht Frankfurt. Die Hessen versuchten sich, so teuer wie möglich zu verkaufen. Das sah nicht besonders attraktiv aus. Im Grunde verbarrikadierten sich die Frankfurter rund um den eigenen Strafraum und droschen die Bälle zumindest in der Anfangsphase nach vorne. Natürlich waren sie gewarnt vor den Hochgeschwindigkeitsfußballern des BVB, „wenn wir Dortmund Räume geben, wäre es fatal“, hatte Hütter am Tag vor der Partie noch gesagt.

Diesen Vorsatz beherzigten die Frankfurter weitgehend. Darunter litt zwangsläufig das Spiel nach vorne, das im Kern gar nicht stattfand. Einmal, 27 Minuten waren da bereits absolviert, schoss Timothy Chandler aufs Dortmunder Tor, weit über die Latte flog die Kugel. Es war der erste Frankfurter Torschuss in dieser Partie. Viel mehr sollte in der Folgezeit auch nicht mehr kommen. Das ist dann natürlich zu wenig, wenn man etwas Zählbares mitnehmen will.

Eintracht Frankfurt: Piszczek leitet die Niederlage ein

Für den Spielaufbau fühlte sich niemand so richtig zuständig. Mijat Gacinovic gelang nicht viel, er verzettelte sich wieder, Stefan Ilsanker hatte ohnehin seine liebe Mühe mit dem Zuspiel an sich, Rode stopfte Löcher, und Filip Kostic sah sich in einer liebevollen Doppeldeckung von Achraf Hakimi und Lukasz Piszczek gegenüber und war weitgehend aus dem Spiel genommen. Kein Wunder, dass nach vorne wenig zusammenlief. Immerhin schafften es die Frankfurter, mehr als eine halbe Stunde ihren Kasten sauber zu halten, mehr aber auch nicht. Dann leitete ein Flachschuss von Piszczek von der Strafraumgrenze ins entfernte Eck die erwartete Niederlage ein, Kevin Trapp war gegen den Schuss des Außenverteidigers machtlos (33.).

Die zweite Halbzeit wurde mit Verzögerung angepfiffen, weil im Frankfurter Block Pyros abgebrannt wurde und das Westfalenstadion minutenlang eingenebelt war. Das wird dann den Klub wieder eine schöne Stange Geld kosten. Die Eintracht wollte den zweiten Abschnitt mutiger gestalten, Hütter brachte für den schwachen Gacinovic einen zweiten Stürmer: Bas Dost. Kaum drei Minuten im Spiel hätte der Schlaks von Almamy Touré nur besser ins Szene gesetzt werden müssen, doch sein Zuspiel geriet ihm zu schlampig. Es hätte eine gute Gelegenheit zum Ausgleich werden können. Danach genügten dem BVB zwei Aktionen, um das einseitige Spiel zu entscheiden. Erst erzielte Jadon Sancho (50.) das 2:0, in dem er nach einem Diagonalpass David Abraham ziemlich alt aussehen ließ, vier Minuten später traf Erling Haaland (54.), der eine feine Vorarbeit von Hakimi veredelte und den Ball zu seinem obligatorischen Treffer nur noch ins leere Tor zu schieben brauchte.

Die Partie war gelaufen, die sehr seriös und konzentriert spielende Borussen nahmen nun einen Gang heraus, ohne allerdings in irgendeiner Form ernsthaft in die Bredouille zu kommen. Im Gegenteil: Der starke Guerreiro ließ in der 74. Minute mit einem satten Flachschuss sogar noch das 4:0 folgen. Immerhin blieb es dabei. Gegen den FC Salzburg am Donnerstag in der Europa League werden die Frankfurter ein anderes Gesicht zeigen müssen, um Erfolg zu haben.

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