Eintracht Frankfurt

Durm, Kohr & Co.: Eintracht-Neuzugänge im ersten Check

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Was ist mit Joveljic, Sow und Kohr? Erfüllen sie die Erwartungen? Die bisherigen Eintracht-Zugänge im Check.

Was ist mit Joveljic, Sow und Kohr? Erfüllen sie die Erwartungen? Die bisherigen Eintracht-Zugänge im FR-Check. 

Frankfurt - Am Montag haben es sogar die Boatengs in die überbrodelnde Gerüchteküche rund um Eintracht Frankfurt geschafft. Die Boatengs? Ernsthaft? Ja, so stand es zumindest im Internet. Die Halbbrüder aus Berlin, der Magazin-Herausgeber Jerome vom FC Bayern und der zuletzt in Barcelona kickende Neu-Rapper Kevin-Prince, könnten demnach bald ihre Vereinigung am Main feiern. Irre. Und Humbug. Denn Jerome wird ganz gewiss nicht nach Frankfurt wechseln. Bei Prince Boateng, so berichteten die „Bild“ und der „Kicker“ am Abend, habe die Eintracht dagegen Verhandlungen aufgenommen, um ihren ehemaligen Spieler wieder ins Hessenland zu lotsen. Das wäre ja ein Ding. Aber gut, abwarten.

Klar ist, dass die Eintracht auf dem Transfermarkt bald zuschlagen wird, ewig können sich die Klubbosse der Hessen nicht zurückhalten, spätestens zu einer möglichen zweiten oder dritten Quali-Runde für die Europa League sollten einige der drängendsten Fragen geklärt sein, jene nach der Besetzung der Torwart-, der Innenverteidiger- und der Stürmerposition zum Beispiel. Bis es dazu kommt, bewertet die FR aber erst mal die bisherigen Eindrücke von den Neuzugängen, die schon da sind.

Kohr - der „Krieger mit Herz“ 

Dominik Kohr (25 Jahre/10 Millionen Euro Ablöse): Vom ehemaligen Frankfurter Torhüter Lukas Hradecky wurde der Mittelfeldspieler kürzlich als „Krieger mit Herz“ bezeichnet, als „Hardkohr“ taufte in schlagzeilenträchtig sein einstiger Augsburger Mitspieler Daniel Baier, selbst gab er in der „FAZ“ zu Protokoll: „Ich will wie ein Löwe Beute machen“. Kohr genießt offenbar seinen Ruf als erbarmungsloser Zweikämpfer, von einem Mann, der lieber mal die Sense quer zur Grasnarbe auspackt, statt die direkten Duelle aufrecht abzuwickeln.

Die Eintracht erhofft sich von Kohr aber doch ein wenig mehr, vor allem mehr spielerische Akzente. Er ist nicht  nur als spielzerstörender Sechser, sondern vor allem als spielaufbauender Achter eingeplant. Denn er habe, so Trainer Adi Hütter, „Zug zum Tor“. 

Allerdings: In den bisherigen Testspielen und den öffentlich einsehbaren Trainingseinheiten – die Eintracht macht übrigens vor dem Qualifikationsspiel in Estland eine ganze Woche lang die Schotten dicht –, war davon noch nicht allzu viel zu sehen. Die zweite Frankfurter Wahl fürs zentrale Mittelfeld – die Verpflichtung des Berliners Marko Grujic hatte nicht geklappt – fiel weder ab, noch auf. Kohr ist bisher ein Mitläufer, der als gestandener Bundesligaprofi aber vermutlich noch Steigerungspotenzial verkörpert. So hofft es zumindest die Eintracht.

Sow - der „gute Junge mit gutem Charakter“

Djibril Sow (22/10): Der Schweizer Mittelfeldmann ist bisher der Königstransfer der Eintracht. „Ich bin überzeugt, dass die Fans viel Spaß mit ihm haben werden. Er ist ein guter Junge mit einem guten Charakter“, gerät Landsmann Gelson Fernandes geradezu ins Schwärmen. Und der sollte es wissen, schließlich bezeichnet er sich selbst als „großen Bruder“ von Sow. Adi Hütter wollte den 22-Jährigen, der einst ja schon des Trainers Schützling in Bern war, unbedingt. Er bekam ihn. Nun will er den veranlagten und körperlich präsenten Profi zu einem Fußballer auf gehobenem Bundesliganiveau formen. 

Das braucht vermutlich noch Zeit, denn anfangs schlichen sich doch noch zu viele Fehlerchen ins Spiel des Hoffnungsträgers ein. Das ist sicher nichts, was nicht zu beheben wäre, aber doch etwas, wofür man dringend Spielpraxis benötigt. Insofern ist es doppelt blöde, dass Sow zurzeit nur im Kraftraum der Frankfurter Arena trainieren kann. Eine gerissene Sehne im rechten Oberschenkel verhindert mehr Arbeitseifer.

Joveljic - der Mann mit dem Drang zum Tor 

Dejan Joveljic (19/5): Der jüngste Neuzugänge ist, ganz logisch, auch der unerfahrenste. Und dennoch scheint seine Integration ins neue Team am weitesten fortgeschritten. Joveljic ist regelmäßig vornedran, wenn der treffsichersten Angreifer bei Trainingsspielchen gesucht wird. Der Mann aus Serbien weiß definitiv, wo der Kasten steht und wie er den Ball darin unterzubringen hat. 

Das heißt natürlich nicht, dass er für Trainer Hütter sofort erste Wahl sein wird, da haben die erfahreneren Profis Ante Rebic und Goncalo Paciencia die Nase (noch) vorn, eine schlechte zweite scheint er aber keineswegs. Bei dieser Verpflichtung hat es sich für die Eintracht mal wieder ausgezahlt, dass sie seit einigen Jahren auf eine Multi-Kulti-Truppe setzt. Joveljic, der neue Brate der alten Balkan-Brüder Kostic, Rebic und Gacinovic, versteht sich blendet mit den Kollegen. 

Drum - ein solider Backup

Erik Durm (27/0): Der Weltmeister, der gefühlt keiner ist, rein faktisch 2014 aber doch zum WM-Kader von Bundestrainer Joachim Löw gehörte, fühlt sich pudelwohl in Frankfurt. Nicht nur, weil er gerade Vater einer Tochter geworden ist, sondern auch deshalb, weil „der Fußball hier einfach Spaß macht“. 

Mehr als ein Ersatzmann für die erprobte Flügelzange des Vorjahres, Danny da Costa und Filip Kostic, wird er aber eher nicht sein. Denn die bisherigen Eindrücke machen deutlich: Durm ist zwar schnell, auch einigermaßen passsicher, allein mangelt es ihm im Vergleich zu seinen beiden Konkurrenten aber sichtbar an Durchsetzungsfähigkeit. Stellt ein Gegenspieler seinen Körper gekonnt in den Weg, kommt Durm eher nicht vorbei. Wertvoll könnte er bei einer langen Saison, mit möglicherweise vielen Europapokalspielen, aber sehr wohl werden. Als solider Backup.

Zalazar - etwas forsch bei Twitter 

Rodrigo Zalazar (19/0): Gekommen, um zu gehen. Der Uruguayer, der seinen Wechsel aus Malaga zur Eintracht selbst auf Twitter verkündete und damit die Frankfurter Bosse verärgerte, trägt kommende Saison nicht das Trikot der Hessen. Er soll beim polnischen Erstligisten Korona Kielce Spielpraxis sammeln. Dort kam er bei den bisherigen Testkicks zu Kurzeinsätzen.

Wiedersehen mit Szabolcs Huszti?

Nach Ungarn oder Liechtenstein darf die Frankfurter Eintracht reisen, sollte sie das Europa-League-Qualifikationsduell gegen Flora Tallinn für sich entscheiden. Die gestrige Auslosung im Uefa-Hauptsitz in Nyon ergab für die nächste Runde Fehervar FC oder den FC Vaduz als mögliche Gegner. Die beiden Klubs stehen sich ebenfalls an den kommenden beiden Donnerstagen gegenüber. Die Spiele der nächsten Runde finden am 8. und 15. August statt, die Eintracht tritt vorbehaltlich einer endgültigen Bestätigung der Uefa zuerst auswärts an. Fehervar wäre das unangenehmere Los. Der dreimalige ungarische Champion hatte sich in der Vorsaison nur Rekordmeister Ferencvaros Budapest geschlagen geben müssen. Unter anderem steht der Ex-Eintracht-Profi Szabolcs Huszti bei den Ungarn unter Vertrag.

Der FC Flora Tallinn bleibt derweil in der estnischen Liga souveräner Spitzenreiter. Am Sonntagabend gewann das Team gegen den Letzten Maardu Linnameeskond mit 3:0. Tallinn führt die Tabelle mit fünf Zählern vor dem Stadtrivalen FC Levadia an.

Für die SGE wird es langsam ernst  

Die Eintracht muss möglichst bald einen einsatzfertigen Kader zusammengestellt haben, schließlich steht noch in dieser Woche das erste Spiel in der Qualifikationsrunde zur Europa League an. Die Eintracht trifft dabei auf den FC Flora Tallinn aus Estland. Wir stellen den Gegner vor und erklären, wo Sie das Spiel im TV und im Live-Stream sehen können.

Die SGE braucht dringend Verstärkung im Sturm. Auf der Wunschliste ganz oben soll ein Stürmer von Borussia Dortmund stehen. 

Was ist, wenn Trapp tatsächlich nicht zurück nach Frankfurt kommt? Angeblich war Vlachodimos bei der SGE im Gespräch. Die Gerüchte sind zwar im Umlauf, doch die SGE soll sich gegen eine Verpflichtung entschieden haben.

Unterdessen hat Martin Hinteregger mit einer bemerkenswerten Aussage zum FC Augsburg überrascht. Will er doch nicht zur Eintracht wechseln, sondern in Augsburg bleiben? 

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