SGE-Transfers

Eintracht Frankfurt und die Suche nach Verstärkungen

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Viele offene Baustellen: Eintracht-Trainer Adi Hütter kann noch nicht mit einem vollständigen Kader arbeiten.

Nach den Verkäufen von Jovic und Haller hat die Eintracht Frankfurt Geld - und Personalsorgen. Also: Wer soll kommen? Wer darf gehen?  

Wie man seine Euronen schnell loswerden kann, zeigen gerade ein paar schauspielernde Spanier. Kurzerhand schmeißen sie einen großen Teil ihrer frisch errungenen Milliarden aus am Himmel schwebenden Zeppelinen raus – wahrhaftig ein Geldregen, der da in einer Szene von „Haus des Geldes“ auf die Menschen hinabprasselt. 

Ganz so viele Kohle wie die Gauner der beliebten Netflix-Serie haben die Bosse von Eintracht Frankfurt natürlich nicht gebunkert, auch werden sie diese gewiss nicht als Wohltäter in bester Robin-Hood-Manier unters Volk bringen, die Einnahmen aus den Millionenverkäufen von Luka Jovic und Sebastien Haller wollen aber sehr wohl sinnvoll investiert werden zur Stärkung der eigenen Bundesligatruppe.

Die Krux an solch Anhäufungen von werthaltigen Scheinen ist, das merkt die Eintracht gerade täglich, dass die Öffentlichkeit ganz gerne wüsste, für welch neue Fußballspieler das eingenommene Geld verwendet wird. So sprießen die Gerüchte in nahezu alle vorstellbaren Richtungen, gefühlt wurde jeder einigermaßen treffsichere Stürmer aus Europa vor allem in der weiten Welt des Internets schon mit den Hessen in Verbindung gebracht. Stets verbunden mit der Frage, ob ein Transfer denn wirklich klappen könnte. Nun ja, bisher hat er das nicht, inhaltlich belastbar sind die vielen, vielen gehandelten Angreifer aktuell ebenso wenig. 

SGE hofft weiter auf Trapp

Während die Suche nach neuen Offensivleuten also andauert, kommt zumindest bei den Verhandlungen um einige ehemalige Defensivakteure ein bisschen Bewegung rein. Zu Torhüter Kevin Trapp zum Beispiel äußerte sich am Wochenende der Brasilianer Leonardo: „Im Moment haben wir keinen Verkauf von Kevin Trapp vor“, sagte der Sportdirektor von Paris Saint-Germain. In diesem Moment also nicht, in einem künftigen schon. Wenn PSG, wie geplant, einen neuen Schlussmann verpflichtet, darf Trapp gehen. Die Eintracht ist intern weiter davon überzeugt, dass genau dieser Fall bald eintrifft. Bis dahin wird sie weiter schweigen, auf Ersatzmann Frederik Rönnow vertrauen und die vielen Gerüchte geflissentlich ignorieren.

Rode wohl auf dem Sprung 

Schneller als bei Trapp soll es nach FR-Informationen zu einer Bekanntmachung im Fall von Sebastian Rode kommen. Der defensive Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund arbeitete die vergangenen Wochen fleißig in seiner südhessischen Heimat am Comeback nach einem Knorpelschaden im Knie. Gemeinsam mit Ex-Profi Elton da Costa (unter anderem Darmstadt 98 und Kickers Offenbach) übte Rode gar schon mit dem Ball auf dem Platz. 

Am Montag, wenn die BVB-Entourage aus dem Trainingslager in den USA zurückgekehrt ist, wird Rode wieder in Westfalen erwartet. Zum einen, um die baldige Rückkehr ins Teamtraining abzustimmen, zum anderen, um diesen Schritt in Frankfurt vollziehen zu können. Der BVB-Kader vereint aktuell 34 Profis, viel zu viele. „Das ist unmöglich“, sagt Trainer Lucien Favre. Daher hat sich BVB-Boss Michael Zorc mit SGE-Chef Fredi Bobic dem Vernehmen nach auf eine Ablöse von etwas mehr als zwei Millionen Euro geeinigt. Damit können beide Seiten leben.

Falette demnächst bei der Fortuna?   

Im Gegenzug könnten die Frankfurter mit Simon Falette ein wenig Kasse machen. Die „Bild“ berichtete von Verhandlungen mit Fortuna Düsseldorf, die den Verteidiger demnach gerne für eine Saison ausleihen würden. Eine schlüssige Variante, die sich mit FR-Informationen deckt, wenngleich sich der Nationalspieler Guineas derzeit noch im Erholungsmodus nach dem Afrika-Cup befindet. Er sollte, so war es ursprünglich geplant, bei der Eintracht sowieso erst in Anschluss an seinen Griechenland-Urlaub am kommenden Freitag im Trainingslager in Windischgarsten wieder aufschlagen. Mal sehen, ob das überhaupt noch zustande kommt. Auch ein Verkauf von Falette ist möglich. 

Abraham nicht kontinuierlich auf höchstem Niveau 

Wie die vorderste Reihe ist auch die hinterste im Team der Hessen noch nicht baustellenfrei. Zwar spult der alte Makoto Hasebe sein Pensum gewohnt fehlerfrei ab, auch beim jungen Evan Ndicka zeigt die Formkurve wieder nach oben. Dagegen hat Kapitän David Abraham zu kämpfen – wie so oft mit leichten Blessuren an seinem Körper und – daraus resultierend – ein wenig auch mit seiner Form. Ohnehin offenbarte schon die vergangene Spielzeit, dass dem 33-jährigen Argentinier eine ganze Saison auf höchstem Niveau nur noch bedingt zuzutrauen ist. Positive Ausschläge wechselten sich mit derlei negativen zu häufig ab. Als Ersatzleute stehen Marco Russ und Almamy Touré parat, beide können natürlich ab und an reingeschmissen werden, überdurchschnittliches Bundesliganiveau, wie Abraham es an guten Tagen immer noch bringen kann, haben sie aber eher nicht.

Hinteregger ist und bleibt Frankfurter Wunschkandidat

Insofern ist die Personalie Martin Hinteregger eine wichtige. Der österreichische Verteidiger hat ja gerade beim FC Augsburg den Fototermin verpasst – ob nun erlaubt oder nicht, sei mal dahingestellt. Hinteregger ist und bleibt der Frankfurter Wunschkandidat für die Abwehrreihe, weil er zwar hauptsächlich als linker Innenverteidiger eingesetzt werden, im Zweifel aber auf der rechten Seite oder als Libero aushelfen kann. Die beiden Klubs nähern sich an, zwar mühsam, aber immerhin. Doch weiterhin gilt: 15 Millionen wird die Eintracht nicht für den 26-Jährigen blechen, da bleibt Bobic stur und prüft parallel logischerweise Zweitlösungen.

Kommt vielleicht sogar Vallejo zurück?

Er hat dabei immer auch Jesus Vallejo im Blick. Der talentierte Innenverteidiger von Real Madrid hat gerade erst bei der U21-EM als Kapitän des spanischen Siegerteams wieder bewiesen, welch Klasse er verkörpert. Im Vergleich zu seinem einjährigen Intermezzo bei der Eintracht (Saison 2016/17) hat sich Vallejo nicht nur fußballerisch, sondern vor allem von der Ausstrahlung her positiv entwickelt – trotz fehlender Spielpraxis bei den Königlichen. Denn mittlerweile ist der 22-Jährige nur noch Innenverteidiger Nummer fünf in Madrid, so dass die Eintracht hinter den Kulissen längst ausgelotet hat, ob für sie etwas gehen könnte. Das Ergebnis ist nicht bekannt, sicher ist aber eines: Für eine Verpflichtung wären einige Euronen nötig.

Von Daniel Schmitt

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