Vorbereitung der SGE

Auf die Frankfurter Eintracht warten einige Fallstricke, die es zu umdribbeln gilt

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Zurzeit für Guinea am Ball: Simon Falette (links), hier gegen Abdul Razak aus Burundi (Mitte).

Für Eintracht Frankfurt beginnt am 3. Juli eine höchst komplizierte Vorbereitung – Trainer Adi Hütter wird viel Geschick beweisen müssen.

Die Leistungstests und medizinischen Checks seiner Spieler ließ Adi Hütter noch sausen, erst im Laufe des Tages am 2. Juli wird der 49 Jahre alte Eintracht-Trainer wieder in Frankfurt erwartet. Am Mittwoch tritt er erstmals vor die Presse und um 15 Uhr auf den Trainingsplatz an der Arena, dann beginnt die Vorbereitung auf die neue Spielzeit, die anspruchsvoll und kräftezehrend sein wird. Die präsaisonale Phase will minutiös und akribisch geplant werden. Gerade die ersten Wochen haben es in sich, da wird Adi Hütter viel Gespür beweisen müssen, um die Mannschaft für den Wettkampf zu wappnen. Es warten einige Fallstricke, die es zu umdribbeln gilt.

Die Vorbereitung könnte eine ziemlich komplizierte Geschichte werden, weil die Eintracht im Schlussspurt der abgelaufenen Runde ihre hervorragende Ausgangsposition verspielte, auf Tabellenplatz sieben abrutschte und damit auf Ochsentour quer durch die europäische Provinz gehen muss – nur wenn die Frankfurter insgesamt drei Qualifikationsrunden mit sechs Spielen überstehen, werden sie im September erneut in der Gruppenphase der Europa League antreten dürfen.

Coach Hütter hat sich dennoch dazu entschieden, das geplante Programm nicht umzuwerfen und den Trainingsstart nicht vorzuverlegen, obwohl die Eintracht bereits am 25. Juli erstmals europäisch antreten muss, dann geht es in der zweiten Qualifikationsrunde entweder gegen die Esten vom FC Flora Tallinn oder die Serben von Radnicki Nis. Für den Österreicher stand schnell fest, dass seine Spieler ausreichend Zeit benötigen, um sich nach 50 Pflichtspielen zu regenerieren und auch mental wieder voll auf dem Damm zu sein.

Am Sonntag fliegt die SGE ins Trainingslager in die Schweiz

Hinzu kommt, dass die Nationalspieler ja noch länger auf Reisen waren, bis zum 11. Juni oder länger, und somit noch Sonderurlaub genießen dürfen. Filip Kostic, Frederik Rönnow, Mijat Gacinovic, Ante Rebic, Neuzugang Dejan Joveljic, Evan Ndicka und Taleb Tawatha sind noch freigestellt, sie werden beim Trainingsauftakt und dem ersten Testspiel am Donnerstag bei der DJK Bad Homburg (19 Uhr) nicht dabei sein, sondern erst am Samstag nach Frankfurt zurückkehren, um sogleich die ersten Leistungstests zu absolvieren.

Am Sonntag sollen dann (fast) alle mit ins Trainingslager in die Schweiz fliegen, wo die Mannschaft erst ihr Quartier in Thun und anschließend in Biel aufschlagen wird. Beim Turnier in Biel trifft die Eintracht auf Young Boys Bern (10. Juli) und den FC Luzern (12. Juli). Der Einzige, der da sicher nicht mit an Bord sein wird, ist Verteidiger Simon Falette, der mit Guinea beim Afrikacup aktiv ist. Für den 27-Jährigen beginnt im Anschluss der Urlaub.

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Die komplette Mannschaft hat also gerade einmal zweieinhalb Wochen Zeit, um sich für das erste Pflichtspiel vorzubereiten. Das ist extrem kurz und alles andere als optimal. Dem Trainerteam kommt die knifflige Aufgabe zu, die richtige Dosierung zwischen harter Belastung und Regenerationsphasen zu finden. Eine normale Vorbereitung über sechs Wochen mit einer klaren Trainingssteuerung ist so nur schwerlich möglich, man kann ja das Team auch nicht mit schweren Beinen ins erste Spiel schicken.

Zum einen steigt da das Verletzungsrisiko, zum anderen will die Eintracht ja unbedingt wieder in die Europa League einziehen. Wie groß die Vorfreude schon wieder ist, lässt sich an den Ticketverkäufen für die internationalen Auftritte und auch an den Reaktionen der Fans während der 120-Jahr-Feier am Samstag ablesen. Da steht die Mannschaft ganz klar in der Pflicht.

Team ist noch unfertig, erst zwei SGE-Neuzugänge stehen fest

Ein weiteres Problem für das Projekt Europa ist der Gegner, der serbische Vertreter aus Nis geht als klarer Favorit in die beiden Ausscheidungsspielen gegen Tallinn. FK Radnicki ist serbischer Vizemeister und gewiss kein Fallobst, mit halber Kraft und im Vorbeigehen wird die Eintracht diese Hürde nicht nehmen können.

Zumal das Team ja noch unfertig ist. Bisher stehen erst zwei Neuzugänge fest, dafür sind aktuell noch Spieler im Training, die kaum Zukunft mehr haben, Akteure wie Nicolai Müller, Felix Wiedwald, Marc Stendera und Daichi Kamada oder auch Jetro Willems und Tawatha. Die, die schon mal da waren und bleiben sollen (Kevin Trapp, Martin Hinteregger, Sebastian Rode), sind hingegen noch in der Warteschleife. Einer wie Ante Rebic könnte zudem noch abspringen.

In den kommenden zwei Monaten wird sich noch einiges bewegen, der Kader, der am Anfang an den Start gehen wird, wird nicht der für die Bundesliga sein. In diesem Spannungsfeld muss Hütter Kurs halten und die Ruhe bewahren. Dass er das kann, hat er schon bewiesen.

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