Personalien

Bei der Eintracht ist vieles in der Schwebe: Trainer Hütter muss erst mal mit einem unfertigen Team arbeiten

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Mijat Gacinovic (rechts) ist fast schon zu einem Sorgenkind geworden.

Das Transferfenster schließt erst am 2. September. Bis dahin muss Eintracht-Trainer Hütter stets mit dem Abgang eines Eckpfeilers rechnen. Es gibt komfortablere Situationen.

Verliert Eintracht Frankfurt den nächsten Leistungsträger und das zweite Glied der formidablen Dreierkette im Angriff? Der Premier-League-Klub West Ham United soll bei Stürmer Sebastien Haller ernst machen und mit aller Macht versuchen, den Franzosen auf die Insel zu locken. Das berichten englische und französische Medien.

Die Engländer sind offenbar bereit, eine Ablöse in Höhe von 40 Millionen Euro an die Hessen zu überweisen. Der 25-Jährige, der sich seine Zukunft in Frankfurt stets offenhielt, vertraglich aber bis 2021 gebunden ist, hat die Offerte des letztjährigen Tabellenzehnten zunächst als nicht sonderlich attraktiv eingeschätzt. Dem Mittelstürmer schwebte, für den Fall eines Wechsels, eine andere Kategorie vor, ein Champions-League-Teilnehmer solle es nach Möglichkeit schon sein, allein des Geldes wegen, betonte er, würde er die Eintracht nicht verlassen.

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Bei den Zahlen, die nun kolportiert werden, könnte er aber ins Grübeln kommen. Demnach könnte er bei den Londonern pro Woche rund 125 000 Euro einstreichen, macht sechs Millionen Euro im Jahr. Das ist eine Hausnummer – und rund das Dreifache dessen, was er in Frankfurt verdient. Die Hammers locken außerdem mit einer Ausstiegsklausel in dem angebotenen Fünfjahresvertrag, Haller könnte also für eine festgeschriebene Ablösesumme zu einem wirklich Topklub wechseln.

Sebastian Haller lässt Zukunft offen

Die Eintracht wollte die Verhandlungen nicht bestätigen, auch nach FR-Informationen gibt es derzeit nichts Konkretes, auch kein offizielles Angebot, was nicht bedeutet, dass es nicht noch konkret werden könnte. Am Freitag im Testspiel gegen Luzern stand Haller in der Anfangsformation. Die Eintracht würde, anders als bei Luka Jovic etwa, in hohem Maße von der Ablösesumme partizipieren, müsste nur rund zehn Prozent an Hallers vorherigen Verein, den FC Utrecht, abtreten. Andererseits will sie den Torjäger unbedingt halten, vielleicht wäre es nicht unklug, sein Gehalt anzuheben, auch um ihm Wertschätzung zu zeigen und das Thema zumindest für ein Jahr zu beenden.

Erst am Sonntag hatte Haller im Gespräch mit Frankfurter Medienvertretern seine Zukunft offengelassen, aber auch nicht den Eindruck vermittelt, vor dem Absprung zu stehen. „Im Leben gibt es immer Gelegenheiten“, sagte er. „Du weißt nie, was passiert.“

Ante Rebic ist nach wie vor wechselwillig

Das gilt erst recht für Ante Rebic, der nach wie vor wechselwillig ist. Es interessant zu beobachten, wie und ob Trainer Adi Hütter den Kroaten wieder zum Laufen bringen kann. Am Freitag gegen Luzern zeigte sich der 25-Jährige schon stark verbessert, deutlich engagierter und spielfreudig. Es ist dennoch ein offenes Geheimnis, dass die Eintracht den Kroaten abgeben würde, wenn der Preis stimmt. Aber da muss sich erst einmal jemand finden. Atletico Madrid hat viele Spieler für viele Millionen geholt, gestern hieß es aus Italien, dass Inter Mailand Interesse habe. Das ist aber nicht mehr die Topadresse, und in Italien wollte der vom AC Florenz gebrandmarkte Rebic eigentlich keinen Fußball mehr spielen.

Auch bei Mijat Gacinovic, der fast schon zum Sorgenkind geworden ist und nahezu beladen wirkt, muss der Coach einen Zugang finden. Da ist Hütter als Pädagoge gefragt oder als Zuchtmeister. Je nachdem, was der 49-Jährige, ein Anhänger der Sportpsychologie, für richtig hält. Hütter muss genau darauf achten, was innerhalb der Gruppe geschieht und welche Auswirkungen das Verhalten Einzelner auf das große Ganze haben kann. Hütter kann, wenn sich einer hängen lässt oder Allüren zeigt, unangenehm werden, Schlendrian duldet er nicht.

Transferfenster schließt am 2. September

Ohnehin ist in puncto Personalpolitik vieles in der Schwebe. Die Verhandlungen um Kevin Trapp, Sebastien Rode und Martin Hinteregger ziehen sich wie Kaugummi, doch der Trainer möchte sein Team so schnell es geht beisammen haben. Das kann aber dauern. Das Transferfenster schließt am 2. September, bis dahin hat die Eintracht, wenn es planmäßig läuft, schon zehn (!) Pflichtspiele absolviert, bis zum Bundesligabeginn deren fünf.

So lange muss der Trainer womöglich mit einem unfertigen Team arbeiten, es konkurrenzfähig machen und dennoch mit dem Abgang eines Eckpfeilers rechnen. Es gibt komfortablere Situationen.

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