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Ante Rebic verabschiedet sich aus dem Lustlos-Modus

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Immerhin: Mit einem 3:1 über den FC Luzern verabschiedete sich die Eintracht aus der Schweiz.

Auch nach dem Trainingslager in der Schweiz lässt sich nicht sagen, wie leistungsstark die Eintracht ist. Immerhin präsentierte sich Ante Rebic zuletzt verbessert.

Die Tour de Suisse ist beendet, nach den Stationen Thun, Biel und Bern ist die Frankfurter Reisegruppe wieder wohlbehalten ins Hessenland zurückgekehrt, nach zwei fußballfreien Tagen bittet Trainer Adi Hütter seine Spieler am Dienstag wieder auf den Übungsplatz. Mit den sieben Tagen in der Schweiz ist der Coach ganz zufrieden, „das war ein sehr ordentliches Trainingslager“, sagte Hütter sachlich. Begeisterungsstürme löste der Besuch des Nachbarlandes aber auch nicht aus.

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Im Grunde sind sie in Frankfurt so schlau wie zuvor, wo genau das Team steht und wie leistungsstark es ist, lässt sich seriös noch nicht beantworten. Auch die Testspiele haben zwar Fingerzeige, aber keine endgültigen Antworten gegeben, weil sie zwar eine Art Standortbestimmung sind, aber halt ohne wirklichen Wettkampfcharakter und daher eher ohne Wert.

Eintracht geht gegen Young Boys Bern unter, doch siegt gegen FC Luzern

Gegen den Schweizer Titelträger Young Boys Bern setzte es eine herbe 1:5-Klatsche. Das nackte Ergebnis liest sich genau so wie sich das Spiel anfühlte, da war fast ein Klassenunterschied erkennbar, der aber aufgrund des unterschiedlichen Fitnesslevels (Bern ist in der Vorbereitung zwei Wochen weiter) zumindest im Ansatz erklärbar ist. Dem Trainer hat die Einstellung während dieser Gratisvorführung ganz und gar nicht geschmeckt, was er seinen Akteuren auch deutlich machte. „So, wie wir gespielt haben, so geht es nicht“, betonte der Coach und verschärfte daraufhin das Training.

Dass sich die Eintracht mit einem 3:1 über den FC Luzern* aus der Schweiz verabschiedete, ordnete Hütter professionell und nüchtern ein. „Die Wiedergutmachung ist gelungen, es war ein ganz anderer Auftritt, ein ganz anderes Gesicht“, sagte er, relativierte aber umgehend: „Luzern hat nicht die Qualität wie Young Boys Bern.“ Bei weitem nicht.

Ante Rebic steigert sich

Die Eintracht präsentierte sich dennoch verbessert, „auch spielerisch“, wie der Fußballlehrer sagte. „Wir haben ganz gut kombiniert, auch wenn die letzte Spritzigkeit und die letzte Idee im Kopf gefehlt hat.“ Mit einigem Wohlwollen registrierte der Österreicher die deutliche Leistungssteigerung von Stürmer Ante Rebic*, der sich aus seinem Lustlos-Modus verabschiedet hatte und eine gute Darbietung zeigte. „Es gab schon einige Kritik an ihm, vielleicht hat er ja Zeitung gelesen“, sagte der 49-Jährige schmunzelnd. Das zumindest ist nicht sehr wahrscheinlich. „Ante hat es selbst nicht gepasst, wie er gegen Bern gespielt hat. Gegen Luzern hatte ich einen ganz anderen Eindruck von ihm, er wollte von Anfang an, hatte Spaß am Spiel und Zug zum Tor. Das ist eine Leistung, mit der wir gut umgehen können.“ Dass der kroatische Nationalspieler an Bord bleiben wird, ist trotzdem nicht sicher.

Aktuell ist die Mannschaft sicher nicht so stark* wie die aus der Rückrunde der abgelaufenen Runde. Luka Jovic, Kevin Trapp, Martin Hinteregger und Sebastian Rode sind entweder ganz weg oder zurzeit noch nicht da, das waren sehr wohl Korsettstangen und tragende Säulen in der zweiten Halbserie. Die Neuzugänge haben sich zwar ordentlich eingefügt, aber inwieweit sie das Team tatsächlich verstärken können, ist momentan schwierig zu beurteilen.

Erik Durm und Dominik Kohr sind erfahren, Dejan Joveljic talentiert

Erik Durm* und Dominik Kohr* sind erfahrene Spieler, die ihren Job engagiert und solide verrichten. Dejan Joveljic, 19, ist ein talentierter Stürmer*, schlitzohrig und flink. „Aber er braucht noch Zeit, um sich an das Tempo und die Robustheit in der Bundesliga zu gewöhnen“, analysierte Hütter. „Er ist aber ein interessanter Junge.“ Und Djibril Sow, der hoffnungsvollste Neuzugang, hat sich gleich mal schwerer verletzt und fällt mit einem Sehnenanriss bis Oktober aus. „Das ist unangenehm“, bemerkte der Trainer.

Er wird in den kommenden zehn Tagen bis zum ersten Pflichtspiel in Estland oder Serbien sehr akribisch und systematisch mit seinem Team arbeiten, es geht vor allem darum, Dynamik und Explosivität zurückzuerlangen. „Zurzeit fehlt noch einiges, das muss man ganz klar sagen“, urteilte Hütter.

Auf ein weiteres Testspiel, eine Generalprobe, wird er dennoch verzichten, was ungewöhnlich ist, weil Hütter vor dem Ernstfall nicht einmal seine vermeintliche erste Elf aufs Feld geschickt hat. Trainingsarbeit ist ihm jedoch wichtiger. „Ich möchte an der Grundordnung und der taktischen Disziplin arbeiten, an Feinheiten schleifen.“ Im Übrigen sei der Kader so stark, „um auch im Training zehn gegen zehn auf einem guten Niveau spielen zu können.“

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