Eintracht-Torhüter

Eintracht Frankfurt sucht noch immer einen Keeper

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Frederik Rönnow: Ungewisse Zukunft bei Eintracht Frankfurt.

Nach der ärgerlichen Verletzung von Frederik Rönnow forciert die Eintracht ihre Suche nach einem neuen Torhüter.

Anfänglich zuckten die Mundwinkel von Adi Hütter für einen kurzen Moment nach oben, ein Schmunzeln, nicht mal eine Sekunde lang, aber doch erkennbar, ehe er sich rasch darauf besann, in die zum Thema passende Negativstimmung zu verfallen. Moppes Petz, so begann der Trainer von Eintracht Frankfurt, habe ja schon einen „echt harten Knaller“. Das sei aber natürlich nicht ursächlich für die bittere Verletzung seines Spielers gewesen.

Petz ist Torwarttrainer beim Frankfurter Bundesligisten, verfügt tatsächlich über einen harten und gleichzeitig präzisen Schuss, wie ihn sonst nicht einmal die Torjäger der Hessen haben. Tagein, tagaus haut der 58-Jährige seinen Trainingspartnern, den Keepern, die Bälle um die Ohren. Wenn Petz will, dann trifft er auch – zumindest fast immer. Ab und an sollen seine behandschuhten Schützlinge schließlich auch Erfolgserlebnisse verbuchen können, um gestärkt aus den Übungseinheiten hervorzugehen. Einer dieser Ballfänger, die unter der Anleitung von Petz häufig abseits der Balltreter ihren Privatunterricht erhalten, ist Frederik Rönnow. Jener Däne, der sich an der linken Schulter derart blöde verletzt hat, dass er nicht mit zum Europa-League-Spiel nach Tallinn reisen konnte und womöglich nie mehr für die Eintracht auflaufen wird.

Aber von vorn: Rönnow wurde von der Eintracht im vergangenen Sommer verpflichtet, um den nach Leverkusen abgewanderten Lukas Hradecky zu ersetzen. Doch daraus wurde nicht. Der bodenständige 26-Jährige, der seine Freundin Sarah mit nach Frankfurt gebracht hat, gerne kocht und Klavier spielt, kam in seiner ersten Saison in Deutschland auf nur sechs Pflichtspieleinsätze. Das hatte zuvorderst damit zu tun, dass er die Vorbereitung auf die Saison alles andere als fit anging. Nicht, weil er geschludert hätte, sondern deshalb, weil sein Knie schmerzte. 

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Er biss sich trotzdem durch und patzte prompt. Im Supercup gegen den FC Bayern (0:5) gab er eine bemitleidenswert schlechte Figur ab, die Eintracht sah sich dazu verpflichtet, rasch nach einem anderen Schlussmann zu fahnden. Kevin Trapp kam, sah und siegte. Der deutsche Nationalkeeper ist eine Klasse besser als Rönnow.

Mvogo soll ein Kandidat sein

Aktuell ist Trapp bekanntlich wieder in Paris. Zwar soll er möglichst schnell nach Frankfurt zurückkehren, ob und wann das geschieht, ist jedoch offen. Gestern gab der Frankfurter Sportvorstand Fredi Bobic dem HR eine Einschätzung ab: „Wir sind dran. Es sind Verhandlungen, und die dauern eben ihre Zeit“. Also abwarten. Jedenfalls reist Trapp zurzeit durch China und postet während der präsaisonalen Werbetour von PSG fleißig Bilder in luftiger Höhe auf riesigen Wolkenkratzern in riesigen Städten. 

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Und Rönnow? Der wollte seine kleine Chance nutzen, um von der vorübergehenden Nummer eins zur festen Nummer eins zu werden. Er durfte in beiden Testspielen des Trainingslagers in der Schweiz ran, spielte solide, und wurde von Knaller Moppes im Training unter Dauerbeschuss genommen – bis der Schmerz am Samstag beim Abrollen in die Schulter krachte. „Unangenehm“ sei das, so Hütter, „für uns und vor allem für Frederik“. Eine genaue Diagnose der Schulterprobleme veröffentlichte die Eintracht nicht, mindestens zwei Wochen aber fehle Rönnow bestimmt. Eher drei oder vier oder noch länger.

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Der Bundesligist hat nach der neuerlichen Verletzung von Rönnow die Torwartsuche intensiviert, sie auf der Prioritätenliste nach oben gesetzt. Nur mit den Ersatzleuten Felix Wiedwald und Jan Zimmermann werden die Hessen keine Saison angehen. Der „Kicker“ brachte den Schweizer Yvon Mvogo als möglichen Kandidaten ins Spiel, vergangene Saison war aber auch er nur Ersatzmann bei RB Leipzig. Trainer Hütter sagt, man werde sich in Geduld üben und warten, „wie es mit Kevin aussieht“. Frederik Rönnow spielt in den Überlegungen dagegen kaum noch eine Rolle, er wird sich nach seiner Verletzung entweder einen neuen Klub suchen oder erneut als zweiter Torhüter der Eintracht in die Saison gehen müssen. Schmerzhaft – im doppelten Sinne.

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