Jan Zimmermann löst Torwartrainer ab

Eintracht Frankfurt mit neuem Torwarttrainer: Vom Kollegen zum Chef

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Moppes Petz kümmerte sich seit 2011 um die Torhüter der Eintracht.

Eintracht Frankfurt trennt sich vom verdienten Torwarttrainer Manfred Petz und setzt künftig auf Keeper Jan Zimmermann.

  • Eintracht Frankfurt hat einen neuen Torwarttrainer
  • Der Verein trennt sich von Manfred „Moppes“ Petz
  • Nachfolger wird Jan Zimmermann

In der Aufarbeitung einer brisanten Personalie hat sich Offensivliebhaber Adi Hütter lieber eine strikte Mauertaktik auferlegt. Zum spektakulären Ringtausch auf der Position des Torwarttrainers wollte sich der Chefcoach von Eintracht Frankfurt partout nicht äußern. Das hörte sich dann in etwa so an: „Dazu möchte ich nichts sagen.“ Oder: „In der Pressemitteilung steht doch alles drin.“ Und: „Fredi Bobic hat alles gesagt.“ Einen einzigen Satz, außerhalb des Protokolls, ließ er dann aber irgendwann doch noch fallen: „Ich habe mit Moppes Petz sehr gut zusammengearbeitet.“

Eintracht Frankfurt löst Vertrag mit Petz vorzeitig auf

Seit Samstag ist der Frankfurter Torwarttrainer Manfred „Moppes“ Petz aber nur noch ein gelebtes Teil Eintracht-Geschichte, der Vertrag mit dem seit 2011 für den Verein arbeitenden 58-Jährigen ist vorzeitig aufgelöst worden. Das ist ein Paukenschlag. Petz, ein Original, gehörte zum Inventar, war für die Spieler Kummerkasten, gute Seele und Stimmungskanone, immer für einen Spruch gut. Er gilt als enger Vertrauter von Stammkeeper Kevin Trapp. Seinen Platz wird Jan Zimmermann einnehmen, der vierte Torwart, der in den zurückliegenden Monate schon seine Trainerscheine gemacht und die Jugendteams am Riederwald angeleitet hat. „Zimbo“, wie er gerufen wird, hat schon am Samstag vor dem Spiel gegen Leipzig mit den beiden Torhütern Trapp und Frederik Rönnow gearbeitet, sie „warmgeschossen“. Über Nacht vom Kollegen zum Vorgesetzten – eine ungewöhnliche, merkwürdige Konstellation, die gewiss auch einen gewissen Zündstoff birgt. Aber eine gute Wahl.

Zimmermanns großer Vorteil ist aber seine Persönlichkeit, er ist ein kommunikativer Typ, intelligent, ein Menschenfreund, der hilft, wo er kann. Für Rönnow etwa war Zimmermann, wie der Däne sagte, „Mentor und Freund“. Der frühere Darmstädter Schlussmann, ein Eintracht-Urgestein, hat sich die ganze Zeit eher als Kümmerer und Unterstützer gesehen. „Wenn hier alles funktioniert, ist mir das wichtiger als meine persönliche Befindlichkeit. Da stelle ich mein Ego hinten an.“

Der Schritt, hieß es, sei von langer Hand geplant gewesen, eigentlich für den Sommer angedacht. Doch dann bat Moppes Petz um sofortige Vertragsauflösung, „damit ich Zeit habe, mich umzuorientieren“. Sportvorstand Fredi Bobic bedeutete am Samstag, dass „wir im Guten auseinandergehen, wir sind fair miteinander umgegangen.“

Eintracht Frankfurt erwartet von Jan Zimmermann neue Impulse

Hinter vorgehaltener Hand ist an seinen Methoden gezweifelt worden, zu eintönig und monoton seien die Übungen. Petz, der in der Saison 2014/15 unter Cheftrainer Thomas Schaaf schon einmal weichen und für Michael Kraft seinen Platz räumen musste, ist ein Übungsleiter alter Schule, der in den Einheiten viele seiner gefürchteten Schüsse aufs Tor feuerte und über die Willensschulung kommt. „Die Torhüter müssen bei mir schon über die Grenzen gehen.“

Der Neue: Jan Zimmermann (li.) mit Torhüter Kevin Trapp vor der Partie gegen Leipzig.

Nun soll Jan Zimmermann „mit seinen Ideen und Methoden neue Impulse in der täglichen Trainingsarbeit setzen“, wie Bobic sagt. „Wir sind ja bekannt dafür, Akzente zu setzen und uns punktuell zu verändern.“ Vor Namen, Zugehörigkeit oder Verdienste macht er da nicht Halt: Lizenzspielerleiter Rainer Falkenhain wurde versetzt, die Analysten, Fitnesstrainer und Physiotherapeuten ausgetauscht, genauso wie das Ärzteteam, erst an Silvester ist der beliebte Physio Thomas „Stubbi“ Stubner geschasst worden. Die Veränderungen greifen zuweilen so schnell, dass man die neuen Gesichter gar nicht mehr zuordnen kann.

Bobic schreckt vor unpopulären Entscheidungen nicht zurück, so hat er etwa den umstrittenen Andreas Möller zum Chef des Nachwuchsleistungszentrums gemacht. Der 48-Jährige ist der festen Überzeugung, dass Reibung und Fluktuation wichtig sind. „Es muss immer Druck auf der Pipeline sein“, sagt er. „Nur dann kannst du etwas erreichen.“

Bereits am vergangenen Samstag war Jan Zimmermann beim 2:0-Erfolg der Eintracht über RB Leipzig für die Torleute zuständig. Dass es am Ende zum Sieg kam, lag auch an der Leistung von Kevin Trapp.

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