Trainingsauftakt

Eintracht Frankfurt Trainingsauftakt: Hütter lobt Djibril Sow

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Gut für die seitlichen Bauchmuskeln: Die Eintracht-Profis strecken sich beim Auftakttraining im Stadtwald.

Eintracht Frankfurt startet mit Dominik Kohr, Erik Durm und dem großen Ziel in die neue Saison, erneut in die Gruppenphase einzuziehen: „Wir wollen unbedingt hinein“.

Eigentlich war alles bereitet für den großen Empfang jener Eintracht-Recken, die den Menschen in Frankfurt in der vergangenen Saison einige rauschende Fußballfeste und manch magischen Moment geschenkt hatten. Die Handys waren gezückt, das Spalier war gebildet, die Sprechchöre lagen auf der Zunge. Und dann kamen sie tatsächlich um kurz nach 15 Uhr, frisch in denneuen Trikots in Bunt und auch in Weiß, doch sie kamen aus der anderen Richtung, schlichen sich – böses Foul – klammheimlich von der anderen Seite der Arena auf den Trainingsplatz. Da sind die rund 2000 Zuschauer, die zum Trainingsauftakt in den Stadtwald gepilgert waren, auf dem falschen Fuß erwischt worden. Tröstlich: Nach der ersten Einheit gab es Selfies en masse.

„Die Euphorie ist grenzenlos“, sagt Trainer Adi Hütter und gibt die Marschroute für die neue Spielzeit schnörkellos vor: „Wir wollen wieder begeisternden, attraktiven Fußball spielen. Die Erwartungen schrauben sich nach oben, wir haben höhere Ansprüche und werden anders wahrgenommen. Wir versuchen wieder dorthin zu kommen, wo wir waren.“ Wird nicht leicht. Platz sieben und das Halbfinale der Europa League – das ist schwer zu toppen.

Eintracht Frankfurt will variabler werden

Doch Hütter geht sein zweites Jahr bei Eintracht Frankfurt voller Feuereifer und Tatendrang an. Am Mittwoch sah der 49-Jährige erholt aus, ganz anders als im Bundesligaendspurt vor acht Wochen, als ihm die Strapazen und die Anspannung ob des Einbruchs seines Teams doch zugesetzt hatten.

An der grundsätzlichen Ausrichtung des Spiels wird sich nichts ändern, aber an den Äußerungen des Österreichers ließ sich ablesen, dass es einige Feinjustierungen geben wird. Mehrfach erwähnte er, dass seine Mannschaft variabler und unberechenbarer werden soll. „Wir möchten uns da weiterentwickeln.“ Das gelte sowohl für die taktische Flexibilität als auch für die individuelle Interpretation des Spiels.

Als Beispiel nannte Hütter den Schweizer Neuzugang Djibril Sow, der „ein anderer Typ und ein anderer Spieler“ sei als alle anderen Frankfurter Profis. „Er ist ein Box-to-box-Spieler mit hoher Geschwindigkeit, er wird unser Spiel absolut bereichern.“ Damit war Hütter auch schon bei der zweiten grundsätzlichen Veränderung: Er hat erwartungsgemäß das Mittelfeld als verbesserungswürdig ausgemacht. „Ich bin der Meinung, dass wir da noch mehr Dynamik brauchen.“ So ist die Verpflichtung des 23 Jahre alten Sow zu sehen und auch der Kauf des Leverkuseners Dominik Kohr, Spitzname „Hardkohr“.

Dominik Kohr: Ablöse rund 10 Millionen Euro

Der 25-Jährige erhält einen Fünfjahresvertrag und kostet rund zehn Millionen Euro. „Er ist eine echte Bereicherung für unser Spiel. Dass deutsche Spieler auf diesem Niveau zu uns kommen, ist ein Nachweis für die positive Entwicklung von Eintracht Frankfurt in den vergangenen Jahren“, sagt Sportvorstand Fredi Bobic. „Er passt von seiner Spielweise und seinem Charakter ideal zu uns.“ Der hart und unerbittlich spielende Mittelfeldmann dürfte sich durch seine Art tatsächlich schnell einfinden im Frankfurter Ensemble. Das gilt auch für Erik Durm, der einen Vierjahresvertrag unterschrieben hat. Das Muster der Verpflichtungen ähnelt sich. Es sind Spieler mit einer guten Mentalität und einer gewissen Dynamik und Schnelligkeit. „Die Systematik und die Art und Weise passen zu uns“, bekundet auch Trainer Hütter.

Konkrete Saisonziele wollte Hütter noch nicht nennen, was am ersten Trainingstag und mit einer unfertigen Mannschaft auch relativ logisch ist, aber ein Platz in den Top Ten solle auf jeden Fall herausspringen. Und: Die erneute Teilnahme an der Gruppenphase der Europa League steht ganz oben auf der Prioritätenliste, die Eintracht hat Europa ganz fest ins Herz geschlossen. „Das ist unser ganz großes Ziel, da wollen wir unbedingt hinein.“

Trapp, Rode und Hinteregger noch nicht dabei

Doch niemand solle annehmen, dass die Qualifikation mit möglichen sechs Spielen „ein Honiglecken“ wird. „Wer denkt, das wird ein Spaziergang, weil wir letzte Saison im Halbfinale waren, dem kann ich nur sagen: Nein, es wird ein steiniger Weg.“ Schon die erste Runde mit dem möglichen Gegner Radnicki Nis aus Serbien könnte es in sich haben – zumal die komplette Frankfurter Mannschaft da erst zweieinhalb Wochen Training hinter sich haben wird.

Der Zustand des Teams stimmt den Trainer zuversichtlich, die Laktatwerte seien hervorragend. „Die Jungs haben ihre Hausaufgaben sehr, sehr gut gemacht. Wir fangen ganz anders an als letztes Jahr.“ Damals war Hütter über das niedrige Fitnessniveau nahezu erschreckt.

Nicht mit dabei waren am Mittwoch die drei zuletzt ausgeliehenen SpielerKevin Trapp (Paris), Sebastian Rode (Dortmund) und Martin Hinteregger (Augsburg), die alle erst mal bei ihren Stammklubs antreten müssen. Prognosen, ob und wer bleibt, wollte Hütter nicht abgeben. Nur so viel: „Bei Kevin Trapp kann es in eine gute Richtung gehen.“ Sebastian Rode übrigens macht erstaunlich gute Fortschritte, hat schon den Ball am Fuß und kann sich vorstellen, in zwei, drei Wochen ins Mannschaftstraining einzusteigen. Keine Zukunft haben indes Rückkehrer wie Daichi Kamada, Nicolai Müller oder Felix Wiedwald. „Da gab es klare Ansagen an die Spieler und ihre Berater“, sagte Hütter. „Sie kennen den Fahrplan.“

Erik Durm voll des Lobes über Eintracht Frankfurt

Beim Aufgalopp fehlten die neusten Neuen, also Kohr und Durm, noch. Beide absolvierten am Mittwochmorgen ihre Leistungstests und werden am Donnerstag erstmals auf dem Feld stehen. Durm, der 27 Jahre alte Verteidiger, kann es kaum erwarten. „Das ist ein Verein mit Riesenpotenzial und Perspektive“, sagte er. Er sei sofort Feuer und Flamme gewesen, nach dem ersten Gespräch schon habe er direkt gesagt: „Das will ich machen, da will ich hin.“ Er habe sich dem Klub mit Haut und Haaren verschrieben. „Ich will dieses Projekt mitgehen und jeden Tag alles in die Schale schmeißen.“

Nach drei unerfreulichen Jahren mit vielen Verletzungen habe er nun nach der einen Saison in Huddersfield endlich wieder „Vertrauen in meinen Körper“ gefunden. „Es ist alles sehr gut.“ Die Zeit in England beschrieb der siebenfache Nationalspieler trotz des Abstiegs von Huddersfield als „tolle Erfahrung in einer super Liga“, und auf der Insel sei die Entwicklung des Frankfurter Klubs wegen der imposanten internationalen Performance nicht unbemerkt geblieben. „Die Eintracht hat einen sehr guten Ruf in England, die Spielweise hat alle beeindruckt. Die Auftritte der Eintracht haben dem deutschen Fußball gutgetan. Auch in England.“

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