Eklat: Dollarregen auf Blatter

Fragen und Antworten zum neuen Wahltermin des Fifa-Präsidenten

Der Fifa-Präsident im Dollarregen: Sepp Blatter regiert mindestens noch bis zum 26. Februar. Foto: dpa

Kassel. Die Pressekonferenz, die nach der Sitzung des Fifa-Exekutivkomitees anberaumt worden war, hatte kaum begonnen, als es auf den scheidenden Präsidenten Sepp Blatter Dollars regnete.

Ein britischer Komiker hatte die Geldscheine mitgebracht, sich zum Podium geschlichen und Blatter beworfen. Damit hatte der Brite den Fifa-Funktionären die Schau gestohlen, die gekommen waren, um zu verkünden, dass die Neuwahl des Präsidenten am 26. Februar stattfinden wird. Knapp zwei Monate nach Blatters Rücktrittsankündigung und gut sieben Monate vor der Neuwahl versuchen wir mit Fragen und Antworten ein wenig Licht in das Fifa-Wirrwarr zu bringen.

Wer ist der britische Komiker, wie wollte er die umstrittenen WM-Vergaben an Russland und Katar an den Pranger stellen und was passierte mit ihm nach der Aktion? 

Der Mann heißt Simon Brodkin und ist 38 Jahre alt. Der ehemalige Arzt tritt als Komiker im britischen Fernsehen auf und sagte bei der Pressekonferenz wörtlich: „Das ist für Nordkorea 2026. Als Botschafter des nordkoreanischen Fußballs bin ich froh, dass ich einen Deal mit der Fifa und Nordkorea für die WM 2026 abschließen konnte.“ Die Satire wurde mehr als deutlich, aber die Sicherheitsbehörden verstanden keinen Spaß, sodass Brodkin auf ein Züricher Polizeirevier transportiert wurde.

Warum ist der schon längst umstrittene Fifa-Präsident Sepp Blatter Anfang Juni zurückgetreten? 

Ende Mai waren sieben Fifa-Funktionäre wegen des Verdachts des organisierten Verbrechens, Überweisungsbetrugs und Geldwäsche verhaftet worden. Die nun immer schärfer werdende Kritik an der Fifa konnte Blatter entgegen erster Ankündigungen nicht mehr länger aussitzen.

Warum sind die Blatter-Kritiker mit dem 26. Februar als Wahltermin unzufrieden? 

Batters Kritiker, zu denen auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach gehört, fürchten, dass der Fifa-Präsident die gewonnene Zeit nutzt, um seine Nachfolge zu planen und die Wahl seines Nachfolgers im Vorfeld in seinem Sinne beeinflusst. Gibt es denn überhaupt schon Kandidaten für die Blatter-Nachfolge? Nein, offiziell jedenfalls nicht. Allerdings gilt Uefa-Präsident Michel Platini als Favorit. Angeblich wird der Franzose von den Verbänden aus Europa, Asien, Südamerika sowie Nord- und Zentralamerika unterstützt. Platini bestätigt allerdings nichts.

Was wird aus der Uefa, falls Platini zum Fifa-Präsidenten gewählt wird?

Vermutlich wird dann DFB-Präsident Wolfgang Niersbach Platinis Nachfolger als Chef des Europäischen Fußball-Verbands.

Hat Sepp Blatter schon Pläne für die Zeit nach seiner Fifa-Präsidentschaft? 

Ja, denn der dann fast 80-Jährige hat angekündigt, dann wieder als Journalist arbeiten zu wollen. Der scheidende Fifa-Präsident sagte bei der Pressekonferenz wörtlich: „Ich denke, ich werde mich dem Radio zuwenden. Ich glaube, das Radio ist das beste Informationsmedium. Es läuft 24 Stunden am Tag.“

Was ist aus den sieben verhafteten Fifa-Funktionären geworden? 

Der am Mittwoch aus der Schweiz in die USA ausgelieferte ehemalige Vizepräsident Jeffrey Webb (Kaimaninseln) ist gegen eine Kaution von 10 Millionen US-Dollar (umgerechnet 9,185 Millionen Euro) auf freiem Fuß. Die anderen sechs ehemaligen Fifa-Funktionäre sind weiterhin in der Schweiz in Haft.

Video vom Dollarregen auf Blatter

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