Ende einer Ära: FCN-Idol Mintal sagt Ade

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Marek Mintal verabschiedet sich

Nürnberg - Marek Mintal war der erste und bisher einzige Bundesliga- Torschützenkönig des 1. FC Nürnberg. Am Samstag verabschiedet sich der fränkische “Fußball-Gott“ von seinen Fans.

Bei den Fans rollen schon die ersten Tränen - Marek Mintal wird beim letzten Saisonauftritt des 1. FC Nürnberg am Samstag seinem Publikum Ade sagen. Der Abschied des Nürnberger Publikumslieblings nach acht Jahren Dienstzeit mit 77 Toren in 206 Pflichtspielen ist unwiderruflich, denn der am Saisonende auslaufende Vertrag beim “Club“ wird nicht verlängert. Doch Mintal, der als “Tor-Phantom“ den FCN-Fans unvergessliche Momente geschenkt hat, will die Fußballstiefel noch nicht an den Nagel hängen.

“Ich bin noch nicht so weit, aufzuhören. Zwei, drei Jahre möchte ich noch spielen“, hat Mintal zuletzt immer wieder betont. Der FCN mit Sportvorstand Martin Bader hat dem 33-jährigen Mittelfeldspieler mit dem außergewöhnlichen Torriecher eine neue Funktion beim “Club“ angeboten.

Doch Mintal will weder Jugendtrainer noch Funktionär werden, sondern nur weiter auf dem Platz stehen: “Ich habe keinen Grund, mit dem Fußballspielen aufzuhören“. Eine Rückkehr in die slowakische Heimat zum MSK Zilina ist eine Option, spekuliert wird auch über ein Engagement im Wüstenstaat Dubai.

Am Samstag gegen 1899 Hoffenheim im letzten Bundesliga-Heimspiel gibt's erst einmal Blumen und sicher auch ein paar Minuten Spielpraxis für den Musterprofi, dem der Altmeister viel zu verdanken hat. “Marek wird seinen gebührenden Abschied bekommen“, verspricht Trainer Dieter Hecking.

Ballkünstler und ihre Namen: Wenn Heintje auf den Panzer trifft

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Als 150 000-Euro-Schnäppchen aus Zilina in der Nordwest-Slowakei an den Valznerweiher gekommen, schoss er den FCN in der Saison 2003/2004 als Zweitliga-Torschützenkönig in die Erstklassigkeit zurück. Ein Jahr später schrieb er als bisher einziger Nürnberger Bundesliga-Torschützenkönig (24 Treffer) “Club“-Geschichte.

Ohne sein Tor zum 1:1 im Finale gegen den VfB Stuttgart wäre Nürnberg im Mai 2007 vielleicht nicht DFB-Pokalsieger geworden. Mintal wurde damals zur tragischen Figur, nachdem er kurz nach dem 1:1 aufgrund eines schweren Fouls von Fernando Meira verletzt ausgewechselt werden musste. Nach einer Untersuchung in einer Privatpraxis war er zur Siegerehrung wieder anwesend.

Schwere Verletzungen warfen den zweifachen Familienvater mehrmals zurück. Im Frühjahr 2009 trumpfte Mintal aber wieder groß auf und führte seinen Club mit 17 Toren zurück ins Oberhaus. Das letzte seiner bisher 66 Bundesligatore erzielte Mintal am 8. August 2009 beim 1:2 gegen Schalke 04. In dieser Saison musste sich Mintal mit bescheidenen 15 Einwechslungen und 124 Minuten Einsatzzeit begnügen.

Die “Club“-Familie wird ihrem “Fußball-Gott“ am Samstag einen tränenreichen Abschied bereiten. Neben Mintal kehren auch die Leihgaben Mehmet Ekici (zurück zum FC Bayern) und Julian Schieber (VfB Stuttgart) sowie Ersatztorwart Timo Ochs und Verteidiger Pascal Bieler dem Frankenland den Rücken. Auch Ilkay Gündogan wird sich wohl verabschieden. Sein Millionen-Wechsel zum deutschen Meister Borussia Dortmund scheint nur noch Formsache.

dpa

Torschützenkönige in der Bundesliga seit 1990

2011/2012: Klaas-Jan Huntelaar (FC Schalke): 29 Tore © AP
2010/2011: Mario Gomez (FC Bayern), 28 Tore. © ap
2009/2010: Edin Dzeko (VfL Wolfsburg), 22 Tore © Getty
2008/2009: Grafite (VfL Wolfsburg), 28 Tore © Getty
2007/2008 (FC Bayern München), 24 Tore © Getty
2006/2007: Theofanis Gekas (VfL Bochum), 20 Tore © Getty
2005/2006: Miroslav Klose (Werder Bremen), 25 Tore © Getty
2004/2005: Marek Mintal (1. FC Nürnberg), 24 Tore © Getty
2003/2004: Ailton (Werder Bremen), 28 Tore © Getty
2002/2003: Giovane Elber (FC Bayern München), 21 Tore © Getty
2002/2003: Thomas Christiansen (VfL Bochum), 21 Tore © Getty
2001/2002: Martin Max (TSV 1860 München), 18 Tore © Getty
2001/2002: Marcio Amoroso (Borussia Dortmund), 18 Tore © Getty
2000/2001: Ebbe Sand (FC Schalke 04), 22 Tore © Getty
2000/2001: Sergej Barbarez (Hamburger SV), 22 Tore © Getty
1999/2000: Martin Max (TSV 1860 München), 19 Tore © Getty
1998/99: Michael Preetz (Hertha BSC), 23 Tore © Getty
1997/98: Ulf Kirsten (Bayer Leverkusen), 22 Tore © Getty
1996/97: Ulf Kirsten (Bayer Leverkusen), 22 Tore © Getty
1995/96: Fredi Bobic (VfB Stuttgart), 17 Tore © Getty
1994/95: Heiko Herrlich (Borussia Mönchengladbach), 20 Tore © 
1994/95: Mario Basler (Werder Bremen), 20 Tore © Getty
1993/94: Anthony Yeboah (Eintracht Frankfurt), 18 Tore © Getty
1993/94: Stefan Kuntz (1. FC Kaiserslautern), 18 Tore © dpa
1992/93: Anthony Yeboah (Eintracht Frankfurt), 20 Tore © dpa
1992/93: Ulf Kirsten (Bayer Leverkusen), 20 Tore © dpa
1991/92: Fritz Walter (VfB Stuttgart, links), 22 Tore © Getty
1990/91: Roland Wohlfahrt (FC Bayern München), 17 Tore © Getty
1989/90: Jörn Andersen (Eintracht Frankfurt), 18 Tore © Getty

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