Deutschland oder Türkei?

Entscheidung fällt: Wer bekommt den Zuschlag für die Fußball-EM 2024?

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Sein Schicksal hängt von der Wahl ab: DFB-Chef Reinhard Grindel hofft auf deutsche Vorteile.

Donnerstag ist es soweit: 16 Wahlmänner stimmen in Nyon über den Austragungsort der Europameisterschaft 2024 ab. Deutschland oder Türkei - wer darf das Turnier austragen?

Zuschauer können die Wahl im hr-Fernsehen ab 15 Uhr verfolgen. Die Chancen für Deutschland stehen gut. Aber auch die Argumente für die Türkei sollten nicht unterschätzt werden. Wer punktet womit? Und wer trägt welche Last? Ein Überblick.

Die Politik

Dass sich Deutschland zurzeit in einer stabilen Lage befindet, lässt sich wohl kaum sagen. Die Regierung debattiert, Chemnitz wirkt nach. Trotzdem: Im Vergleich zur Türkei dürfte der DFB vor allem in Sachen Menschenrechten punkten. Zu diesen fehlt in der Türkei nämlich ein Aktionsplan. Im Evaluationsbericht hatte die UEFA das bereits als klares Manko der Türkei benannt.

Auch die mangelnde Presse- und Meinungsfreiheit sprechen gegen das autokratisch geführte Land als Veranstaltungsort einer EM. Politik: Punkt für Deutschland.

Die Wirtschaft

Auch hier sehen Kritiker Defizite bei der Türkei, die sich in einer Wirtschafts- und Währungskrise befindet. Eine EM auszurichten, ist für ein Land, dessen Währung seit Anfang des Jahres 40 Prozent an Wert verloren hat, ein großes Risiko. Deutschland hingegen punktet mit einer stabilen Infrastruktur.

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

Das Image

Hier wird es kniffelig. Protestaktionen der Fans gibt es nämlich in beiden Ländern. In der Türkei wird schon lange gegen Korruption im Fußball demonstriert. Aber auch in den deutschen Stadien gibt es Unmut unter den Fans. Erst am Montag und Dienstag zeigten Zuschauer Banner im Stadion, die die Kommerzialisierung des DFB anprangern. Ungehaltene Fans werfen ein schlechtes Licht auf jedes Land, das die EM zu sich holen will. Minuspunkt für beide.

Wir übertragen die Entscheidung auch im Live-Ticker.

Die Wähler

Deutschland sollte sich nicht zu sehr in Sicherheit wiegen. Mit Vertretern aus England, Portugal, Frankreich, Schweden, Ungarn, der Schweiz und Polen hat der DFB zwar einige Sympathisanten. Aber vor allem die Funktionäre aus der Ukraine, Kroatien, Spanien, Bulgarien, Irland und Italien könnten Deutschland gefährlich werden. Sie verstehen sich gut mit Fifa-Präsident Gianni Infantino, der DFB-Chef Reinhard Grindel ablehnt.

Der Mann im Fokus

Es ist Grindel, um den es sich bei der EM-Vergabe in Deutschland maßgeblich dreht. Und er ist umstritten – als Person, als DFB-Chef.

Selbst ein Fußball-Fan: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will die EM 2024 in die Türkei holen.

Der türkische Präsident Erdogan, selbst großer Fußballfan, hat in seinem Land derzeit einige Sympathisanten mehr. Auch bei vielen osteuropäischen Funktionären ist der Diktator längst nicht so umstritten wie in Deutschland. Das könnte sich positiv für die Türkei auswirken.

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