Sie machten gemeinsam die Trainerausbildung

Ex-Löwe Carsten Lakies über Sebastian Hoeneß: „Er ist anders als Dieter und Uli“

Sebastian Hoeneß
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Neuer Trainer der TSG Hoffenheim: Sebastian Hoeneß.

Carsten Lakies (49) kennt die Brüder Uli und Dieter Hoeneß persönlich. Der Kasseler spielte ein Jahr beim FC Bayern (1996 - 1997) und ein Jahr bei Hertha BSC (1997 - 1998). Uli war Manager in München, Bruder Dieter in Berlin.

Kassel – Bereits während seiner Zeit in der Hauptstadt hatte der ehemalige Spieler des KSV Hessen Kassel sowie OSC Vellmar und KSV Baunatal erstmals Kontakt zu Sebastian Hoeneß, Sohn von Dieter, nun Cheftrainer des Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim.

Lakies selbst trainierte unter anderen den KSV Baunatal (2008 - 2010), die SVG Göttingen (2010 - 2011) und den FSC Lohfelden (2011 - 2013). Anschließend machte er seinen Fußball-Lehrer – und drückte dabei die Schulbank mit dem heute 38 Jahre alten Sebastian Hoeneß. Wir haben mit Lakies gesprochen. Der Ex-Profi über ...

... seinen ersten Eindruck von Sebastian Hoeneß: „Zu meiner Berliner Zeit hat Dieter Hoeneß Basti immer mal mitgenommen. Aber da kann man nicht wirklich von kennenlernen sprechen. Das ist so, als würdest du einen Sohn oder eine Tochter von einem Bekannten auf der Straße treffen. Richtig kennengelernt habe ich ihn dann später bei der Trainerausbildung (2013 und 2014). Mit Uli und Dieter Hoeneß hatte ich damals bereits Kontakt. Basti ist ein ruhiger und angenehmer Gesprächspartner, eher introvertiert. Da ist er anders als sein Vater und sein Onkel. Aber er konnte auf dem Platz dann auch schon mal aus sich herausgehen.“

... seinen Kontakt zu Sebastian Hoeneß: „Wir hatten während der Ausbildung zum Fußball-Lehrer in der Sportschule in Hennef zehn Monate unsere Zimmer nebeneinander. Wir haben damals ja auch öfter Gruppenarbeiten machen müssen und dabei bis in die Nacht in Dreiergruppen zusammengesessen. Da waren wir häufig in einem Trio. Auch danach haben wir uns öfter mal gesehen. In seiner Leipziger Zeit als Nachwuchstrainer oder später dann in München.“

... den Spielstil, den Sebastian Hoeneß bevorzugt: „Er ist schon ein Trainer, der offensiv spielen lassen will, gern Ballbesitz hat und das Spiel aktiv bestimmt. In Leipzig und bei den Bayern hatte er natürlich top Bedingungen. Dass er gut mit jungen Spielern umgehen kann, das hat er bewiesen. Nicht zuletzt jetzt mit der Meisterschaft mit der Reserve des FC Bayern. Nun muss man sehen, wie es läuft, wenn er eine Mannschaft voller gestandener Profis führen muss. Das ist noch mal etwas anderes, da muss man abwarten, ob das funktioniert. Aber ich traue ihm das absolut zu.“

... den Vorteil, ein Hoeneß zu sein: „Ich glaube nicht, dass er nun da ist, wo er ist, weil er den Namen Hoeneß trägt. Uli und Dieter Hoeneß sind Menschen, die immer polarisiert haben. Entweder mag man sie oder eben nicht. Aber was der Basti erreicht hat, das hat er sicht selbst erarbeitet. Ich denke aber schon, dass er sich von den beiden einiges abgeschaut haben wird. Auch was Menschenführung angeht. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass der Umgang von Uli Hoeneß mit den Mitarbeitern beim FC Bayern immer sensationell war. Und er wird sich sicher auch von seinem Vater beraten lassen.“

... den Familienmenschen Sebastian Hoeneß: „„In die Zeit, in der wir damals den Fußball-Lehrer gemacht haben, fiel auch die ganze Geschichte mit Uli Hoeneß und der Steuerhinterziehung. Die Anklage 2013 und die Verurteilung 2014. Da hat man gemerkt, wie sehr ihn das mitgenommen hat. Der Zusammenhalt in der Familie Hoeneß ist sehr stark.“

... den besseren Abschluss: „Ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung. Ich weiß, dass Achim Beierlorzer damals Jahrgangsbester war, er ist ja mittlerweile Trainer bei Mainz 05. Das waren zehn so intensive Monate, ich wollte einfach bestehen, die Note war mir wurscht, und ich kann gar nicht mehr genau sagen, wer welche Note hatte und ich weiß auch nicht, wie Basto da abgeschnitten hat.“

Carsten Lakies

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