Partien besser als ihr Ruf

Als Philipp Lahm das Sommermärchen eröffnete - ein Rückblick auf Auftaktspiele der WM

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Ein Traumtor: Der deutsche Verteidiger Philipp Lahm traf im Eröffnungsspiel der WM 2006 gegen Costa Rica.

Vor der Partie der gastgebenden Russen gegen Saudi-Arabien (17 Uhr/live in der ARD) blicken wir zurück auf einige Auftaktpartien mit hohem Unterhaltungswert – darunter auch welche mit deutscher Beteiligung.

1966, WM-Eröffnungsspiel. England gegen Uruguay. Endstand: 0:0. 1970, die Auftaktpaarung der Fußball-Weltmeisterschaft lautet Mexiko gegen Sowjetunion. Der Endstand? 0:0. 1974, WM in Deutschland. Brasilien trifft zum Turnierbeginn auf Jugoslawien. Der Endstand? Wieder ein 0:0. 1978, zum WM-Start in Argentinien muss Titelverteidiger Deutschland gegen Polen ran. Der Endstand? Sie werden es ahnen, 0:0. Dabei sind die WM-Eröffnungsspiele besser als ihr Ruf. 

Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland

Das torreichste Eröffnungsspiel fand mit deutscher Beteiligung statt. Beim Sommermärchen legte die DFB-Elf des früheren Bundestrainers Jürgen Klinsmann einen spektakulären Start hin: Gegen Costa Rica gelang in München ein 4:2-Sieg. Der spätere WM-Torschützenkönig Miroslav Klose erzielte zwei seiner insgesamt fünf Turniertore im ersten Gruppenspiel.

Kurios:Nach exakt fünf Minuten und neun Sekunden gelang Bayern-Profi Philipp Lahm das vielleicht schönste Tor, das jemals in einem WM-Eröffnungsspiel geschossen wurde. Der Defensivmann zog von der linken Seite Richtung Strafraumeck und traf ins rechte obere Eck.

Fußball-Weltmeisterschaft in Italien 1990

„Das war kein bloßer Knaller, das war eine gewaltige Explosion.“ So fasste Rolf Wiesemann, der damalige Redaktionsleiter dieser Zeitung, den Ausgang des Eröffnungsspiels am 8. Juni 1990 zusammen. Denn Fußball-Zwerg Kamerun schlug sensationell in Mailand den amtierenden Weltmeister Argentinien 1:0. Nach einem Freistoß köpfte Francois Omam-Biyik (66.) zum umjubelten Sieg ein.

Kurios: Die Afrikaner waren in der letzten halben Stunde in Unterzahl. Erst sah André Kana-Biyik (61.) die Rote Karte, kurz vor Ende flog auch noch Benjamin Massing (89.) vom Feld.

Fußball-Weltmeisterschaft in Chile 1962

Bei den ersten Turnieren gab es nicht immer ein typisches Eröffnungsspiel – teilweise fanden mehrere Auftaktspiele zur selben Zeit statt. Wie in Chile: Dort feierte der Gastgeber zum Start einen 3:1-Erfolg gegen die Schweiz. Zwar gingen die Eidgenossen früh in Führung, dann aber legten die Chilenen einen wahren Sturmlauf hin. Leonel Sanchez (2) und Jaime Ramirez drehten das Spiel.

Kurios:Nur 65.000 Zuschauer kamen in das 77.000 Plätze fassende Nationalstadion von Santiago de Chile. Dies war umso bemerkenswerter, als das Fernsehen noch in den Kinderschuhen steckte. Die deutsche Mannschaft um Fritz Walter verfolgte die Begegnung in seinem Quartier vor zwei eher mickrigen TV-Geräten. Bildqualität? Schlecht.

Fußball-Weltmeisterschaft in Uruguay 1930

Bei der ersten Weltmeisterschaft gab es einen fulminanten Beginn: Frankreich gewann 4:1 gegen Mexiko. Als zweifacher Torschütze zeichnete sich André Mascinot vom FC Sochaux aus.

Kurios: Der französische Torwart Alex Thepot musste bereits in der 26. Minute verletzungsbedingt vom Feld. Er wurde durch den rechten Außenläufer Augustin Chantrel ersetzt.

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