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Die deutsche Fußball-Nationalspielerin Marina Hegering: Erstes Länderspiel mit 28, Abwehrchefin mit 32

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Von: Maximilian Bülau

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Marina Hegering.
Nicht nur auf dem Platz sehr beweglich: die deutsche Abwehrchefin Marina Hegering nach dem Sieg gegen Spanien. ©  Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Vor der Fußball-EM der Frauen in England stand hinter ihr das größte Fragezeichen. Und sie reagierte mit großen Ausrufezeichen auf dem Feld.

Marina Hegering, 32, ist die Abwehrchefin der deutschen Nationalmannschaft der Frauen – dabei absolvierte sie in der vergangenen Saison wegen Knieproblemen für ihren Verein Bayern München nur fünf Partien, vier davon für die zweite Mannschaft. Doch Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg setzt voll auf die 1,70 Meter lange Innenverteidigerin.

Zwischen der Spielerin und der Trainerin gibt es eine lange Geschichte. Hegering, die aus Bocholt in Nordrhein-Westfalen stammt, begann ihre Karriere bei den Seniorinnen 2007 in Duisburg. Ein Jahr später wurde Voss-Tecklenburg ihre Trainerin. Zusammen gewannen sie zweimal den DFB-Pokal (2009 und 2010) sowie den Uefa Women’s Cup, den Vorgänger der Champions League.

2011 verließen beide den Klub. Voss-Tecklenburg wurde Trainerin von Jena, Hegering studierte Sport, begann eine kaufmännische Ausbildung, arbeitete in einem Bauunternehmen. In ihrer letzten Saison für Duisburg hatte sie sich eine Fersenverletzung zugezogen, wurde operiert, die Wunde verheilte nicht richtig. Hegerings aufgehender Stern – 2010 war sie mit ihren heutigen Nationalmannschaftskolleginnen Almuth Schult, Svenja Huth und Alexandra Popp U20-Weltmeisterin geworden – nahm eine rasante Talfahrt. Von 2011 bis 2017 geriet Fußball in den Hintergrund, einzig 2013 konnte sie für Bayer Leverkusen mal ein paar mehr Spiele absolvieren.

Eine Phase, in der die Karriere kurz vor dem Ende stand. Doch Hegering kämpfte. 2017 kehrte sie in die Bundesliga zurück, unterschrieb in Essen. Und nachdem sie alle DFB-Nachwuchsteams von der U15 bis zur U20 durchlaufen hatte, war es 2019 dann endlich soweit: Sie machte ihr erstes A-Länderspiel.

Bei der WM vor drei Jahren berief Voss-Tecklenburg sie in den Kader, sie war eine Stütze der Defensive – aber ihr unterlief im Viertelfinale gegen Schweden auch ein folgenschwerer Fehler, der zum Ausgleich führte und ein Bruch in der Partie zur Folge hatte. Das Aus.

Doch fallen ließ die Bundestrainerin sie nicht. Und das zahlt sich bei der derzeit laufenden EM aus. Deutschland ist neben Gastgeber England das einzige Team, das die Gruppenphase ohne Gegentor überstanden hat – bei Gegnern wie Dänemark und Spanien keine Selbstverständlichkeit.

Hegering und Hendrich bilden die deutsche Innenverteidigung. Hendrich, Vorname Kathrin, ergänzt sich gut mit Hegering, die eher den Drang nach vorn hat. Gegen Finnland am Samstag absolvierte die 32-Jährige ihr erst 23. Länderspiel. Es sollen noch einige dazukommen. Das nächste steht im EM-Viertelfinale am Donnerstag gegen Österreich an. (Maximilian Bülau)

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