Sechs Spiele an zwei Tagen

Erstes Wochenende bei der Tischfußball-EM: Niederlande stark, England verliert

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Sie absolvierten ihre erste Partie: Björn Sauer (links) trat mit Belgien gegen Fabian Sippel und Russland an.

Sie nimmt an Fahrt auf, die Tischfußball-EM unserer Zeitung.

In vier von sechs Gruppen – nämlich A, B, C, D – rollte der Ball schon am Kickertisch – ganz so, wie es der Spielplan der großen EM vorsieht. Hier sind die Duelle des Wochenendes.

Gruppe A

Wales - Schweiz 4:5, 3:5

Die Italien-Gruppe: „Die Zehner waren früher meine“, legt Ex-Fußballer Wayne Thomas, der für Wales an den Start geht, gleich mal die Marschroute vor. Gegner Peter Stohler, Leiter der Grimmwelt in Kassel, tritt der passionierte Defensivspieler dann aber doch nicht – auch nicht unterm Tisch. Obwohl Stohler im Schweizer Dress in zwei Sätzen gewinnt. Im zweiten Durchgang liegt Thomas bereits 1:4 hinten. Dann trifft er und kommentiert: „Da war ich selbst überrascht.“ Beim 3:4 sagt er: „Jetzt hast du Mitleid.“ Kurz darauf steht es 5:3 für die Schweiz. Doch kein Mitleid.

Gruppe B

Belgien - Russland 5:0, 5:2

Auf der Landkarte liegen zwischen den Hauptstädten Brüssel und Moskau gut 2500 Kilometer. Am Kickertisch aber sind sich Belgien und Russland viel näher. Denn Björn Sauer (vertritt Belgien, weil er mal in Knokke am Strand war und während eines Fußballcamps Torhüterlegende Jean-Marie Pfaff getroffen hat) und Fabian Sippel (vertritt Russland, weil er die Namen der halben russischen Nationalmannschaft kennt und das russische Tennis-Ass Maria Scharapowa sowieso) sehen nicht nur aus wie Zwillingsbrüder, sondern sind auch ziemlich beste Freunde. Beide haben beim SV Espenau gekickt. Und kurz vor der Abfahrt haben sich beide am Kicker im Hause Sauer aufgewärmt. Ein Duell auf Augenhöhe?

Zumindest technisch. Beide führen den Torhüter mit links, bedienen die anderen Reihen mit der rechten Hand. Im Spiel aber macht Belgien kurzen Prozess. Im ersten Satz steht die Null – Sauer kann als Fußball-Torhüter also nicht nur Tore verhindern, sondern auch schießen. Beim Stand von 1:1 und 4:2 trifft immerhin auch mal Russland. „Passt schon“, kommentiert Sauer und grinst. Ob das wohl ein Freundschaftsdienst war?

Dänemark - Finnland 1:5, 0:5

Der EM-Neuling entpuppt sich als Überraschungsei: Ralf Geisel glänzt als Koch nicht nur mit Spezialwissen über Finnland („Bei der Kieler Woche gibt’s als Spezialiät Rentier-Braten“). Er spielt auch für den TFC Knüllwall in der Tischkicker-Verbandsliga. Sagen wir mal so: Seine Ballbehandlung kann sich sehen lassen. Heinz Neumann, der Dänemark liebt und früher als Technischer Redakteur Handbücher für Fahrzeuge der dänischen Armee geschrieben hat, erkennt das an. Neben Lob für den Gegner („Du spielst wohl öfter“) ärgert er sich eher darüber, dass er zuerst ins eigene und erst dann ins gegnerische Tor trifft. Und immerhin bringt er Geisel ins Schwitzen. „Ganz schön anstrengend“, lobt der Finne. „Nicht nur wegen der Hitze.“

Gruppe C

Österreich - Kosovo 5:4, 5:4 Die Auftaktpartie in Gruppe C hält alles, was sie eigentlich nicht verspricht. „Ich spiele schon 15 Jahre Tischkicker-Turniere“, versucht der österreichische Ex-Handballprofi Michael Kopeinigg gleich mal einzuschüchtern. Der Kasseler Fußballtrainer Leon Palushaj glaubt ihm nicht und meint: „Das ist doch Not gegen Elend hier.“ Torreich ist es in jedem Fall. Palushajs Fazit: „Ich wollte eigentlich nach Österreich in den Urlaub. Das überlege ich mir jetzt noch mal.“

Michael Lattemann

Niederlande - Ukraine 5:2, 5:1

Oranje erwischt mit Leser Michael Lattemann aus Baunatal einen Start nach Maß. „Ich habe keine Kondition, also muss ich auf die schnellen Tore gehen“, sagt der Baunataler, der dann auch von vier Torwartfehlern der Ukraine um HNA-Sportredakteur Maximilian Bülau profitiert. „Man sah bei den Niederlanden schon ein paar Vorkenntnisse und ein bisschen Spielverständnis“, sagt unser Kicker-Experte Robert Horn.

Gruppe D

England - Kroatien 1:5, 1:5

Iljo Duketis

Die Ballgröße spricht in diesem Duell eigentlich für England. Starter Andrew Winstanley ist Golflehrer, Gegenüber Iljo Duketis unterrichtet Handball. Duketis vermisst dann auch gleich das Harz am Griff. Stört ihn dann aber doch nicht so. Mit England macht er kurzen Prozess. Liegt es am fehlenden englischen Rasen? Zumindest fürchtet Winstanley nun: „Wenn ich so weitermache, dann verliere ich meinen britischen Pass.“

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