Fußball-Kreisoberliga Nord:

Bunstruth/Hainas Trainer Keith Möbus nach Saisonabbruch: „Es ist ein komisches Gefühl“

Keith Möbus, Trainer der SG Bunstruth/Haina, steht am Spielfeldrand
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Blickt mit gemischten Gefühlen auf die abgebrochene Saison zurück: Keith Möbus, Trainer der SG Bunstruth/Haina.

Eigentlich sollte an dieser Stelle eine Zwischenbilanz der SG Bunstruth/Haina stehen. Doch die macht keinen Sinn mehr, nachdem die Saison endgültig abgebrochen wurde. „Es ist ein seltsames Gefühl“, findet Keith Möbus, Trainer des Fußball-Kreisoberligisten.

Haina/Grüsen – Die SG darf nach dem Abbruch zwar auch in der kommenden Saison in der KOL auflaufen, doch Gratulationen zum „Klassenerhalt“ will der ehemalige Torhüter nicht so recht annehmen. „Ich weiß gar nicht, wie man den Verbleib in der Liga nennen soll. Klassenerhalt hört sich irgendwie komisch an“, sagt der Grüsener.

Der kennt solch ein komisches Gefühl mittlerweile aber gut, denn seine SG ist zum zweiten Mal vom vorzeitigen Ende besonders betroffen. Wobei es hier nicht um das sportliche Ergebnis geht, denn sportlich hatte die SG in den vergangenen beiden Spielzeiten ihre Ziele erreicht – trotz der Abbrüche. 2020 stieg die SG aufgrund der Quotientenregel als Meister auf, 2021 hielt sie die Klasse.

Was damals wie heute aber fehlt, sind die Emotionen, die einen Aufstieg und die darauf folgende erste Saison in der neuen Liga ausmachen. „Wir konnten im letzten Jahr ja nicht mal den Aufstieg feiern“, sagt Möbus. „Aber darum geht es doch auf Kreisebene. Wir spielen sicher für den Erfolg, aber man geht auch zum Training, um jemanden zu treffen, sich auszutauschen, ein Bier oder eine Cola zusammen zu trinken.“ Und weiter: „Da fehlt derzeit etwas. Der soziale Kontakt ist abgebrochen.“

Die abgebrochene Saison ist für Möbus schon weit weg. Zehn Partien hatte die SG absolviert, stand mit zwölf Zählern auf Rang 13. Das letzte Spiel absolvierte Bunstruth/Haina am 21. Oktober beim 1:1 gegen Spitzenreiter SG Oberes Edertal – fast sechs Monate sind seitdem vergangen. Dabei schien die Spielgemeinschaft auf einem guten Weg Richtung Klassenerhalt. Nach wechselhaftem Beginn bedeutete das klare 8:0 in Hatzbach die Wende. Es folgten jeweils achtbare 1:1-Unentschieden gegen die Spitzenteams Amöneburg, Cappel und Oberes Edertal.

„Wir hatten einen Lauf und Selbstvertrauen gesammelt“, blickt Möbus zurück. „Wir hatten in den Spielen defensiv gut gestanden und vorne eiskalt zugeschlagen.“ Sein Team hätte sich im Herbst in der Liga gut zurechtgefunden. Der Unterschied zwischen der A-Liga und der KOL? „In der A-Liga kannst du dich auf deine guten Einzelspieler verlassen. Das geht in der Kreisoberliga aber nicht. Da musst du dich auf die Mannschaft verlassen.“

Seit November liegt der Trainingsbetrieb nun brach. Mehr als individuelles Training zum Fithalten war nicht möglich. „Das ist eine Katastrophe“, beschreibt Keith Möbus die mittlerweile lange Pause und man merkt, dass dem Trainer etwas fehlt. „Man hat zwar mehr Zeit und das ist eine gewisse Zeit auch sehr schön. Aber so langsam steigt die Lust wieder. Die Situation ist irgendwie unbeschreibbar.“

Auch die Planungen für die neue Runde seien schwer. Zwar geht Möbus davon aus, dass seine Spieler alle bei der SG bleiben, Gespräche mit möglichen Neuzugängen seien aber kaum möglich. „Zu diesem Zeitpunkt entscheidet sich kaum jemand“, sagt der 49-Jährige, der auch von einer angedachten kreisinternen Pokalrunde nicht viel hält. „Du spielst eine Vorbereitung, um dich für die Saison vorzubereiten. Du spielst dann in der Liga, um Punkte zu holen. Das sind Ziele. Aber warum spielst du so etwas? Nur Just for Fun? Das finde ich schwer.“

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