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Bei vier Fußball-Bundesligisten kriselt es schon jetzt gewaltig

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Von: Maximilian Bülau, Björn Friedrichs

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Domenico Tedesco.
Steht bereits unter Druck: Domenico Tedesco hinkt mit Leipzig hinterher. © Imago/Picture Point LE

Es hätte so ein schöner Saisonstart in die Fußball-Bundesliga werden können. Domenico Tedesco und RB Leipzig, Gerardo Seoane und Bayer Leverkusen – sie waren die besten Rückrundenteams der Vorsaison, sie wollten nun vorn angreifen.

Beide Teams und Trainer stehen nun aber schon in der Kritik. Das Gleiche gilt für Niko Kovac in Wolfsburg und Thomas Reis in Bochum. Auch dort kriselt es schon gewaltig. Ein Blick auf die Unruheherde der Liga.

Hier herrscht die Krise

Fünf Spiele, null Punkte, dazu Querelen um die Vertragssituation des Trainers – beim VfL Bochum ist man nach dem Klassenerhalt auf dem harten Boden der Tatsachen aufgeschlagen. Auch gegen Aufsteiger Bremen gab es nichts Zählbares, weil zum einen zwei Bochumer Tore zurecht aberkannt wurden, zum anderen Niclas Füllkrug Bremen dank zweier später Treffer zum 2:0-Sieg schoss (86./90.+2). Für VfL-Trainer Reis könnte die Luft bald dünner werden. Sein Vertrag läuft nächstes Jahr aus, im Sommer soll er sich mit einem Wechsel zu Schalke 04 – nächste Woche Bochums Gegner – beschäftigt haben.

Mehrere Probleme gibt es auch in Wolfsburg. Dort wollte der VfL mit dem neuen Trainer Niko Kovac das internationale Geschäft wieder in den Blick nehmen, davon sind die Wölfe aktuell aber weit entfernt. Genau wie Bochum ist Wolfsburg noch sieglos, gegen den 1. FC Köln gab es trotz Führung eine 2:4-Niederlage. Zwei Punkte nach fünf Spielen: Schlechter ist der VfL noch nie in eine Bundesliga-Saison gestartet. Neben den Streitereien um Max Kruse und dessen offensichtlich ungenügenden Fitnesszustands sucht Kovac weiter nach so etwas wie einer Stammformation. Nach dem Köln-Spiel kritisierte der Kroate: „Nicht dass ich ratlos bin. Aber ich glaube, dass wir viele Spielertypen haben, die von Haus aus den Kontakt nicht so suchen wie bei anderen Mannschaften.“ Sein Team zeige „viel zu wenig“.

Leipzigs Trainer Domenico Tedesco ging nach dem 0:4 bei Eintracht Frankfurt – der höchsten Bundesliga-Niederlage für RB neben einem 0:4 gegen Hoffenheim 2017 – sogar noch einen Schritt weiter. „Wir waren grottenschlecht, eine Katastrophe“, sagt er im Interview nach dem Duell zweier Champions-League-Teilnehmer. Er sprach seinen Spielern in aller Öffentlichkeit Aggressivität, Zweikampfhärte und Mentalität ab – nicht immer der cleverste Schritt eines Coaches.

Morgen empfangen die Leipziger in der Königsklasse Schachtjor Donezk. Die Frankfurter, für die Daichi Kamada (16.), Sebastian Rode (22.), Tuta (67.) und Rafael Borré (84./Elfmeter) erfolgreich waren, haben am Mittwoch dann Sporting Lissabon zu Gast – anders als RB mit ganz viel Selbstvertrauen.

Ebenfalls am Mittwoch in der Champions League im Einsatz ist Bayer Leverkusen, das beim FC Brügge antritt. Und auch bei der Werkself hatte man ähnlich wie in Leipzig nach dem ersten Saisonsieg in der Vorwoche die Hoffnung, dass sich das Blatt nun wendet. Doch zuhause verlor Bayern nach 1:0-Führung durch Kerem Demirbay (16.) und dem ersten Saisontreffer von Patrik Schick zum zwischenzeitlichen 2:2 noch 3:2 gegen den neuen Tabellenführer SC Freiburg. Fünf Spiele, vier Niederlagen – es kriselt schon jetzt gewaltig.

Hier herrscht der Frust

Von einer Krise kann man beim FC Bayern sicher noch nicht sprechen, doch das zweite Remis in Folge beim 1:1 gegen Union bedeutete beim Rekordmeister eben zumindest ein wenig Frust. Trainer Julian Nagelsmann reagierte auf Nachfragen dünnhäutig. Die Münchner gastieren am Mittwoch in der Königsklasse bei Inter Mailand. (Maximilian Bülau und Björn Friedrichs)

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