Ex-FIFA-Boss kritisiert Nachfolger

Blatter: Infantino sollte sich Beispiel an Putin nehmen

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Sepp Blatter (l.) ist gut mit Russlands Präsident Vladimir Putin befreundet

Im Gegensatz zu seinem Nachfolger hielte der russische Präsident sein Wort, erklärte Ex-FIFA-Boss Sepp Blatter. Den Videobeweis bei der WM hält er für eine schlechte Idee.

Zürich - Der ehemalige FIFA-Präsident Sepp Blatter hat seinen Nachfolger Gianni Infantino kritisiert. „Infantino hat bei seinem Amtsantritt versprochen, dass er die Probleme von mir und der FIFA lösen wird. Das hat er bisher nicht getan“, sagte Blatter der „Sport Bild“.

Angesprochen auf seinen Freund Vladimir Putin meinte er: „Infantino sollte sich ein Beispiel an Putin nehmen. Wenn ein Mann etwas verspricht, hält er es auch.“ Zwischen Blatter und Putin hatte sich im Rahmen der Vergabe um die WM 2018 an Russland eine persönliche Freundschaft entwickelt, obwohl Blatter Putin keine Garantien für die Vergabe gegeben habe.

Mit Infantino dagegen herrsche Funkstille, so der wegen Ethikvergehen gesperrte Blatter: „Ich kämpfe noch um einige Bezüge, die mir zustehen. Er hat gesagt, ich solle eine Liste machen, und er wolle sich darum kümmern. Als ich dann nachgehakt habe, bekam ich nur die Antwort, das sei jetzt Sache der Anwälte. Seitdem herrscht Funkstille.

„Infantino sollte ‚Respect‘-Aufnäher tragen“

Blatter trat nach: „In der Champions League haben die Spieler einen ‚Respect‘-Aufnäher auf dem Trikot. Den sollte auch Infantino auf dem Anzug tragen.“

Putin und er dagegen würden zusammenpassen: „Wir werden beide nicht überall unkritisch gesehen.“ Blatter bezweifelt auch, dass sich das russische Staatsdoping auch auf den Fußball ausgeweitet haben soll: „Das hat es im Wintersport gegeben. Aber ich wehre mich dagegen, dass versucht wird, den Fußball hineinzuziehen. Bewiesen ist nichts.“ Trotz strenger Kontrollen bei der WM 2014 „wurde nichts gefunden.“

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Blatter gegen Videobeweis bei WM

Auch beim Thema Videobeweis steht Blatters Meinung gegen Infantinos. Blatter sprach hat sich gegen die Nutzung des besonders in Deutschland umstrittenen Videobeweises bei der Fußball-WM in diesem Sommer aus. „Man kann die WM doch nicht als Versuchskaninchen für einen solch schwerwiegenden Eingriff ins Spielgeschehen benutzen.“ Da Infantino ein Befürworter des sogenannten Video Assistant Referees (VAR) ist, wird derzeit mit einer Nutzung der Technik bei der WM gerechnet.

In seiner Amtszeit als Chef des Fußball-Weltverbandes von 1998 bis 2015 hatte Blatter technische Neuerungen stets kritisch gesehen und unter anderem die Nutzung der Torlinientechnik bei der WM 2014 erst nach massiven Schiedsrichterfehlern beim Turnier 2010 in Südafrika schließlich doch befürwortet. „Es wäre falsch, den Videobeweis in Russland einzusetzen, dafür ist er zu unausgereift, viele Länder legen ihn noch unterschiedlich aus.“

Das Internationale Football Association Board (IFAB) entscheidet bei seiner Jahressitzung am 2. März über eine Nutzung des Videoreferees bei der kommenden WM. Mit einer wahrscheinlich bindenden Empfehlung des Gremiums wird schon nach dem Treffen der Funktionäre am 22. Januar gerechnet. Martin Glenn, Generalsekretär des englischen Fußballverbandes und in dieser Funktion IFAB-Mitglied, mahnte an, dass die Videoassistenten nicht zu oft ins Spiel eingreifen dürften und international einheitlich agieren müssten. In der Bundesliga hatte es in der derzeit laufenden Testphase massive Kritik an unterschiedlichen Auslegungen und auch Fehlern der VAR gegeben. Der Videobeweis wurde bislang in 13 Ländern getestet.

dpa

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