Er wurde in der Sowjetunion geboren

KSV-Fußballer Evljuskin über WM-Gastgeber Russland: „Ein gastfreundliches Land“

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Spielt beim KSV Hessen Kassel: Sergej Evljuskin im Löwendress.

Kassel. Sergej Evljuskin vom KSV Hessen Kassel war eines der besten deutschen Fußball-Talente. Geboren wurde er in der Sowjetunion. Hier stellt er das Gastgeberland der WM vor.

Der 30 Jahre alte Fußballer Sergej Evljuskin wurde in der Sowjetunion geboren, heute liegt sein Geburtsort in Kirgisistan. Zum Start der Weltmeisterschaft in Russland sprachen wir mit dem Mittelfeldspieler über seine Erfahrungen mit dem Gastgeberland.

Rolle des Fußballs in Russland

„Russland ist eine sportliche Nation, der Fußball spielt dabei aber keine große Rolle. Die Nummer eins ist sicher Eishockey, danach kommen Leichtathletik, Eiskunstlauf und Tennis, was besonders bei Frauen beliebt ist. Man sieht ja, wo die Russen bei Olympischen Spielen besonders viele Medaillen holen. Bei etwa 140 Millionen Einwohnern ist es etwas komisch, dass es nicht mehr russische Fußballtalente gibt. Ich hatte erwartet, dass im Vorfeld der WM ein Ruck durch Russland geht. Aber vielleicht kommt das noch. Die WM 2006 hat den Fußball hier auch auf ein höheres Niveau gehoben.“

WM-Chancen der Russen

„Die Russen müssen erst mal die Gruppe überstehen. Es wäre etwas peinlich, würde der Gastgeber früh ausscheiden. Bei der WM 2002 hat der Heimvorteil gewirkt. Südkorea kam damals bis ins Halbfinale, vielleicht ist so was wieder möglich.“

Die Fankultur in Russland

„Habe ich persönlich noch nicht viel von mitbekommen. Mit der U18-Nationalelf waren wir mal bei einem Turnier in Sankt Petersburg. Weil Winter war, haben wir in einer Halle gespielt, auch gegen die russische Auswahl. Da waren schon einige interessierte Zuschauer, es war angenehm, aber nicht außergewöhnlich.“

Die Gastfreundschaft der Russen

„Russen gelten oft als kühl, streng und distanziert. Von meiner Familie und Freunden weiß ich aber, dass die Menschen in Russland gastfreundlich sind. Gerne werden auch Fremde zum Essen eingeladen. Ich bin mir sicher, dass alle ausländischen Fans willkommen geheißen werden. Vielleicht kann es ein Problem mit der Sprache geben, weil Englisch wenig verbreitet ist. Junge Leute in Großstädten sprechen aber oft gut Englisch.“

Eigene internationale Turnier-Erfahrungen

„Bei so einem Turnier hängen die Spieler viel aufeinander. Untereinander muss man gut auskommen, sonst wird die freie Zeit zur Belastung. Der Teamspirit ist ganz wichtig. Die Jungs müssen gerne aufeinanderhängen.“

Die Vorfreude auf die Weltmeisterschaft

„Ich freue mich auf Fußball jeden Tag, interessante Spiele und das gemeinsame Gucken mit Freunden und anderen. Das soziale Drumherum ist einfach toll.“

Evljuskins Weltmeister-Tipp

„Die deutsche Mannschaft zählt zu den drei, vier Topfavoriten auf den Turniersieg. Den Turnierbaum habe ich zwar nicht im Kopf, ich tippe aber mal auf Deutschland gegen Argentinien im Finale. Deutschland gewinnt 2:1.“

Zur Person

Sergej Evljuskin wurde am 4. Januar 1988 in Alexejewka (heute Kirgisistan, bis 1991 Kirgisische Sozialistische Sowjetrepublik) geboren. Er wuchs ab 1990 in Braunschweig auf. Als Fußballprofi begann er seine Karriere 2006 beim VfL Wolfsburg. Über Rostock, Babelsberg und Goslar kam er 2014 zum KSV Hessen Kassel. 2005 und 2006 gewann er jeweils die goldene Fritz-Walter-Medaille für den besten Nachwuchsspieler. Weitere Bekanntheit erlangte er durch seine Autobiografie „Eigentlich wäre ich jetzt Weltmeister“.

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