Von Fußballern, die Geschichten liefern

Färöer, Füllkrug und Forsberg: Ein Spieltag der besonderen Tore

Bielefelds Joan Simun Edmundsson (Mitte) und Marcel Hartel (links neben ihm).
+
Der Siegtorschütze: Bielefelds Joan Simun Edmundsson (Mitte) feiert seinen Treffer zum 1:0 gegen Köln. Links neben ihm: Marcel Hartel.

Tore in der Fußball-Bundesliga und ihre Verursacher sorgen häufig für Geschichten. An diesem Spieltag ist das vermehrt der Fall. Wir erzählen einige.

Der Exot

Jóan Simun Edmundsson ist 29 Jahre alt und wurde in Toftir, einem Ort mit etwas mehr als 800 Einwohnern, auf den Färöern geboren. Der offensive Mittelfeldspieler ist im dritten Jahr für Aufsteiger Arminia Bielefeld im Einsatz, somit nun in der ersten deutschen Liga aktiv. Das ist schon ein Novum für einen Fußballer von den Färöern. Neben Torhüter Gunnar Nielsen, der 2010 mal eine Partie für Manchester City machte (0:0 gegen Arsenal), ist er einer von zwei Profis, die sich außerhalb der kleinen Inselgruppe im europäischen Fußball durchgesetzt haben.

Doch nicht nur das. Nach seiner Einwechslung gegen Köln gelang Edmundsson gleich sein erstes Bundesliga-Tor – es war das entscheidende 1:0. Übrigens: Vorlagengeber war der aus Calden stammende Torhüter Stefan Ortega mit einem langen Pass. Nicht der erste Treffer, den der Torwart so vorbereitete.

Der Nachwuchs

Am Samstag berichtete diese Zeitung über Söhne, die ihren Vätern nacheifern und ebenfalls in der Bundesliga treffen. Erwähnt wurde dabei auch Mateo Klimowicz, Sohn von Diego Klimowicz. Der 20 Jahre alte Angreifer des VfB Stuttgart hatte bis zu diesem Samstag noch kein Tor im deutschen Oberhaus erzielt. Ja, bis zum Samstag.

Doch gegen den FSV Mainz 05 ließ Klimowicz den Mainzer Torhüter Robin Zentner mit einer tollen Körpertäuschung aussteigen und schob dann ins leere Tor zum 3:1 ein. Neben ihm waren auch seine Kollegen Silas Wamangituka, Daniel Didavi und Sasa Kalajdzic erfolgreich. So drehte der Aufsteiger die Partie zu einem 4:1-Sieg, nachdem Robin Quaison die 05er noch in Führung gebracht hatte.

Der lange Bekannte

Das Verhältnis von Bremens Trainer Florian Kohfeldt und Stürmer Niclas Füllkrug (27) hatte vor Kurzem im Training etwas gelitten. Kohfeldt schickte Füllkrug nach einem Streit vorzeitig in die Kabine. Doch im Krisenduell gegen Schalke 04, da bot er ihn überraschend von Beginn an auf, obwohl Davie Selke am vergangenen Wochenende noch getroffen hatte.

Kohfeldt kennt Füllkrug schon lange, trainierte ihn bereits in Bremens Nachwuchs. Und er betonte, dass der Streit bereits nach dem Training in der Kabine ausgeräumt worden war. Fülle – so Füllkrugs Spitzname – dankte seinem Trainer dieses Vertrauen mit drei Treffern zurück. Und sorgte im Krisenduell im Alleingang für die Entscheidung.

Eine starke Bundesliga-Premiere gab bei den Bremern der zentrale Mittelfeldspieler Jean Manuel Mbom (20), der aus Bovenden im Landkreis Göttingen stammt, dort auch in der Jugend aktiv war.

Der Wiedererstarkte

Emil Forsberg und RB Leipzig. Oder: Eine Traumehe, die in jedem Sommer von Wechselwünschen des Schweden beeinträchtigt wird. In der vergangenen Saison fehlte Forsberg dann häufig angeschlagen, kam meistens von der Bank.

Doch mit Beginn der neuen Saison setzt RB-Trainer Julian Nagelsmann wieder voll auf seinen 28 Jahre alten Offensivmann. Der traf schon beim Auftaktsieg gegen Mainz und legte ein Tor auf. Beim 1:1 gegen Leverkusen erzielte Forsberg erneut das 1:0. Doch Kerem Demirbay glich noch in der ersten Hälfte aus. Es blieb bei der Punkteteilung.

Der Lieblingsgegner

Daniel Caligiuri und Dortmund – das passt. Zumindest für den 32 Jahre alten Mittelfeldspieler des FC Augsburg. Beim 2:0-Sieg machte er mit dem zweiten Torschuss des FCA den zweiten Treffer, das 1:0 hatte Felix Uduokhai erzielt. Insgesamt war es bereits Caligiuris sechstes Tor gegen den BVB – gegen keinen anderen Gegner hat er häufiger getroffen.

Der Jüngere

In der vergangenen Saison verteidigte Keven Schlotterbeck für Union Berlin. Nun ist sein jüngerer Bruder Nico von Freiburg an die Berliner ausgeliehen. Gegen Gladbach gelang dem 20-Jährigen nun sein erstes Bundesliga-Tor – zum 1:1, nachdem Marcus Thuram die Borussia in Führung gebracht hatte. Bereits im DFB-Pokal hatte Schlotterbeck Union mit einem Treffer in der Verlängerung gegen Karlsruhe in die nächste Runde befördert.

Der Torgefährliche

Martin Hinteregger ist ein Abwehrspieler mit Torgefahr. In 144 Bundesliga-Spielen hat der Innenverteidiger von Eintracht Frankfurt bereits 14 Treffer erzielt. Doch manchmal beschränkt sich die Torgefahr des Österreichers nicht nur auf den gegnerischen Kasten – sondern auch auf den eigenen. Gegen Hertha BSC unterlief ihm sein bereits fünftes Eigentor. Mehr haben nur Nikolce Noveski und Manfred Kaltz (jeweils sechs) auf dem Konto. Frankfurt gewann in der Hauptstadt dennoch 3:1. (Maximilian Bülau)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.