Unterdurchschnittliche Punkteausbeute

FC Bayern müsste eigentlich Herbstmeister sein - Doch Statistik zeigt auch größte Schwäche

Der FC Bayern München steht zur Winterpause in der Tabelle historisch schlecht da. Eine vielsagende Statistik verrät aber: Die Herbstmeisterschaft war für den Rekordmeister durchaus möglich.

  • Der FC Bayern hat nach 17 Spielen nur 33 Punkte auf dem Konto.
  • Die Münchner stehen zum Abschluss der Hinrunde auf Tabellenplatz drei
  • Eine vielsagende Statistik rechnet die Bayern allerdings als Herbstmeister.

München - 33 Punkte sammelte der FC Bayern München in den 17 Bundesligaspielen vor dem Jahreswechsel. Weniger Zähler fanden sich beim Rekordmeister seit 2010 nicht unter dem Christbaum. Die merklichen Defensivprobleme führen allerdings zu einem noch historischeren Negativ-Wert. 24 Gegentore musste der Branchenprimus zuletzt in der Hinrunde der Saison 208/2009 hinnehmen. 

Beide Male stand auch am Ende des Jahres ein anderer Verein ganz vorn in der Tabelle. 2009 der VfL Wolfsburg, 2011 Borussia Dortmund. So geben Experten dem FC Bayern auch heute fast keine Chance mehr auf den Meistertitel. Allerdings beziehen sie sich dabei nur auf Tabellenverläufe vergangener Jahre und beziehen das tatsächliche Spiel kaum in die Rechnung mit ein. 

Ja, es stimmt, dass der Herbstmeister in einer überwältigenden Zahl der Fälle ein halbes Jahr später auch die tatsächliche Meisterschaft feiern durfte. Doch betrachtet man das spielerische Niveau der Top-Teams, muss man in dieser Spielzeit zumindest mit einer ganz spannenden Rückrunde rechnen. 

Herbstmeister FC Bayern? Wichtige Statistik spricht für die Münchner

Hasan Salihamidzic betonte erst kürzlich, der FC Bayern würde im Meisterrennen noch lange nicht aufstecken und habe nach wie vor alle Möglichkeiten. Bekräftigt wird diese These von einer vielsagenden Statistik. Nach „expected Goals“ sollten die Münchner nämlich Herbstmeister sein. 

Die Statistik der „expected Goals“ freut sich in den letzten Jahren stets wachsender Beachtung. Das ist kein Zufall, denn sie sind das einzige Werkzeug, das Spielglück und Pech im Abschluss aus der Rechnung streicht. „Expected Goals“ versuchen, die Qualität von Chancen zu beschreiben. Hierfür werden Situationen nach der Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Torabschlusses bewertet. Ein Elfmeter findet beispielsweise in circa 70 Prozent der Fälle den Weg ins Netz. 

Wird einem Team also ein Strafstoß zugesprochen, erhält es in der „expected Goals“-Statistik einen Wert von 0,7. Die Werte aller erspielten Chancen einer Partie ergeben am Ende dann den Spielstand, der ohne Pech oder Glück im Abschluss auf der Anzeigetafel stehen würde. Aus diesen Ergebnissen lassen sich dann die sogenannten „expected Points“ ableiten. 

„Expected Goals“: FC Bayern erspielt sich die besten Chancen

Wer die Spiele der Münchner gegen Leverkusen und Gladbach noch vor Augen hat, wird sich nun nicht wundern, dass der FC Bayern in dieser fiktiven Tabelle einiges an Boden gut macht. Der Spiegel wertete die „Expected Goals“-Statistik für jedes Hinrunden-Spiel aus und kam zu dem Schluss: Die Bayern müssten 4,4 Punkte mehr auf dem Konto haben und von Platz eins grüßen.

Position

Verein

Punkte (Expected Points)

Differenz

1

FC Bayern München

37,4

- 4,4

2

RB Leipzig

36,8

+ 0,2

3

Borussia M‘Gladbach

31,0

+ 4,0

4

Borussia Dortmund

29,4

+ 0,6

5

VfL Wolfsburg

28,8

- 4,7

6

Bayer Leverkusen

27,0

+ 1,0

7

Eintracht Frankfurt

26,3

- 8,3

8

FC Augsburg

22,8

+ 0,3

9

Union Berlin

21,8

- 1,8

10

TSG Hoffenheim

20,07

+ 6,3

11

FC Schalke 04

19,7

+ 10,3

12

1.FC Köln

18,9

- 1,9

13

FSV Mainz 05

18,9

- 0,9

14 

Hertha BSC Berlin

18,6

+ 0,4

15

Werder Bremen

18,2

- 4,2

16

SC Freiburg

18,0

+ 8,1

17

SC Paderborn

16,2

- 4,2

18

Fortuna Düsseldorf

15,8

- 0,7

Zahlen: Spiegel.de
FC Bayern nach „expected Goals“ Herbstmeister: Vor allem Gladbach ist effizienter

Vor allem die Überraschungsmannschaft aus Gladbach schneidet hier schlecht ab. Ganze vier Zähler fanden eher aus Zufall den Weg zu den Fohlen. Beinahe langweilige Genauigkeit findet sich hingegen bei Herbstmeister RB Leipzig. Die Bullen sind mit nur 0,2 Punkten zu viel so nahe am realen Wert wie kein anderes Team. Man darf hierbei allerdings auch nicht vergessen, dass es definitiv eine Qualität ist, das beste aus seinen Chancen zu machen.

„Expected Goals“: Frankfurt Pechvögel und Schalker Glücksritter

Eintracht Frankfurt hat zwar nichts mit dem Rennen um den Titel zu tun, doch die Zahlen der Adler sind schon beinahe erschreckend. Mehr als acht Punkte verlor die Hütter-Elf an mangelndes Spielglück. Die sportliche Frankfurter Misere wundert in Anbetracht dessen wohl kaum noch jemanden. Am meisten Glück hat Schalke 04. Die Knappen finden sich nach „expected Points“ plötzlich in der unteren Tabellenhälfte.

Zum Vergleich: Die reale Tabelle der Bundesliga

Position

Verein

Punkte

1

RB Leipzig

37

2

Borussia M‘Gladbach

35

3

FC Bayern München

33

4

Borussia Dortmund

30

5

FC Schalke 04

30

6

Bayer Leverkusen

28

7

TSG Hoffenheim

27

8

SC Freiburg

26

9

VfL Wolfsburg

24

10

FC Augsburg

23

11

Union Berlin

20

12

Hertha BSC Berlin

19

13

Eintracht Frankfurt

18

14

FSV Mainz 05

18

15

1. FC Köln

17

16

Fortuna Düsseldorf

15

17

Werder Bremen

14

18

SC Paderborn

12

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Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa / Matthias Balk

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