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Muss Neuer nach Skiunfall zahlen? Brazzo will „über alles sprechen“ – dann mischt sich Hoeneß ein

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Von: Stefan Schmid

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Der Skiunfall von Manuel Neuer hat den FC Bayern zusätzliches Geld gekostet, aber soll er dafür haftbar gemacht werden? Nun äußerten sich Brazzo und Hoeneß.

München - Die Verletzung von Manuel Neuer, die er sich beim Skitouren gehen zugezogen hat, bleibt weiter ein heißes Thema in München. Seit die Zahlen rund um den damit nötig gewordenen Transfer von Yann Sommer bekannt wurden, gibt es immer wieder Stimmen, die fordern, dass sich Neuer an den Kosten beteiligen soll. Während FCB-Sportvorstand Hasan Salihamidžić nichts ausschließen will, bezieht Ehrenpräsident Uli Hoeneß deutlich Stellung, wie auch tz.de berichtet.

Manuel Neuer
Geboren: 27.03.1986 (36) in Gelsenkirchen
Beim FC Bayern seit Juli 2011
Vertrag bis 30. Juni 2024
Leistungsdaten beim FC Bayern: 488 Pflichtspiele, 384 Gegentore, 233 Mal mit weißer Weste

Brazzo gibt Neuer „alle Zeit der Welt“

Salihamidžić musste aufgrund der Neuer-Verletzung nicht nur seinen Winter-Urlaub vorzeitig beenden, sondern hatte auch eine deutlich arbeitsreichere Winterpause als geplant. Doch im Interview bei Bild TV will er nichts von negativen Gefühlen gegenüber dem Torhüter wissen, wohl aber von einem Schock der Überbringung der schlechten Nachrichten: „Als ich angerufen wurde aus dem Krankenhaus als Manuel sich verletzt hat, war ich sehr schockiert.“

In erster Linie will der Sportvorstand seinen verletzten Kapitän den Rücken stärken und verweist dafür auch auf dessen bisherige Zeit im Trikot des FC Bayern. „Ihr erinnert euch auch daran, wie viel Freude uns Manuel Neuer bereitet hat, wie viel er mit uns gewonnen hat“, sagte Salihamidžić, der mit dem Blick auf die Gegenwart anfügt: „Jetzt werden wir ihn aber alle Zeit der Welt geben und jeden Support geben, um wieder fit zu werden. Das ist das Wichtigste.“

Salihamidžić: Frage über finanzielle Haftung soll „intern“ besprochen werden

Fakt bleibt aber, dass der Transfer von Yann Sommer nicht nötig gewesen wäre, hätte sich Neuer nicht verletzt. Mit Kritik am verletzten Torhüter wird dabei nicht gespart, so attestierte Markus Babbel dem FCB-Kapitän „lebensgefährliches“ Verhalten. Meist aber stehen bei den Fans die entstandenen Kosten von rund 20 Millionen Euro im Mittelpunkt, die der Sommer-Transfer im Gesamtpaket verursacht hat. Nun ist man sich beim FC Bayern dieser Problematik natürlich bewusst, verhält sich aber, zumindest von offizieller Seite aus, äußerst zurückhaltend, was die Haftungsfrage angeht.

So wurde in den letzten Tage bei diversen Anspielungen, ob denn keine Klausel für einen solchen Fall im Vertrag von Neuer stehen würde, meist mit gewollt lustigen Skifahrersprüchen vom Thema abgelenkt. Bei wiederholter Nachfrage konnte Salihamidžić jedoch die Möglichkeit einer finanziellen Beteiligung von Manuel Neuer nicht ganz ausschließen. Nach der erneuten Beteuerung „ihm wird die ganze Zeit gegeben, um wieder fit zu werden“, folgt dann doch die äußerst vage Ankündigung: „Über alles andere werden wir aber intern auch sprechen.“

Hoeneß ist „die ein oder andere Million“ egal

Uli Hoeneß, als Ehrenpräsident offiziell nicht mehr im operativen Geschäft tätig, tut sich hingegen deutlich leichter mit einem glasklaren Statement. Bei seinem an Meinung nicht armen Auftritt im Doppelpass legte die graue Eminenz des FCB seine eigene Sicht der Dinge dar. „Dass der Manuel einen Fehler gemacht hat, weiß er wahrscheinlich selbst. Man darf trotz allem nicht vergessen, was dieser Mann für den FCB geleistet hat“, wirbt er um Verständnis für die Situation von Manuel Neuer.

Uli Hoeneß hat eine klare Meinung, wie mit Manuel Neuer nun umgegangen werden soll.
Uli Hoeneß hat eine klare Meinung, wie mit Manuel Neuer nun umgegangen werden soll. © IMAGO/Eibner und Screenshot Instagram/manuelneuer

Ohnehin wären beim Rekordmeister ähnliche Themen immer „sehr human und sozial“ gehandhabt worden. „Da spielt die ein oder andere Million keine Rolle. Der Mensch ist das Wichtigste, dann kommt das Geld – nicht umgekehrt!“ Klare Kante also von Hoeneß, der sich allerdings auch nicht mehr für etwaige finanzielle Geschäfte beim FC Bayern verantworten muss. (sch)

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