Vorzeitiger Titelgewinn

Bayern-Genugtuung in Wolfsburg: Nach 6:0 zum 27. Mal Meister

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Die Bayern machen in Wolfsburg den Deckel drauf ihre 27. Meisterschaft.

Wolfsburg - Dem bitteren Pokal-K.o. folgt der vorzeitige Gewinn der Meisterschaft. Der FC Bayern ist zumindest in der Bundesliga am Ziel und feiert den 27. Titel-Triumph. In Wolfsburg gibt es ein standesgemäßes 6:0.

Karl-Heinz Rummenigge und Carlo Ancelotti lagen sich Sekunden nach dem Schlusspfiff für eine ganze Weile in den Armen, Philipp Lahm und Co. schlüpften derweil rasch in ihre Meistershirts. Am Ende von zwei frustrierenden Wochen kehrte beim FC Bayern München nach dem Gewinn der 27. Fußball-Meisterschaft das Lachen zurück.

„Die Meisterschaft ist der ehrlichste Titel. Wir sind zum fünften Mal in Folge Meister geworden, das ist etwas Außergewöhnliches und unglaublich“, lobte Vorstandsboss Rummenigge die Münchner nach dem berauschenden 6:0 (3:0) beim VfL Wolfsburg am Samstag und Ancelotti fügte hinzu: „Ich bin sehr glücklich. Nach der schwierigen Periode war es eine fantastische Erfahrung in der Bundesliga. Wir haben einen guten Job gemacht.“

Lahm will alles nochmal genießen

Eine rauschende Feier auf dem Wolfsburger Rasen wurde es nicht, dafür waren die bitteren Erinnerungen an das Aus in Champions League und DFB-Pokal noch zu frisch. Von einer schlechten Saison wollte aber keiner sprechen. „Wir haben nicht den arroganten Anspruch, jedes Jahr das Triple zu gewinnen. Wir haben eine gute Saison gespielt und sind total verdient Meister geworden“, ergänzte Rummenigge, und auch Kapitän Philipp Lahm betonte: „Vier Spieltage vor Schluss deutscher Meister zu werden, ist nicht selbstverständlich.“

Lahm führte die Münchner Feierlichkeiten ein letztes Mal an, mit seiner achten und letzten Meisterschaft hatte er bereits Erfahrung darin. Nun werde er „in den letzten drei Wochen jedes Training genießen“, sagte Lahm, der wie Xabi Alonso seine Karriere beendet.

Ein Genuss für die Münchner Fans war auch das 6:0 gegen Wolfsburg. David Alaba (19. Minute), Robert Lewandowski (37./45.), Arjen Robben (66.), Thomas Müller (80.) und Joshua Kimmich (85.) schossen den Rekordmeister zu einem Kantersieg, an deren Ende Wolfsburgs Torjäger Mario Gomez frustriert feststellen musste: „Zum Schluss war es gefühlt wie Männerfußball gegen Jugendfußball.“

Möglich gemacht hatte die Münchner Meisterparty zuvor der Patzer von Verfolger RB Leipzig beim 0:0 gegen den FC Ingolstadt. Mit nun 73 Zählern aus 31 Spielen ist den Bayern damit der Titel nicht mehr zu nehmen. Leipzig weist 63 Punkte auf.

Wolfsburg in akuter Abstiegsgefahr

Der abstiegsbedrohte VfL Wolfsburg, für den die Lage im Tabellenkeller mit weiterhin 33 Punkten bedrohlich bleibt, richtete damit bereits zum dritten Mal die Meisterparty des FCB aus. Bereits 2003 und 2008 hatten die Bayern in Wolfsburg triumphiert. Beim VfL herrschte indes Frust, zumal auch noch Kapitän Luiz Gustavo die Gelb-Rote Karte sah (78.).

Den Weg zum erneuten Titel ebnete Alaba mit einem direkt verwandelten Freistoß (19. Minute). Wolfsburg hatte den Bayern das Leben zunächst schwer gemacht und selbstbewusst begonnen. Auch im Anschluss an die Führung wehrte sich das Team des früheren Münchner Co-Trainers Andries Jonker nach Kräften. Doch mit jedem weiteren Münchner Treffer sank das Wolfsburger Selbstbewusstsein. Mit der neunten Heimpleite in dieser Saison wurde damit ein negativer Clubrekord weiter ausgebaut.

So konnte Lewandowski sein Torkonto weiter aufstocken. Nach den Saisontoren Nummer 27 und 28 liegt der Pole nun in der Torjägerliste wieder vor dem Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang (27).

Rummenigge gönnt sich Meisterbier in der Halbzeitpause

Zur Pause versuchte Jonker noch einmal mit einem offensiveren Wechsel (Vieirinha für Blaszczykowski) Impulse zu setzen, doch Riechedly Bazoer vergab den möglichen schnellen Anschluss (47.). Danach tanzten die Wolfsburger auf der Meisterparty der Gäste nur noch mit, anstatt ihnen diese verderben zu wollen. Auch Robben wurde es bei seinem elften Saisontor viel zu leicht gemacht.

Zeit für Rummenigge, sich auf der Tribüne ein erstes Meisterbier zu genehmigen, während Ancelotti seinem Kapitän Lahm bei der Auswechslung zwanzig Minuten vor dem Ende einen Sonder-Applaus gönnte.

Doch fertig waren die Bayern noch nicht. Müller und Kimmich sorgten für einen Kantersieg. Zuvor hatte Wolfsburgs schlechtester Spieler einen peinlichen Auftritt hingelegt. Der frühere Münchner Luiz Gustavo wurde zwölf Minuten vor dem Ende wegen wiederholten Foulspiels vom Platz gestellt. Nach dem in der Tat kaum gelbwürdigen zweiten Foul zeterte der Brasilianer allerdings allzu theatralisch herum und musste von Mitspielern und Coach Jonker vom Feld geführt werden.

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dpa

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