Pulverfass FC Bayern

Turbulente Wochen in München: Die Brandherde im Überblick

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James Rodriguez und Robert Lewandowski.

Den FC Bayern München erwartet im Herbst ein heißer Spielplan mit fünf Partien in 16 Tagen. Dabei gibt es derzeit nicht weniger als fünf „Nebenkriegsschauplätze“, die für Ärger sorgen.

München - Julian Nagelsmann, auch das ist in dieser an Aufregern reichen Woche beim FC Bayern öffentlich geworden, besitzt keine zwei Dutzend Unterhosen. Sein Kollege Carlo Ancelotti, sagte der Trainer von 1899 Hoffenheim am Mittwoch, habe „mehr Titel als ich Unterhosen im Schrank“. Nagelsmann versuchte mit diesem augenzwinkernden Hinweis die Debatte um seine, aber auch um Ancelottis Zukunft zu entschärfen - wohl vergeblich. 

Ancelotti hat in seiner über 20-jährigen Karriere als Coach 20 Pokale gewonnen, darunter dreimal die Trophäe der Champions League. Nagelsmann? War 2014 mit 1899 Hoffenheim deutscher A-Jugend-Meister. Und doch wird seit Nagelsmanns ehrlichen, aber zeitlich unglücklichen Aussagen über seinen „Traum“ vom Job beim deutschen Rekordmeister wieder heißer über beide Trainer diskutiert. Obwohl Nagelsmann jeden „aktuellen Bezug“ zurückwies: „Es war keine Bewerbung.“

Auch der FC Bayern hat kein Interesse, das Thema zu befeuern. „Dazu habe ich jetzt keine Meinung“, sagte Präsident Uli Hoeneß der Bild-Zeitung zu Nagelsmanns Aussagen. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge habe mit einer „abwinkenden Geste“ auf eine entsprechende Frage geantwortet. 

Zahlreiche Brandherde beim FC Bayern

Die Bosse sind bemüht, die Lage zu beruhigen. Sie wissen: Vor dem „heißen Herbst“ mit fünf Spielen in 16 Tagen während der Wiesn-Zeit, darunter der Knaller in der Königsklasse bei Paris St. Germain, kann ein Fünkchen genügen, um das prall gefüllte Pulverfass FC Bayern explodieren zu lassen. Mit unabsehbaren Folgen auch für Ancelotti. Brandherde gibt es bereits genug:

Die Personalie Ancelotti: Wie der amerikanische TV-Sender ESPN unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte Quelle berichtete, kann der FC Bayern den Kontrakt mit ihm bereits 2018 und damit ein Jahr vor Laufzeitende kündigen (tz.de* berichtete). Die Münchner wollten sich auf Anfrage nicht dazu äußern. Ancelotti selbst wehrt sich gegen den Eindruck, ihm entgleite die Mannschaft. „Ich bin nicht von gestern, ich bin nicht dumm“, sagte er bei Sky.

Der Luxus-Kader: Schon am Samstag (15.30 Uhr) gegen den FSV Mainz 05 muss Ancelotti wieder den einen oder anderen Star enttäuschen. Erneuter Stunk wie zuletzt mit Thomas Müller oder Franck Ribéry (tz.de* berichtete) ist programmiert. Zumal mit Abwehrboss Jerome Boateng ein weiterer Star in die Startelf drängt. „Ich fühle mich jetzt sehr gut“, sagte er nach dem Kurz-Comeback gegen Anderlecht (3:0).

Der Torjäger: Robert Lewandowski entwickelt sich immer mehr zur Ich-AG in kurzen Hosen. Das zeigte sich mit seinem nicht autorisierten Interview, in dem er die Bosse mit Kritik an Grundzügen der Vereinspolitik provozierte. Das zeigte sich auch auf dem Platz, als er seine Kollegen gegen Anderlecht mit Eigensinn nervte. Der FC Bayern ist aber zu abhängig von seinem Ausnahmestürmer, um den Polen in die Schranken zu weisen.

Der Sportdirektor: Novize Hasan Salihamidzic gibt beim Versuch, die verschiedenen Probleme zu moderieren, keine gute Figur ab. Hoeneß gab ihm zuletzt jedoch Rückendeckung: „Er ist nicht unser Pressesprecher, sondern er muss innerhalb des Klubs aufräumen. Er macht einen ausgezeichneten Job.“

Die Bosse: Nach langer Abwesenheit müsse er erst wieder mit seinem Freund Kalle „zusammenkommen“, sagte Hoeneß kürzlich. Er sieht diesen Prozess „auf einem sehr guten Weg“. Die völlig unterschiedliche Reaktion auf Lewandowskis Interview - Drohen hier (Rummenigge), Versöhnliches da (Hoeneß) - ließ daran Zweifel aufkommen.

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

SID/pf

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