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FC Bayern und Qatar Airways – Partnerschaft mit Kopfzerbrechen

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Von: Niklas Kirk

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Seit 2018 prangt das Logo von Qatar Airways auf den Trikots des FC Bayern.
Seit 2018 prangt das Logo von Qatar Airways auf den Trikots des FC Bayern. © IMAGO / Sportfoto Rudel

Der FC Bayern bricht wiederholt ins Trainingslager nach Doha auf. Fraglich bleibt dennoch, wie es mit dem Engagement von Qatar Airways weitergeht.

München – Am Freitag (6. Januar) wird der FC Bayern München wieder ins Trainingslager nach Katar fliegen. Wegen Corona-Pandemie und zeitlichen Engpässen war der Ausflug 2021 und 2022 ausgefallen. Ansonsten flog der deutsche Rekordmeister stets seit 2012 im Januar in das Wüstenemirat, um sich auf die Rückrunde der Bundesliga vorzubereiten.

So umstritten wie das Trainingslager ist auch die seit 2018 gültige Partnerschaft mit der katarischen Staatsairline Qatar Airways. Verstärkt durch den Fokus, der aufgrund der WM dieses Jahr auf dem Land Katar lag, stellt sich nun mehr denn je die Frage, ob der auslaufende Sponsorenvertrag nochmals verlängert wird. Grund dafür sind bekannte Widerstände aus Fan-Kreisen, doch auch der Partner selbst zeigt sich verstimmt.

FC Bayern und Qatar Airways – „nicht die Generalversammlung von Amnesty International“

Eine SID-Anfrage zum Thema an den Verein blieb zunächst unbeantwortet. Bekannt war allerdings bereits, dass Vorstandschef Oliver Kahn und Präsident Herbert Hainer nach der WM „intensive“ Gespräche mit Qatar Airways führen wollen. Ob dies bereits während des Trainingslagers geschehen wird, zu dem Kahn in Doha erwartet wird, ist ebenso unklar.

Bei der Mitgliederversammlung im Oktober war das Thema erneut aufgekommen, wo Hainer als Ergebnis mitteilte, man werde „alles abwägen, und dann eine Lösung finden“. Konkreter wurde es seitdem nicht, auch wenn der Präsident einräumte, dass ihm das Thema „Kopfzerbrechen“ bereite. Zwar blieb es 2022 sachlicher als bei der Jahreshauptversammlung 2021, wo Wortbeiträge zum Thema nicht zugelassen wurden, dennoch sorgte Uli Hoeneß mit einigen Aussagen für Wirbel. An ein Vereinsmitglied richtete er nach dessen Kritik am Partner Qatar Airways die Worte: „Ihr Auftritt war peinlich. Das ist der Fußballclub Bayern München und nicht die Generalversammlung von Amnesty International.“

FC Bayern und Qatar Airways – Goretzka erwartet Handlung „im Sinne der Mitglieder“

Ziel solle es laut Hainer auch bleiben, als FC Bayern bei gesellschaftspolitischen Weiterentwicklungen zu helfen. Ob das Know-how für die Entwicklungen überhaupt gewünscht ist, steht unterdessen auf einem anderen Blatt. Die zahlreichen und hitzig geführten Debatten um Menschenrechte, die „One Love“-Binde oder die Mund-zu-Geste der DFB-Elf sollen im Emirat für Verstimmungen gesorgt haben. Wie die SportBild berichtet, soll Qatar Airways planen, im Falle einer Verlängerung die Zahlungen zu kürzen. Bisher sollen diese sich auf jährlich 25 Millionen Euro belaufen haben.

Banner in der Südkurve gegen Kahn und Hainer aufgrund des Sponsorings durch Qatar Airways.
Banner in der Südkurve gegen Kahn und Hainer aufgrund des Sponsorings durch Qatar Airways. © Markus Ulmer via www.imago-images.de

Somit steht der FC Bayern zwischen der Forderung einiger Mitglieder, die Partnerschaft umgehend zu beenden und der betriebswirtschaftlichen Notwendigkeit, für die Wettbewerbe auf europäischer Ebene über genügend Einnahmen zu verfügen. Zu einer Einschätzung ließ sich Bayern- und Nationalspieler Leon Goretzka hinreißen: „Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass der Verein da auch im Sinne der Mitglieder handeln wird“, sagte er im ZDF. Das Abwägen zwischen Mitgliederwunsch und benötigten Sponsoreneinnahmen wird Herbert Hainer möglicherweise noch eine Weile Kopfzerbrechen bereiten. (sid/nki)

Immer noch ungeklärt ist unterdessen, wer als Nr. 1 beim FC Bayern in die Rückrunde geht. Die geplante Verpflichtung von Yann Sommer droht zu scheitern.

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