Er wurde nur 34 Jahre alt

An unheilbarer Krankheit gestorben: Glasgow Rangers huldigen Ex-Kapitän Ricksen mit rührender Aktion

+
Hunderte Rangers-Fans und auch ehemalige Teamkameraden legten Schals, Trikots und Fahnen am Eingang des Stadions nieder. 

Die Fußballwelt trauert um den verstorbenen Fernando Ricksen: Auch die Glasgow Rangers gedenken ihrem Ex-Kapitän mit einer rührenden Aktion. 

Update vom 20. September: Die Glasgow Rangers haben in der Europa-League mit 1:0 gegen Feyenoord Rotterdam gewonnen. Doch angesichts des Tods ihres langjährigen Spielers und Ex-Kapitäns rückt dieser Erfolg in den Hintergrund. Fans und Spieler huldigten Ricksen vor und während des Spiels. „Ein Kämpfer bis zum Ende. Schlafe ruhig, Fernando“, stand auf einem großen Plakat im Ibrox-Stadion. Hunderte Anhänger brachten Schals, Trickots und Fahnen am Tor des Stadions an. Auch Ricksens ehemalige Teamkameraden bei den Rangers versammelten sich dort und legten am Eingang ein Trikot des Niederländers nieder. Die Mannschaft hielt vor dem Anpfiff eine Schweigeminute ab.

Fernando Ricksen tot: Ex-Nationalspieler der Niederlande wurde nur 43 - Todesursache bekannt

Erstmeldung vom 18. September: Der ehemalige niederländische Nationalspieler Fernando Ricksen ist tot. Der Ex-Profifußballer ist im Alter von 43 Jahren an der seltenen Nervenkrankheit ALS gestorben, wie die Glasgow Rangers, sein früherer Klub, am Mittwoch mitteilten.

Auch der Fußball-Weltfußballverband FIFA reagierte bestürzt und würdigte die Freundlichkeit und Solidarität des Niederländers. Er sei ein großes Vorbild gewesen. Sein Einsatz gegen die Krankheit sei ein „unauslöschliches Vermächtnis für diese Welt“, schrieb FIFA-Präsident Gianni Infantino.

Ricksen hatte seine Karriere bei dem niederländischen Klub Fortuna Sittard begonnen und beendet. Er spielte auch für AZ Alkmaar und Zenit St. Petersburg. Mit dem russischen Spitzenverein gewann er 2008 die Europa League.

Fernando Ricksen: Zwölf Länderspiele für die Niederlande - er spielte auch gegen Deutschland

Zwölfmal spielte er für die niederländische Nationalmannschaft. Im November 2002 kam er beim Länderspiel gegen Deutschland über 90 Minuten zum Einsatz. Damals bekam es der Verteidiger unter anderem mit den deutschen Stürmern Miroslav Klose, Fredi Bobic, Gerald Asamoah und Oliver Neuville zu tun. Die Partie endete mit einem 3:1-Sieg für Oranje.

Für Holland trafen Patrick Kluivert, Jimmy Floyd Hasselbaink und Ruud van Nistelrooy, für die DFB-Elf erzielte Fredi Bobic den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich.

Der Niederländer Fernando Ricksen (r.) spielte am 20. November 2002 gegen Deutschland - hier im Zweikampf mit Miroslav Klose.

Fernando Ricksen: 2013 sprach er erstmals öffentlich über seine Krankheit

Kurz nach dem Ende seiner Karriere hatte Ricksen 2013 dann im niederländischen TV zum ersten Mal öffentlich von seiner tödlichen Krankheit erzählt. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich dann sehr schnell, aber Ricksen bemühte sich mit seiner eigenen Stiftung in seinen letzten Lebensjahren, Geld für die Erforschung von ALS zu sammeln. 2015 brachte ein Wohltätigkeits-Spiel im Stadion der Rangers mit mehr als 40.000 Zuschauern gut 350.000 Euro ein.

„Er kämpfte so mutig gegen die schreckliche Krankheit, und unsere Gedanken sind bei seiner Familie“, schrieb Rangers-Chef Stewart Robertson auf der Website des Klubs. Er werde unvergessen bleiben. Fernando Ricksen hinterlässt eine Frau und eine Tochter.

An der unheilbaren Muskel- und Nervenkrankheit ALS litt auch der britische Astrophysiker Stephen Hawking, der im März 2018 verstorben ist.

Erst vor wenigen Wochen hatte Curaçaos Nationalmannschaft einen schweren Verlust zu verkraften. Ein Torhüter wurde tot in einem Hotelzimmer aufgefunden. In den Niederlanden wird nicht nur um Ricksen getrauert - ein ehemaliger Fußballprofi wurde erschossen. In den USA starb ein Ex-Basketballstar nach einer Schießerei. Zuvor postete er noch ein her zerreißendes Video.  

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.