(Vor-)Vergabe wird beraten

FIFA: Geht die WM 2026 an USA, Kanada und Mexiko?

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Das Objekt der Begierde: der WM-Pokal.

Köln - Die Fußball-WM 2026 könnte schon in dieser Woche an die USA, Kanada und Mexiko (vor-)vergeben werden.

Ein entsprechender Antrag der drei Länder, die ihre gemeinsame Bewerbung am 10. April offiziell gemacht hatten, liegt auf dem Tisch des Council vom Weltverband FIFA, das am Dienstag (9. Mai) in Bahrain tagt. Der FIFA-Kongress könnte am 11. Mai eine Entscheidung treffen.

Diskutiert wird zwar nur eine Vorvergabe - die drei Länder würden das Mega-Turnier, das erstmals mit 48 (statt 32) Mannschaften ausgetragen werden wird, "nur" unter der Voraussetzung zugesprochen bekommen, im Nachhinein die technischen Bewerbungsvoraussetzungen erfüllen zu müssen. Daran würde aber wohl kein Zweifel bestehen. Die Bestätigung der Vergabe soll beim FIFA-Kongress 2018 erfolgen.

"Ich habe durchaus Sympathie für die Bewerbung der drei Verbände und denke auch, dass sie am Ende sehr gute Chancen haben wird", sagte Reinhard Grindel, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und Council-Mitglied, dem SID: "Aber im Interesse von Good Governance sollte überlegt werden, ob eine Vorfestlegung wirklich klug ist, oder an einem geregelten Bewerbungsverfahren festgehalten werden sollte."

Tatsächlich stünde die (Vor-)Vergabe im Eilverfahren im Widerspruch zu den bisherigen Bewerbungsverfahren. Ursprünglich sollte die WM 2026 sogar erst im Jahr 2020 vergeben werden.

Kaum Konkurrenten in Sicht

Konkurrenten hat der einflussreiche Verbund aus Nord- und Mittelamerika aber nicht zu befürchten. Wegen der (noch) gültigen FIFA-Vorschriften darf das Turnier nicht in die Kontinentalverbände der beiden vorausgehenden Weltmeisterschaften (2018 in Russland und 2022 in Katar) vergeben werden. Starke Bewerbungen aus Europa und Asien werden deshalb nicht zugelassen.

Zudem können nur wenige Länder die für ein derartiges Mammut-Event notwendige Infrastruktur bereitstellen. Allein die USA, die sich erfolglos für 2022 beworben hatten, hätten eine WM mit 48 Mannschaften wohl problemlos auch alleine stemmen können. Es gibt dort rund 20 Metropolregionen mit mehr als drei Millionen Einwohnern, es gibt genügend Flughäfen, Unterkünfte, 45 Stadien mit 70.000 oder mehr Zuschauerplätzen.

Die WM 1994 in den USA, damals mit 24 Mannschaften in neun Städten abgewickelt, ist noch heute die Endrunde mit den meisten Zuschauern (3,587 Millionen/68.991 im Schnitt).

sid

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